HIV-positive Beraterinnen gelten als glaubwürdiger und mitfühlender

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Hagen. Auszeichnung von Sektion der Deutschen AIDS-Gesellschaft für Psychologie-Masterstudentin der FernUniversität 

HIV-positive Frauen lassen sich lieber von Beraterinnen beraten, die ebenfalls am Humanen Immundefizienz-Virus erkrankt sind, als von deren Kolleginnen, die ohne HIV leben. Das ist das Ergebnis einer experimentellen Untersuchung von Linn Mehnert, Studentin im Masterstudiengang Psychologie der FernUniversität in Hagen. Für die Studie „Die Rolle von Ähnlichkeit bei Beratungsangeboten für Frauen mit HIV“ ihrer herausragenden empirische M.Sc.-Arbeit erhielt sie einen Frauenforschungspreis der Sektion All Around Women special (AAWS) der Deutschen AIDS-Gesellschaft (DAIG). Linn Mehnert empfiehlt: „HIV-positive Frauen sollten als Beraterinnen ausgebildet und häufiger innerhalb der AIDS-Organisationen beschäftigt werden.“ An ihren Ergebnissen ist auch das Bundesgesundheitsministerium interessiert. Die FernUni-Studentin wurde beim diesjährigen Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongress in Düsseldorf von der DAIG-Sektion AAWS ausgezeichnet, wo sie ihre Studie u.a. auch in einem Vortrag vorstellte. Betreut wurde die Arbeit von Dr. Birte Siem, Lehrgebiet Sozialpsychologie (Zweitgutachter: Prof. Dr. Stefan Stürmer).

Die Studie In ihrer bundesweiten Online-Studie mit 89 HIV-positiven Teilnehmerinnen konnte Linn Mehnert den Zusammenhang zwischen der Bereitschaft, ein Beratungsangebot anzunehmen, und einer „wahrgenommenen Ähnlichkeit durch eine HIV-Infektion“ nachweisen: „Bei einer stigmatisierenden Erkrankung wie HIV/AIDS wird eine ebenfalls erkrankte Beraterin als glaubwürdiger und empathischer angesehen.“ Besonders deutlich wurde der Zusammenhang von Beratungsinteresse und Erkrankung der Beraterin bei vulnerablen – also leicht verletzlichen – Frauen, die sich stark stigmatisiert fühlten, die wenig soziale Unterstützung und ein geringes Selbstwertgefühl hatten: „Sie entscheiden sich eher gegen eine Beratung. Ebenfalls erkrankte Beraterinnen erreichen sie jedoch besonders gut“, erläutert die Leipzigerin.

Per Zufallsprinzip hatte Linn Mehnert den Teilnehmerinnen eines von drei fiktiven Profilen vorgelegt, in denen die Ähnlichkeit variiert wurde:

·        die Beraterin lebt selbst mit einer HIV-Infektion;

·        sie lebt mit einer Hepatitis C-Infektion;

·        sie hat weder HIV noch Hepatitis C.

Die Teilnehmerinnen schätzten die fiktive Beraterin im Hinblick auf ihre „wahrgenommene“ Ähnlichkeit, ihre Empathie und Glaubwürdigkeit ein und gaben an, inwieweit sie bereit waren, sich im Hinblick auf ein HIV-spezifisches Problem beraten zu lassen. HIV-positive Beraterinnen wurden als ähnlicher zu sich selbst, mitfühlender, authentischer, vertrauenswürdiger und erfahrener im Umgang mit spezifischen Problemen wahrgenommen. Die Bereitschaft, sich beraten zu lassen, war signifikant höher als bei einer HIV-negativen Beraterin.

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