Schlagwort-Archive: Geschichtsverein

„Gegen Krieg und Militarismus!“

Veranstaltung des Geschichtsverein und des Hagener Friedenszeichens am 12. November

Friedrichslust um 1900 Foto Hagener Heimatbund Pressefoto TV58.de 04.11.2018.jpg
Foto von der „Friedrichslust“ , wo 1914 eine große Friedenskundgebung stattgefunden hat.    Foto: Hagener Heimatbund

„Gegen Krieg und Militarismus!“ weiterlesen

Film und Diskussion zum 70. Jahrestag der Befreiung

Fritz: dritter von rechts
Fritz: dritter von rechts

Hagen – Anlässlich des siebzigsten Jahrestages der Befreiung vom Faschismus zeigen das Hagener Friedenszeichen und der Geschichtsverein am Montag, dem 11. Mai 2015, um 19.00 Uhr im Babylon den Film „Stationen eines ungewöhnlichen Lebens“. Er zeichnet den Lebens- und Leidensweg des Boeler Arbeiters Fritz Faeskorn (Jahrgang 1901) nach. Bereits im Ersten Weltkrieg, im Alter von 14 Jahren, musste er Schwerstarbeit in einem Hagener Rüstungsbetrieb verrichten. Fritz Faeskorn beteiligte sich am Streik gegen den Kapp-Putsch und wurde Mitglied der KPD. Weil er 1932 Flugblätter in einer Polizeikaserne verteilt hatte, wurde er im März 1933 von den Nazis zu einer Haftstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt. Nach seiner Entlassung musste er sich wöchentlich zweimal bei der Polizei melden und bekam einen SA-Mann als „politischen Vormund“. Fritz Faeskorn hielt dennoch Kontakt zu Gesinnungsfreunden und geriet erneut ins Visier der Nazis. Als politisch Vorbestrafter traf ihn der Terror der Nazi-Justiz besonders hart. Weil er 1,50 Mark für die Unterstützung für die Familien inhaftierter Genossen gespendet hatte, wurde er im September 1935 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu einer Haftstrafe von 15 Jahren verurteilt – „für jeweils einen Groschen ein Jahr Zuchthaus“, wie er selbst einmal bemerkte. Im Dezember 1943 wurde er aus der Haftanstalt Münster ins KZ-Mauthausen nach Österreich transportiert. „RU“ (Rückkehr unerwünscht) stand in den Begleitpapieren. Im Außenlager Ebensee war er Zwangsarbeiter. Unzählige Menschen starben. Er selbst überlebte und wurde am 6. Mai 1945 durch die US-Armee befreit.

Sein Sohn Werner, der bei der Verhaftung seines Vaters im Mai 1935 vier Jahre alt war und allein in der Wohnung zurück blieb, hat mit seiner Frau Ilse den Film gedreht. Mit seinem Vater ist er nach Mauthausen gefahren und hat ihn dort zu Wort kommen lassen. Es ist ein sehr persönlicher, bewegender Film, nicht professionell gemacht – aber gerade das macht seine Authentizität aus. Werner Faeskorn, heute 84 Jahre alt, wird selbst an der Filmvorführung teilnehmen und Fragen beantworten.