Archiv der Kategorie: Arbeit und Soziales

Hauswirtschaft im Pflegeheim bietet viele Chancen

Ulrich Brauer | Die gemeinsame Berufsinformationsveranstaltung „Hauswirtschaft im Pflegeheim“ der Agentur für Arbeit, des Pflegeunternehmens „Wohlbehagen“ und des Integrationsunternehmens „Dienstleistungen für das Gesundheitswesen“ (DFG) war am Donnerstag sehr gut besucht. Hauswirtschaft im Pflegeheim bietet viele Chancen weiterlesen

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Jede fünfte Überschuldung im Jahr 2017 wegen Arbeitslosigkeit

Der mit Abstand wichtigste Hauptauslöser von Überschuldungssituationen der Personen, die im Jahr 2017 die Hilfestellung einer Schuldnerberatungsstelle in Deutschland angenommen hatten, war mit 21 % Arbeitslosigkeit. Jede fünfte Überschuldung im Jahr 2017 wegen Arbeitslosigkeit weiterlesen

„Danke für Ihr Engagement!“: Stadt Wetter lud zum Arbeitnehmerempfang

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Foto: Stadt Wetter (Ruhr)

Jens Holsteg | Stadt Wetter (Ruhr) | Die Menschen, die in Wetter arbeiten, sind die wichtigste Ressource für prosperierende Unternehmen. Daran erinnerte Bürgermeister Hasenberg beim diesjährigen Arbeitnehmerempfang der Stadt Wetter (Ruhr) anlässlich des Tages der Arbeit.

Bürgermeister Hasenberg begrüßte in den Räumen der Außenstelle der Werkstatt für behinderte Menschen des Frauenheimes Wengern an der Wasserstraße im Schöntal zahlreiche Arbeitnehmervertreter aus Wetteraner Unternehmen, bei denen er sich für das große Engagement für Arbeitnehmerrechte in den heimischen Betrieben bedankte.

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Foto: Stadt Wetter (Ruhr)

„Im Mittelpunkt steht der Mensch: Gerade angesichts unserer Zeit, in der wir einen manchmal fast schwindelerregend schnellen Umbau unserer Arbeitswelt erleben, ist die öffentliche Wertschätzung des Menschen als Arbeitskraft wichtig wie nie“, so Hasenberg in seiner Begrüßung. Ein soziales Arbeitsklima, Wertschätzung der Arbeit, faire und gerechte Bezahlung, Weiterbildung der Mitarbeiter, Teilzeitstellen für junge Eltern, Entwicklung und Nutzung moderner Technologien seien Schritte für die Zukunftssicherung von Unternehmen. Das gelinge immer dann am besten, so Hasenberg, wenn Unternehmensführung und Arbeitnehmervertreter gemeinsam an diesem Weg arbeiten.“

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Foto: Stadt Wetter (Ruhr)

„Wer arbeitet, fühlt sich geschätzt“, so Hasenberg. „Diese Wertschätzung der Menschen muss uns allen – als Verantwortungsträger in Firmen und Unternehmen, bei der Verwaltung in der Kommune, bei Land und Bund sowie in der Politik generell – ein großes Anliegen sein.“

Dass Arbeit zum Leben gehört, zum einen als Grundrecht jedes Einzelnen, zum anderen als Voraussetzung, um an der Gesellschaft und dem öffentlichen Leben teilnehmen zu können, machte der kurze Vortrag von Werkstattleiter Thomas Schiebille klar.

Er führte die Anwesenden durch die neuen Räume der im September letzten Jahres eröffneten Außenstelle. Er beschrieb die Arbeitsmöglichkeiten im Berufsbildungs- und Werkstattbereich und zeigte sich erfreut darüber, wie gut die Nachbarschaft im Schöntal sei: „Wir konnten bereits Kontakte zu einigen Unternehmen knüpfen.“ Und auch bei der anschließenden Gesprächsrunde ergab sich ein weiterer Kontakt.

Maren Lewerenz wird neue Chefin der Agentur für Arbeit Hagen

AA2Ulrich Brauer | Agentur für Arbeit | Hagen. Für junge Menschen den Übergang von der Schule in den Beruf erfolgreich zu begleiten und Langzeitarbeitslosigkeit durch präventive Angebote zu begegnen sind zwei Schwerpunkte von Maren Lewerenz, die ab Juni neue Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen ist. Sie folgt Marcus Weichert, der nach drei Jahren an der Spitze der Hagener Agentur seit April die Leitung der Arbeitsagentur Bergisch Gladbach übernommen hat und beide Agenturen bis Ende Mai führt.

„Eine qualifizierte berufliche Ausbildung ist die beste Absicherung für eine dauerhafte Beschäftigungsperspektive. Wir sind gefordert, allen jungen Menschen den bestmöglichen Einstieg in das Berufsleben zu eröffnen. Dabei sollen insbesondere junge Menschen mit besonderen Bedarfen Unterstützung erfahren. Die unterschiedlichen Problemlagen langzeitarbeitsloser Menschen erfordern von uns ganzheitliche lokale Ansätze. Hierbei kommen den Aspekten Prävention und Soziale Teilhabe – als wichtigeErgänzung der klassischen Integrationsarbeit – eine besondere Bedeutung zu“, führt Lewerenz aus.

Die 51-jährige Diplom-Verwaltungswirtin war nach dem Studium zunächst in ihrer Geburtsstadt Hamburg als Vermittlerin und Beraterin tätig. 2002 wechselte sie in die Zentrale nach Nürnberg. Hier arbeitete sie im Bereich der Beruflichen Rehabilitation, um dann 2007 in den Bereich Grundsicherung (SGB II) zu wechseln. 2012/2013 leitete sie als stellvertretende Geschäftsführerin das Jobcenter Stadt München.

Bis 2017 war sie dann für den Fachbereich „Beteiligungsmanagement“ der Zentrale verantwortlich. Zuletzt leitete sie den Fachbereich „Berufliche Rehabilitation“.  „Die Arbeit für und mit Menschen mit Behinderungen ist mir eine Herzensangelegenheit. Deshalb wird ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit in Hagen die Integrationvon behinderten Menschen sein, um ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Aber ob mit oder ohne Behinderung – entscheidend ist,dass Ausbildungs- und Arbeitsstellen optimal besetzt werden“, betont Lewerenz.

„Jede Integration in den Arbeitsmarkt ist ein wichtiger Beitrag zur Deckung des zunehmenden Fachkräftebedarfs. Diese große Herausforderung ist nicht allein durch
eine gute Arbeit der Agentur zu leisten, sondern Aufgabe aller am Arbeitsmarkt beteiligten Akteure. Ich setzte hier auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit und
freue mich schon auf die ersten Gespräche.“ „Ich weiß“, so Lewerenz weiter, „dass ich eine gute Mannschaft übernehme und werde deshalb alles dazu beitragen, auch zukünftig eine von Vertrauen und Wertschätzung geprägte Kultur des Umgangs miteinander zu pflegen und zu festigen.“

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(v.l.n.r.):  Der Vorsitzende des Verwaltungsausschusses, Stefan Marx, die künftige Chefin der Agentur für Arbeit Hagen, Maren Lewerenz, und der aktuelle Chef Marcus Weichert.

Marcus Weichert wurde als neuer Chef der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach berufen. „Hagen war meine erste Agentur, die ich führen durfte. Es hat mich täglich mit Stolz erfüllt, für Hagen und den EN-Kreis mit einer motivierten Mannschaft das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Naturgemäß gehen Veränderungen und moderne Ideen nie widerspruchslos bei einzelnen Partnern über die Bühne. Der Erfolg gibt uns jedoch recht. Die Zusammenarbeit insbesondere mit den Verbänden, den Arbeitgebern sowie mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Arbeitsagentur ist ausgezeichnet und von großer Offenheit und Vertrauen geprägt. Ich wünsche Maren Lewerenz einen guten Start und viel Erfolg“, so Weichert.

Der Vorsitzende des Verwaltungsausschusses der Agentur für Arbeit Hagen, Stefan Marx, führte im Anschluss an die Sitzung am Montag aus: „In der kurzen Zeit, die ich mit Herrn Weichert zusammengearbeitet habe, war dies immer auf Augenhöhe und von gegenseitigem Verständnis geprägt. Ich wünsche ihm alles Guteauf seinem weiteren Weg, den er bestimmt weitergehen wird.“

Agentur für Arbeit: „Qualifizierung bei Hawker GmbH hat schon die ersten Erfolge“

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Foto: Agentur für Arbeit Hagen

Hagen | Teilnehmer erhalten ihre Zertifikate und sichern ihren Arbeitsplatz Zwölf Teilnehmer einer Teilqualifizierung für Maschinenanlagenführer, Beschäftigte der Hawker GmbH in Hagen, konnten gestern ihre Zertifikate in Empfang nehmen.

Sie sind die ersten erfolgreichen Arbeitnehmer, die beim Bildungsträger SBH West theoretisch geschult wurden und sich im anschließenden Praktikum bewährt haben. Dadurch ist ihre Qualifikation gesteigert worden. Ihr Arbeitsplatz ist nunmehr nicht nur besser, sondern auch sicherer.

Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“  (WeGebAU) ist der etwas sperrige Name des Programms, mit dem die Agentur für Arbeit die Qualifizierung von Beschäftigten in den Unternehmen erhöhen kann: „Qualifizierte Fachkräfte sind die Basis jeden Unternehmenserfolgs. Sie sichern die Wettbewerbsfähigkeit und gewährleisten eine hohe Qualität der Arbeitsergebnisse. Sie sind für die Weiterentwicklung des Unternehmens unerlässlich, sind motiviert und setzen sich engagiert für die Ziele ihres Unternehmens ein.

Von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben alle etwas“, so Marcus Weichert, Chef der Agentur für Arbeit Hagen, anlässlich einer kleinen Feierstunde bei der Hawker GmbH. „Das hier laufende Projekt ist nicht nur von seiner Größe her beispielhaft. Nicht vergessen werden soll auch die Tatsache, dass bis jetzt schon acht zusätzliche Kräfte eingestellt worden sind, die während der qualifizierungsbedingten Abwesenheit der Mitarbeiter deren Aufgaben übernehmen.“

„In unserem Unternehmen wird die Batterieproduktion technisch umgestellt. Dafür wird das gesamte Produktionsverfahren verändert und die Anlagen erneuert. Damit müssen 190 unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ihr Fachwissen erweitern. Die erforderlichen Fortbildungen erfolgen in Kleingruppen seit Februar beim Bildungsträger SBH über Teilqualifikationen in verschiedenen Bereichen mit anschließendem Praktikum. Das ganze Projekt wird bis 2019 laufen. Die Zusammenarbeit ist reibungslos und kann nur empfohlen werden“, betont Hawker-Geschäftsführer Magnus Becker.

Peter Frese, Fachbereichsleiter der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK), überreichte den Teilnehmern ihre Zertifikate. Die Hawker GmbH, seit 130 Jahren am Standort Hagen, gehört zum EnersysKonzern, dem Weltmarktführer für Industriebatterien. Das Unternehmen produziert und liefert komplette Energie- und Servicelösungen für alle Anwendungsbereiche (Traktion, Notstromversorgung, Sonderbatterien). Das Angebot beinhaltet neben der kompletten Technik für Industriebatterien und Ladestationen auch die Schulung des Servicepersonals. Das europaweite Verkaufs- und Service-Netzwerk ist darauf ausgerichtet, effektive Systemlösungen und fundierte Betreuung und Beratung zu bieten. Konzernweit werden über 9000 Mitarbeiter beschäftigt, an den insgesamt zwei Standorten in Deutschland sind es mehr als 500, davon 370 allein in Hagen-Wehringhausen.

Hawker nutzt bei der Fachkräftegewinnung und in Qualifizierungsfragen seit Jahren das Dienstleistungsangebot des gemeinsamen Arbeitgeber-Services (AG-S) der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Hagen. Unternehmen aus der Region, die dies ebenfalls kostenlos nutzen möchten, erreichen den AG-S kostenlos unter Telefon 0800 4 5555 20 oder Fax 0 2331 202 548 sowie per E-Mail an Hagen.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de.

Verantwortlich für Text und Inhalt: Ulrich Brauer | Agentur für Arbeit

NGG: „Betriebsräte in Hagen sind noch bis Monatsende wählbar“

Geheime Wahl WahlzettelNGG | Hagen | >>Last Call für die Demokratie am Arbeitsplatz: Noch bis Monatsende laufen in Hagen die Betriebsratswahlen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) betont: „In Betrieben, in denen bisher nichts passiert ist, sollen die Wahlen rasch eingeleitet werden. Wer als Beschäftigter abstimmen will, kann Hilfe bei der Gewerkschaft bekommen.“ Von der Regelung der Arbeitszeit bis hin zu Urlaub und Lohnzuschlägen hätten die Arbeitnehmervertreter ein entscheidendes Wort mitzureden, so Isabell Mura von der NGG Südwestfalen.

Mit Blick auf die Digitalisierung der Arbeitswelt macht die Gewerkschafterin deutlich: „Betriebsräte haben großen Einfluss darauf, wie die Jobs der Zukunft aussehen. Gerade das Industrieland NRW ist auf ihr Know-how angewiesen.“ Von der Mitbestimmung profitierten am Ende auch die Unternehmen. Nach einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung sind die Mitarbeiter in Betrieben mit Arbeitnehmervertretung produktiver, zufriedener und flexibler.<<

 

„Jeder Arbeitsunfall ist einer zu viel“

"Jeder Arbeitsunfall ist einer zu viel"Über 3.000 Todesfälle aufgrund von Arbeits- und Wegeunfällen sowie von Berufskrankheiten registrierten die gewerblichen Berufsgenossenschaften im Jahr 2016. Im gleichen Jahr fanden in der Bauwirtschaft allein durch Arbeitsunfälle 73 Beschäftigte den Tod. Wie eine vorläufige Auswertung des Unfallgeschehens zeigt, ist diese Zahl im Jahr 2017 auf 88 gestiegen. „Diese Zahlen sind schlimm und machen den großen Handlungsbedarf überdeutlich“. Das sagte Klaus-Richard Bergmann, Hauptgeschäftsführer der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) in Berlin, einen Tag vor dem Workers Memorial Day. An diesem Tag wird international der bei der Arbeit gestorbenen und verletzten Beschäftigten gedacht.

Auch die Zahl der neuen Unfallrenten, in denen sich Unfälle mit schwersten und bleibenden Folgen ausdrücken, ist gestiegen. Nach einer vorläufigen Auswertung registrierte die BG BAU 2017 fast 2.600 solcher Unfälle. „Jeder einzelne Unfall ist einer zu viel und mit großem menschlichem Leid für die Betroffenen verbunden. Daher müssen wir unsere Aktivitäten im Arbeitsschutz noch weiter intensivieren.“ Dabei haben die Maßnahmen des technischen und organisatorischen Arbeitsschutzes langfristig gesehen durchaus zu einem sichtbaren Rückgang des Unfallgeschehens geführt. So registrierte die BG BAU bei der Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle auf 1.000 Personen eine Abnahme von 101,10 vor zwanzig Jahren und 66,60 vor zehn Jahren auf 55,29 Fälle im Jahr 2016.

Doch der langjährige Trend eines deutlichen Rückgangs von Arbeitsunfällen hat sich in den letzten Jahren stetig verlangsamt und stagniert mittlerweile. Bergmann: „Eine erfolgreiche Prävention lässt sich nicht nur auf verbesserte Arbeitsmittel und das Einhalten von Regelwerken beschränken. Wir alle müssen auch unser Verhalten in Fragen des Arbeitsschutzes stärker in den Blick nehmen.“

Mit dem Präventionsprogramm BAU AUF SICHERHEIT. BAU AUF DICH. wirkt die BG BAU deshalb verstärkt darauf hin, dass sich die individuellen Verhaltensweisen der Beschäftigten positiv verändern. Niemand darf durch riskantes Verhalten Leben und Gesundheit von sich selbst oder anderen aufs Spiel setzen. Bei schweren Sicherheitsmängeln muss man STOPP sagen können und erst weiter arbeiten, wenn diese beseitigt sind. „Deshalb wirbt die BG BAU dafür, „Betriebliche Erklärungen“ zu vereinbaren, in denen sich Beschäftigte und Betriebsleitungen dazu verpflichten, sich in ihrem Betrieb für sichere Arbeitsbedingungen einzusetzen“, betonte Bergmann.

„Azubi-Ebbe“ in Hagen: Bau sucht Nachwuchs

Bauhammer für Azubis(IGBAU) >>Bau-Boom, aber „Azubi-Ebbe“: Die Bauunternehmen in Hagen suchen Nachwuchs – und zwar händeringend, so die Bau-Gewerkschaft. 56 unbesetzte Ausbildungsplätze seien derzeit bei der Arbeitsagentur gemeldet. „Daran wird sich so schnell wohl auch nichts ändern. Die meisten Chefs in Hagen sollten sich darauf gefasst machen, dass es vorerst extrem schwer wird, Azubis zu finden“, sagt Friedhelm Kreft.

Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Westfalen Mitte-Süd übt massive Kritik: „Bauarbeitgeber begreifen immer noch nicht, dass es höchste Zeit wird, die Jobs auf dem Bau deutlich attraktiver zu machen. Das fängt bei der Lohntüte an. Und das hört da auf, wo jungen Menschen die Perspektive von einer modernen Job-Zukunft auf der Baustelle gegeben werden muss.“ Im Moment prallten „der Kampf um die besten Köpfe auf eine ‚Betonkopf-Geiz-Mentalität‘ der Bauarbeitgeber“.

Ausdruck dafür sei das jüngste Scheitern der Bau-Tarifverhandlungen, bei der die IG BAU ein Lohn-Plus von 6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert hat. Ebenso ein 13. Monatseinkommen für alle Bauarbeiter. „Für die Zukunft ist auch wichtig, dass Bauarbeiter die Anfahrt zur Baustelle bezahlt bekommen. Ebenso, dass die Arbeitgeber alle Ausbildungskosten übernehmen. Dazu gehört beispielsweise auch, dass der Ausbildungsbetrieb die Fahrten zur Berufsschule bezahlt. Der Bau muss den Azubis einfach mehr bieten“, fordert Friedhelm Kreft.

„Wir haben einen Bau-Boom. Und die Betriebe in Hagen haben volle Auftragsbücher. Viele wissen nicht, woher sie die Leute nehmen sollen, um die Arbeit zu erledigen. Trotzdem haben die Arbeitgeber nur ein beschämend dürftiges Angebot auf den Tisch gelegt“, sagt Kreft.

Jetzt werde eine Schlichtung immer wahrscheinlicher. SchaffeEx‑Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement es als Schlichter dabei nicht, die Bauarbeitgeber dazu zu bewegen, ein vernünftiges Angebot auf den Tisch zu legen, drohe der Bau-Streit zu eskalieren. Davon wäre dann auch Hagen massiv betroffen: „Wir bereiten uns auf alles vor. Auch darauf, das Bauleben lahmzulegen. Vor allem setzen wir aber darauf, dass die Arbeitgeber eine Schlichtung als Chance begreifen“, sagt IG BAU-Bezirkschef Friedhelm Kreft.<<

Jobcenter Hagen mit neuem Gebäude

Am Graf-von-Galen-Ring 18 sind neben „Job Future“ auch der Integration Point sowie der Bewerber-Service eingezogen.

jobAlles neu macht im Jobcenter Hagen mal nicht der Mai, sondern ein saniertes Gebäude – und das auch schon Ende April. Noch sind die Umzüge in den Graf-von-Galen-Ring 18 nicht komplett abgeschlossen. Aber der Integration Point und der Bewerber-Service haben die Arbeit am neuen Standort schon aufgenommen. Bislang war der Integration Point, die Anlaufstelle für Geflüchtete im Leistungsbezug SGBII, im Gebäude Körnerstraße 98-100 untergebracht. Der Bewerber-Service saß am Berliner Platz 2 und das Weiterbildungs-Infozentrum „Job Future“ ist ganz neu entstanden.
„Da sich die Zahl unserer Kundinnen und Kunden seit 2015 stark erhöht hat, haben wir mehr Personal eingestellt. Daher benötigten wir neue Büroflächen in der Nähe“, erklärt Jobcenter-Geschäftsführerin Andrea Gebhardt. Auch für „Job Future“ wurden Räumlichkeiten gesucht. Fündig wurde das Jobcenter am Graf-von-Galen-Ring 18 – direkt neben dem Jobcenter. 1050 Quadratmeter auf fünf Etagen (Erdgeschoss und vier Geschosse) sind nun hinzugekommen. Steht man vor dem Gebäude, sieht man zwei Zugänge. Der rechte ist der zu „Job Future“. Der linke führt zum Integration Point und dem Bewerber-Service. Hier gibt es – wie am Haupteingang am Berliner Platz 2 – eine Eingangszone mit Wartebereich.
Geschäftsführerin Andrea Gebhardt freut sich besonders darüber, dass für die ansprechende Gestaltung von „Job Future“ Designstudierende der HMKW Hochschule für Medien Kommunikation und Wirtschaft gewonnen werden konnten. „Die Studierenden haben nicht nur Ideen eingebracht, wie man beispielsweise die Beschilderung optimal gestalten kann, sondern die Schilder auch selbst hergestellt und angebracht“, lobt die Geschäftsführerin. Professor Markus Schröppel, der den Studiengang leitet, sieht die Kooperation mit dem Hagener Jobcenter als große Chance für die jungen Leute: „Hier haben sie ein echtes Projekt, an dem sie unter realen Bedingungen etwas gestalten können.“ Karin Schellenberg, Teamleiterin Bewerber-Service und damit auch von Job Future, ist begeistert von den schön gestalteten Räumlichkeiten, die einladend wirken: „Das ist wichtig, denn wir gehen hier für die Zukunft unserer Kundinnen und Kunden an den Start.“
 
Das Infozentrum Job Future ist zu den regulären Öffnungszeiten des Jobcenters geöffnet: Montag, Dienstag und Donnerstag von 08.00 Uhr bis 16.00 Uhr sowie Mittwoch und Freitag von 08.00 Uhr bis 13.00 Uhr.
Wegen Veranstaltungen am 02.05. und 11.06. ist an diesen Tagen ein Besuch aber erst ab 10.30 Uhr möglich.
Informationen und auch Termine rund um Job Future gibt es auf der Homepage www.jobfuture.info
 

 

Girls’Day: Straßen.NRW steigert Frauenanteil

… und bietet viele Karrieremöglichkeiten

(strassen.nrw). „Mädchen können das auch!“ heißt es bei den Initiatioren des bundesweiten Girls’Day. Seit 2001 haben fast zwei Millionen Mädchen Einblicke in Berufe erhalten, die meist von Männern dominiert werden. Straßen.NRW beteiligt sich seit vielen Jahren am Girls’Day und öffnet auch 2018 am Donnerstag (26. April) in vielen Niederlassungen die Türen.
Der Frauenanteil an den Beschäftigen in so genannten MINT-Berufen – also Jobs mit den Schwerpunkten in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – ist nach Aussage der Bundesagentur für Arbeit  „langsam steigend, jedoch mit 15 Prozent noch immer deutlich unterdurchschnittlich“. Beim Blick auf die eigene Belegschaft kann Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek da durchaus zufrieden sein: „Straßen.NRW geht mit gutem Beispiel voran. Wir haben in den vergangenen drei Jahren den Frauenanteil bei den Ingenieurinnen steigern können, bei den Neueinstellungen waren es 34 Prozent Frauen.“ Es dürfen aus Sicht der Direktorin, die selbst als Diplom-Ingenieurin für Konstruktiven Ingenieurbau lange in der Planung gearbeitet hat, aber durchaus noch mehr werden. Der Landesbetrieb beteiligt sich darum auch an vielfältigen Aktivitäten zur Nachwuchsförderung. Das beginnt im Kindergarten, wo mit Hilfe von Pixi-Büchern deutlich gemacht wird, dass Frauen als Ingenieurin oder Geodätin arbeiten, geht über die Teilnahme am Girls’Day bis hin zum Projekt „ChanceMINT“, welches an der Universität Duisburg-Essen gezielt Studentinnen anspricht.
Die in vielen Bereichen geforderte Quote von 50 Prozent hat Straßen.NRW in den Bereichen Dualer Studiengang Bauingenieurwesen, Baureferendariat und in der Ausbildung im Bereich Vermessung bereits erreicht. Von drei Absolventen, denen 2015 ein unbefristetes Übernahmeangebot gemacht werden konnte, waren zwei weiblich. Blickt man auf den handwerklichen Bereich, also die Straßenwartung, ist auch der Landesbetrieb von einer solchen Quote weit entfernt. Dennoch: Bundesweit beträgt der Frauenanteil im Unterhaltungsdienst gerade einmal 1,8 Prozent. „Wir liegen mit einem Anteil von drei Prozent seit Jahren konstant über dem Durchschnitt“, sagt Elfriede Sauerwein-Braksiek. Frauen, die die notwendigen Kompetenzen mitbringen, „finden bei uns offene Türen, den Beruf der Straßenwärterin zu erlernen und auch auszuüben.“

Fakten:
*       Der Anteil der Ingenieurinnen liegt bei Straßen.NRW bei 23 Prozent.
*       In der Verwaltung liegt der Anteil der Frauen im höheren Dienst bei 31 Prozent. Im gehobenen Dienst konnte er in den vergangenen drei Jahren von 49 auf 51 Prozent erhöht werden.
*       Der Landesbetrieb ermöglicht eine Vielzahl von Teilzeitmodellen sowie Telearbeit und Homeoffice. Eine variable Arbeitszeit bietet den Mitarbeitern ein hohes Maß an Zeitsouveränität.
*       In den kommenden zehn Jahren verliert Straßen.NRW 1300 Mitarbeiter allein durch altersbedingtes Ausscheiden. Die Konsequenz: Jedes Jahr müssen mehr als 100 Stellen neu besetzt werden. Der Landesbetrieb hat also ein großes Interesse daran, Nachwuchs für die Arbeit in den Planungs- und Bau- und Unterhaltungsabteilungen zu gewinnen
*       Der Frauenanteil im Bereich Führung liegt bei Straßen.NRW bei 20 Prozent.
*       Bewerbungen für den Girls’Day sind für die unterschiedlichen Regionen unter www.girls-day.de/Radar möglich.
*       Alle Infos zu Ausbildungsplätzen, Stellenangeboten und Karrieremöglichkeiten bei Straßen.NRW gibt es unter www.strassen.nrw.de/unternehmen/karriere.html sowie unter www.nrw-verbinden.de .

Marcus Weichert wechselt auf den Chefposten in Bergisch Gladbach

Vorübergehende Leitung beider Agenturen

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen, Marcus
Weichert, wird zum 1. April Chef der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach.
Er folgt Stefan Krause, der bereits im Februar die Leitung der Arbeitsagentur
Bonn übernommen hat. Für eine Übergangszeit wird Weichert die Agenturen
sowohl in Hagen als auch in Bergisch Gladbach leiten, bis die Nachfolge an
der Volme geklärt ist.

„Die Veränderungen in der Arbeitswelt, Fachkräftebedarfe, Langzeitarbeitslosigkeit –
das sind nur einige der aktuellen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt, die derzeit
im Fokus stehen. Und die in einer Flächenagentur wie Bergisch Gladbach mit
zwei Kreisen mit 21 Kommunen und einer kreisfreien Stadt, von ländlich geprägt bis
urban, noch einmal ganz andere Aspekte beinhalten als in der Agentur für Arbeit
Hagen mit der Stadt Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis mit neun Gemeinden“, so
Weichert. Er setzt hierbei auf eine intensive Kooperation mit Netzwerkpartnern wie
Arbeitgebern, Gewerkschaften sowie Kammern, Verbänden und Kommunen.
Gerade die Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern liegt Weichert am Herzen: „Mit
unserer Arbeit erhöhen wir für unsere Kundinnen und Kunden die Chancen auf einen
Arbeitsplatz.“

In seine Zeit in Hagen fielen unter anderem die Gründung des gemeinsamen Arbeitgeber-Services mit dem Jobcenter und jüngst die Eröffnung der Jugendberufsagentur. Die allgemeine Kundenzufriedenheit konnte gesteigert werden.

„Der Weggang aus Hagen fällt mir nicht leicht, aber ich bleibe meiner alten Agentur
als ´Doppelagent´ ja noch eine Zeitlang erhalten“, so Weichert weiter. „Auch freue
ich mich besonders auf den Business Talk am 19. April, zu dem wir viele Unternehmer
eingeladen haben, die ich auf jeden Fall persönlich begrüßen werde.“

NGG: „Wer Betriebsratswahlen behindert, macht sich strafbar!“

In Hagen läuft derzeit eins der größten „Best-Practice-Beispiele in Sachen Demokratie“ – die Betriebsratswahl. Tausende Beschäftigte bestimmen hier bis Ende Mai ihre Interessenvertreter für die nächsten vier Jahre. Doch immer wieder versuchen einzelne Unternehmen, die Wahlen zu unterlaufen, berichtet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und warnt: „Wer die Wahl von Betriebsräten behindert, der macht sich strafbar.“ Nach dem Betriebsverfassungsgesetz stehe darauf eine Geld- oder sogar Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr, so Isabell Mura von der NGG Südwestfalen.

Nach Informationen der Gewerkschafterin haben sich manche Arbeitgeber regelrecht auf die Schikane von Betriebsratskandidaten spezialisiert – „bis hin zu Geschäftsführungen, die ihre eigenen Getreuen auf die Liste setzen“. Dabei zählten die „Stimmen der Belegschaften“ zu den höchsten Gütern der betrieblichen Demokratie.

„Es gibt fast genauso viele Betriebsräte wie Kommunalpolitiker. Auch die Wahlbeteiligung von rund 80 Prozent zeigt, wie gefragt die betriebsinternen Demokraten sind“, macht Mura deutlich. Von der Aufteilung der Überstunden bis hin zur betrieblichen Weiterbildung – die Betriebsräte regelten die Belange der Beschäftigten und machten einen „enorm wichtigen Job“. Wer ihnen Steine in den Weg lege, dürfe nicht ungestraft davonkommen. Die NGG Südwestfalen schlägt außerdem vor, dass Arbeitgeber, die massiv gegen Betriebsräte vorgegangen und deshalb straffällig geworden sind, einen Eintrag im Gewerbezentralregister bekommen sollen.

Nach Einschätzung von Mura gibt es auch in Hagen Chefs, denen Betriebsräte – gerade in kleineren Betrieben – ein Dorn im Auge sind. „Doch für den Koch im 5-Mann-Lokal gilt genauso wie für die Technikerin in der Lebensmittelfabrik: Die Wahl von Vertretern, die sich um die Anliegen der Beschäftigten kümmern, ist ein Grundrecht.“ An Beschäftigte aus der Gastronomie und Hotellerie, der Ernährungsindustrie, dem Fleischer- und Bäckerhandwerk appelliert die NGG, ihr Wahlrecht wahrzunehmen. Am Ende habe davon sogar der Chef etwas: In Unternehmen, in denen ein Betriebsrat gegründet wurde, steigt die Produktivität um 23 Prozent. Das geht aus einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervor.

Jobcenter investiert 17 Millionen Euro in Bildung

Hagen. Bildungsmöglichkeiten gibt es für jeden: Die Integrationsfachkräfte helfen dabei, das richtige Angebot für Kundinnen und Kunden zu finden.

Rund 17 Millionen Euro: Soviel plant das Jobcenter Hagen in diesem Jahr in die Bildung und persönliche Entwicklung seiner Kundinnen und Kunden zu investieren. Allerdings rechnet das Jobcenter mit dieser Summe unter Vorbehalt, denn noch hat die neue Regierung die Haushalte der Jobcenter nicht endgültig genehmigt.

Die Bedürfnisse der etwa 28.000 Menschen, die in Hagen Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGBII) beziehen, und von denen etwa 18.000 erwerbsfähig sind, sind –auch was die Bildung betrifft –, sehr unterschiedlich. Und deshalb ist das Portfolio groß.

Es gibt Angebote zur Strukturierung des Tagesablaufs, Persönlichkeitcoachings genauso wie hochspezialisierte Weiterbildungen. Was das Richtige und Wichtige für sie ist, entscheiden die Kundinnen und Kunden gemeinsam mit ihrer Integrationsfachkraft. „Jede Person soll bei uns das am besten zur Lebenssituation passende Angebote erhalten“, verdeutlicht Andrea Gebhardt, Geschäftsführerin des Jobcenters. Natürlich sei es wünschenswert, dass jeder erwerbsfähige Leistungsberechtigte eine Ausbildung absolviere, „aber manchmal passt das einfach nicht zu den derzeitigen Lebensumständen.“ Junge Männer mit Familie hätten häufig als vorrangiges Ziel, eine Arbeit aufzunehmen, um aus dem Leistungsbezug herauszukommen. „Natürlich beraten wir sie dazu, dass eine Ausbildung auf Dauer die beste Lösung ist. Aber die Entscheidung liegt bei den Kunden selbst“, sagt Andrea Gebhardt.

Rund zwölf Millionen Euro stehen für integrationsorientierte Instrumente zur Verfügung. Darunter fallen zum Beispiel die klassischen Aus- und Weiterbildungen und alle Kosten, die damit einhergehen, wie Lehrbücher, Fahrkosten und natürlich auch die Lehrgangskosten. Circa 2,8 Millionen Euro stehen für beschäftigungsschaffende Maßnahme bereit. Dazu zählen auch die sogenannten Arbeitsgelegenheiten, im Volksmund „Ein-Euro-Jobs“ genannt. Sie richten sich an langzeitarbeitslose Bewerberinnen und Bewerber und dienen häufig als erster Schritt in Richtung Erwerbstätigkeit. Spezielle Maßnahmen für Jugendliche unter 25 Jahren sind mit gut 1,5 Millionen Euro angesetzt. Dazu zählen Angebote wie die Einstiegsqualifizierung oder ausbildungsbegleitende Hilfen. Für Menschen mit Behinderungen steht über eine halbe Million Euro bereit.

Wenn Ende April das neue Weiterbildungs-Informationszentrum des Jobcenters am Graf-vonGalen-Ring 18 eröffnet, können sich Kundinnen und Kunden dort zusätzlich umfangsreich informieren und beraten lassen. Bei „Job Future“ gibt es zum Beispiel Info-Material der Bildungsträger in Hagen und Umgebung nach Berufsgruppen und Qualifikationsstufen sortiert. So wird es ganz einfach, das passende Bildungsangebot zu finden.

Qualifikation von Arbeitslosen: Mit Weiterbildung gegen den Fachkräftemangel

 

Hagen. Der aktuelle Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege
NRW belegt: Je besser qualifiziert Arbeitslose sind, umso leichter finden
sie zurück auf den Arbeitsmarkt. Doch wer Hartz IV bezieht, profitiert
kaum von beruflichen Weiterbildungsangeboten. Dies zeigt sich auch in
Hagen.
In Hagen hatten im Dezember 2017 6.387 der insgesamt 9.496 Arbeitslosen
keine abgeschlossene Berufsausbildung. Während Fachkräfte in
der Regel schnell eine Stelle finden, ist die Situation für Geringqualifizierte
fast aussichtslos. So lag die Arbeitslosenquote von Ungelernten in
Hagen im Jahr 2017 mit 27,8 Prozent deutlich über der allgemeinen Arbeitslosenquote
von 10,3 Prozent. „Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt
können wir nur mit Aus- und Weiterbildungen erhöhen“, so Pfr. Martin
Wehn, Geschäftsführer der Diakonie Mark-Ruhr und Vorsitzender der
Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Hagen im Jahr 2018.
Auch wenn der Fachkräftemangel in NRW derzeit noch berufsspezifisch
und regional begrenzt sei, klagten Arbeitgeber über zunehmende Probleme,
Stellen zu besetzen.
Doch obwohl rund 75 Prozent der arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger keine
abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen können, sind geringqualifizierte
Arbeitslose im Hartz-IV-System von beruflichen Aus- und Weiterbildungen
weitgehend ausgeschlossen. Zwischen November 2016 und
Oktober 2017 entfielen nur 9,7 Prozent der Zuweisungen in Fördermaß-
nahmen auf Maßnahmen zur Berufswahl, Berufsbildung oder beruflichen
Weiterbildung. Im System der Arbeitslosenversicherung waren es im
gleichen Zeitraum hingegen 26,2 Prozent, obwohl Empfänger von Arbeitslosengeld
aus der Arbeitslosenversicherung in Hagen vergleichsweise
besser qualifiziert sind.
„Diese Zahlen spiegeln Verfehlungen in der Arbeitsmarktpolitik des letzten
Jahrzehnts wieder“, kritisiert Pfr. Martin Wehn. „An- und ungelernte
Arbeitslose müssen viel mehr Angebote zur beruflichen Weiterbildung
erhalten, die ihnen idealerweise konkrete Perspektiven auf einen Berufsabschluss
eröffnen.“ Dazu seien neue Konzepte nötig, die die Wünsche
und Talente von Menschen im verfestigten Hartz IV-Bezug berücksichtigten,
etwa handwerkliches Geschick und Kreativität. Gleichzeitig benötigten
sie aufgrund von problembelasteten Biografien, fehlenden Schulabschlüssen,
wenig Lernerfahrung oder schlechten Deutschkenntnissen
begleitende Unterstützung.
Die Freie Wohlfahrtspflege in Hagen fordert, mehr in die Qualifizierung
insbesondere von un- und angelernten Arbeitslosen zu investieren und
die Mittel dafür deutlich zu erhöhen. „Genau dort, wo die Not der Menschen
und die Potentiale zur Fachkräfteentwicklung besonders groß
sind, wird am wenigsten investiert. Das widerstrebt nicht nur jedem natürlichen
Gerechtigkeitsempfinden, sondern auch der Vernunft.“ Für viele
Arbeitslose, aber auch etliche prekär beschäftigte Menschen – darunter
viele Migrantinnen und Migranten sowie Geflüchtete – kann nach Ansicht
der Freien Wohlfahrtspflege in Hagen eine nachholende Berufsausbildung
oder abschlussbezogene Weiterbildung ein wichtiger Baustein zu
Integration und Teilhabe sein. Mehr anschlussfähige zwei- und dreijährige
Ausbildungsgänge, geförderte Umschulungen, Teilzeitausbildungen
sowie Vorbereitungskurse auf die Externenprüfung bieten sich hierzu als
Wege an.

Hintergrund:
Die Wohlfahrtsverbände in NRW veröffentlichen mehrmals jährlich den „Arbeitslosenreport NRW“. Darin enthalten sind aktuelle Zahlen und Analysen für Nordrhein-Westfalen; Basis sind Daten der offiziellen Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Jede Ausgabe widmet sich einem Schwerpunktthema. Hinzu kommen Kennzahlen zu Unterbeschäftigung, Langzeitarbeitslosigkeit und zur Zahl der Personen in Bedarfsgemeinschaften, um längerfristige Entwicklungen sichtbar zu machen.

Der Arbeitslosenreport NRW sowie übersichtliche Datenblätter mit regionalen Zahlen können im Internet unter http://www.arbeitslosenreport-nrw.de heruntergeladen werden. Der Arbeitslosenreport NRW ist ein Kooperationsprojekt der Freien Wohlfahrtspflege NRW mit dem Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz. Ziel der regelmäßigen Veröffentlichung ist es, den öffentlichen Fokus auf das Thema Arbeitslosigkeit als wesentliche Ursache von Armut und sozialer Ausgrenzung zu lenken, die offizielle Arbeitsmarktberichterstattung kritisch zu hinterfragen und dabei insbesondere die Situation in NordrheinWestfalen zu beleuchten. Alle Ausgaben des Arbeitslosenreports sowie weiterführende Informationen unter:

http://freiewohlfahrtspflege-nrw.de/initiativen/arbeitslosenreport-nrw/

Nachwuchswerbung geht neue Wege: Straßen.NRW sucht Möglichmacher

(straßen.nrw). Brücken bauen, Straßen planen oder auf den Strecken für Sicherheit sorgen – die Arbeit bei Straßen.NRW ist vielfältig, die Projekte herausfordernd. Darum sucht Straßen.NRW nicht einfach Techniker, Ingenieure oder Straßenwärter, sondern „Wegfreimacher“, „Möglichmacher“ und „Inbewegungbringer“. Im Auftrag von Bund und Land investiert Straßen.NRW mehr als Milliarde Euro jährlich in den Ausbau, die Erhaltung und die Vernetzung der Infrastruktur. Tendenz steigend. Um die zahlreichen Aufgaben von der Straßenplanung, dem Bau, der Sanierung, der Straßen-Unterhaltung bis zur Verkehrssteuerung auch zukünftig stemmen zu können, sucht der Landesbetrieb Nachwuchs – und geht dabei neue Wege.

Bei der Suche setzt Straßen.NRW nicht nur auf die klassische Stellenanzeige, sondern nutzt  auch die eigenen Fahrzeuge als Informationsplattform. Über 2000 Fahrzeuge werden in diesen Tagen mit einem entsprechenden Aufkleber versehen. Mit den Schlagworten „Straßen.NRW sucht Möglichmacher“, „Straßen.NRW sucht Inbwegungbringer“, „Straßen.NRW sucht Überbrücker“ und „Straßen.NRW sucht Wegfreimacher“ wird auf das Karriereportal „NRW verbinden“ (www.nrw-verbinden.de)  hingewiesen, das seit Mitte 2017 die Stellenangebote des Landesbetriebes bündelt.

Jeder Briefumschlag, den der Landesbetrieb an seine Geschäftspartner schickt, trägt in Zukunft den Hinweis „Straßen.NRW sucht . . .“. Zu relevanten Anlässen, wie dem VDI-Recruiting-Tag am 8. Mai in Düsseldorf, wird Straßen.NRW mit digitalen und analogen Plakaten an Bahnhöfen, mit so genannter In-App-Werbung oder über Google auf die interessanten Jobs bei Straßen.NRW aufmerksam machen. „Ob es um den Ausbau der A45 mit den zahlreichen Brücken oder die Planung von zukunftsfähiger Mobilitäts-Infrastruktur – zum Beispiel Radschnellwege – geht, unsere Auftragsbücher sind prall gefüllt und unser Aufgabenspektrum ist breit gefächert.“,  sagt Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin von Straßen.NRW, und wirbt für den Landesbetrieb als attraktiver Arbeitgeber.

Und das mit gutem Grund: Der demografische Wandel bildet sich auch bei Straßen.NRW ab. In den kommenden zehn Jahren werden allein 1300 von derzeit rund 5700 Beschäftigten Straßen.NRW altersbedingt verlassen. Um den steigenden Personalbedarf und die Austritte zu kompensieren, muss Straßen.NRW pro Jahr mehr als 100 neue Mitarbeiter gewinnen. Zusätzlich hat die Landesregierung beschlossen, 50 neue Planer-Stellen für Straßen.NRW zu schaffen.

Das Berufsspektrum ist weit gefasst: Gesucht werden Straßen- und Brückenbauer, Verkehrsingenieure, Umwelt- und Vermessungstechniker, Verwaltungsfachleute, IT-, Vergabe- oder Kommunikationsspezialisten. Doch auch in der Straßenwartung, im Winterdienst oder der Gehölzpflege ist Nachwuchs gefragt. Angesprochen sind dabei nicht nur Berufsanfänger, sondern auch Menschen, die sich neu orientieren wollen. Straßen.NRW arbeitet auf der Basis des „AKV“-Prinzips. AKV steht für Aufgabe, Kompetenz, Verantwortung. Das Delegationsprinzip sorgt dafür, dass sich jeder engagierte Mitarbeiter mit seinen Fähigkeiten und seinem Wissen in „seine“ Projekte einbringen kann. Straßen.NRW stellt dabei den Mitarbeiter in den Mittelpunkt, bietet sichere Tarifgehälter, Weiterbildung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch flexible Arbeitszeiten und ein gutes Arbeitssicherheits- und Gesundheitsmanagement.

Hintergrund:

– Straßen.NRW betreut in NRW rund 2.220 Kilometer Autobahnen, 4.450 Kilometer Bundesstraßen, rund 13.100 Kilometer Landesstraßen und ca. 13.000 Bauwerke (Brücken, Tunnel und Verkehrszeichenbrücken). Mit rund 5700 Beschäftigten gehört der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen zu den größten und umsatzstärksten Straßenbauverwaltungen in Deutschland.

– 2017 wurde die Kampagne „NRW verbinden“ gestartet. Mit einem eigenen Web-Portal werden Hochschul-Absolventen aber auch Auszubildende oder Bewerber für ein Duales Studium angesprochen. Hinweise auf das Portal werden nicht nur in den klassischen Medien platziert, sondern auch über Twitter, Facebook, Instagram und die Homepage von Straßen.NRW ausgespielt. Hinzu kommen eine regelmäßige Präsenz von Straßen.NRW auf Karriere- und Fach-Messen, Außenwerbung, Gratis-Postkarten und Flyer, die auf die Karriere-Möglichkeiten bei Straßen.NRW hinweisen.

– Absolventen finden Stellenangebote u.a. in den Bereichen Planung, Brücken- und Straßenbau, Betrieb- und Verkehr sowie Verwaltung und IT.

– Ein Duales Studium kann in den Bereichen Bauingenieurwesen, Vermessungswesen sowie Software- und Systemtechnik absolviert werden.

– 253 Auszubildende gibt es aktuell bei Straßen.NRW. Ausgebildet werden unter anderem Straßenwärter, Land- und Baumaschinen-Mechatroniker, Fachkräfte für Straßen- und Verkehrstechnik, Baustoffprüfer, Geomatiker oder Bürokaufleute.

– Die offenen Stellen bei Straßen.NRW sind unter www.nrw-verbinden.de aufgelistet.

Absicherung von Solo-Selbstständigen

Berlin: (hib/CHE) Die Fraktion Die Linke will die soziale Absicherung von Solo-Selbstständigen verbessern. In einem Antrag verlangt sie deshalb von der Bundesregierung, ein entsprechendes Maßnahmenpaket sowie einen Gesetzentwurf vorzulegen. Unter anderem verlangen die Linken ein Ende von Scheinwerkverträgen, indem die Beweislast, ob ein Vertrag rechtmäßig ist, dem Auftraggeber zugewiesen wird. Außerdem sollen alle bisher nicht abgesicherten Selbstständigen in die Versicherungspflicht der gesetzlichen Rente einbezogen werden, die Mindestbeitragsbemessung in der gesetzlichen Krankenversicherung gesenkt und die Arbeitslosenversicherung für alle Selbstständigen geöffnet werden.

Die Renten-Beiträge der Selbstständigen sollen sich dabei nach deren tatsächlichem Einkommen (Gewinn vor Steuern) richten. Zur Vermeidung von Altersarmut verlangen die Abgeordneten die Fortführung der Rente nach Mindestentgeltpunkten, also eine Erhöhung der Entgeltpunkte unter bestimmten Bedingungen, und die Einführung der Solidarischen Mindestrente.