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Hagen zeigt Flagge

Seit Mittwoch weht am Hagener Rathaus die Flagge der internationalen Bewegung „Bürgermeister für den Frieden“. Hagen ist damit eine von 6706 Städten in aller Welt, die mit dieser Aktion zur atomaren Abrüstung aufrufen.

Foto Quelle: Ruth Sauerwein
Foto Quelle: Ruth Sauerwein

Oberbürgermeister Erik O. Schulz betonte beim Hissen der Fahne, dass es immer wieder wichtig sei, auf die Gefahren der atomaren Bedrohung hinzuweisen, auch wenn sich viele Menschen dieser Gefahr nicht mehr bewusst seien. Das sei in den achtziger Jahren anders gewesen. Er erinnerte sich an die Aktivitäten der Friedensbewegung vor Ort im Jahr 1984 rund um den Beschluss des Rates, Hagen zur atomwaffenfreien Zone zu erklären. „Natürlich werden wir dieses Problem nicht auf kommunaler Ebene lösen. Aber gemeinsam mit vielen anderen Städten ein Zeichen zu setzen, hat schon Bedeutung.“

Dr. Christian Kingreen vom Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN erinnerte an den Anlass des Flaggentags: Am 8. Juli 1977 urteilte der Internationale Gerichtshof, dass der Einsatz von Atomwaffen, ja, bereits die Androhung eines solchen Einsatzes gegen internationales Recht und gegen Vorschriften und Prinzipien des humanitären Völkerrechts verstößt. „Städte weltweit weigern sich, zu Zielscheiben von Atomwaffen zu werden. Sie appellieren regelmäßig an die Atomwaffenstaaten, das Atomwaffenarsenal bis 2020 endgültig abzubauen.“ In diesem Zusammenhang wies er auf die „Humanitäre Initiative“ von über 100 Staaten hin, die ebenfalls die Atomwaffenstaaten zur Abrüstung aufrufen. Das HAGENER FRIEDENSZEICHEN erwartet von der Bundesregierung sich dieser Initiative anzuschließen. Gerade 70 Jahre nach dem Atomwaffenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki seien Schritte zur atomaren Abrüstung überfällig.

Die Stadt Hagen zeigt Flagge für atomare Abrüstung

Hagen – Am 8. Juli um 15 Uhr wird vor dem Rathaus an der Volme die Flagge der weltweiten Bewegung „Bürgermeister für den Frieden“ (Mayors for peace) gehisst. Damit setzt die Stadt Hagen ein sichtbares Zeichen für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. Die weltweite Aktion findet in diesem Jahr zum vierten Mal statt; 2013 hatte sich Hagen auf Anregung des Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN erstmals daran beteiligt. Der Verein hat der Stadt auch die Fahne gestiftet. Oberbürgermeister Erik O. Schulz, qua Amt auch Mitglied der Initiative „Bürgermeister für den Frieden“, und Dr. Christian Kingreen, Vorsitzender des Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN, werden auf die Bedeutung der Flaggenaktion hinweisen. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung durch den Liedermacher Rüdiger Drallmeyer. Weltweit existieren immer noch über 16.300 Atomwaffen, viele von ihnen sind schnell einsetzbar. Auch in Deutschland, in Büchel, lagern nach wie vor Atomwaffen, deren Abwurf unter NATO-Befehl von deutschen Kampfjetpiloten geübt wird. Die Abwürfe von Atomwaffen auf Hiroshima und Nagasaki vor 70 Jahren haben allzu deutlich die katastrophalen Auswirkungen für Mensch und Umwelt gezeigt. Über 100 Staaten unterzeichneten in diesem Jahr eine „Humanitäre Initiative“. Darin fordern sie insbesondere von den fünf offiziellen Atomwaffenstaaten, völkerrechtliche Schritte für das Verbot dieser Waffen einzuleiten. Denn: Solange Nuklearwaffen existieren, besteht die Gefahr ihres vorsätzlichen oder versehentlichen Einsatzes. „Es wäre gut, wenn viele Hagenerinnen und Hagener sich an dieser Aktion beteiligen würden“, erklärte Dr. Christian Kingreen. „Kein Staat und keine internationale Organisation wären in der Lage, angemessene humanitäre Hilfe nach einem Einsatz von Atomwaffen zu leisten. Darum fordern wir von der Bundesregierung, sich der `Humanitären Initiative` anzuschließen.“ Die „Bürgermeister für den Frieden“ erinnern mit der Aktion vom 8. Juli an das Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs vom 8. Juli 1996 – zustande gekommen im Auftrag der Generalversammlung der Vereinten Nationen -, wonach der Einsatz von Atomwaffen, ja, bereits die Androhung eines solchen Einsatzes gegen internationales Recht und gegen Vorschriften und Prinzipien des humanitären Völkerrechts verstößt.

Stadt Hagen setzt ein Zeichen für atomare Abrüstung

(15:35 Uhr) Die Stadt Hagen setzt seit heute (8. Juli) am Rathaus an der Volme ein sichtbares Zeichen für atomare Abrüstung. Im Rahmen des Aktionstages „Flagge zeigen“ der internationalen Organisation „Bürgermeister für den Frieden“ wurde auch vor dem Hagener Rathaus in Beisein von Oberbürgermeister Jörg Dehm und Kindern der Klasse 2b der Emil Schumacher Grundschule die eigens für diesen Tag entworfene Flagge gehisst. Stadt Hagen setzt ein Zeichen für atomare Abrüstung weiterlesen

Bewegendes Fest im AllerWeltHaus

Foto: Ruth Sauerwein
Foto: Ruth Sauerwein

(10:35 Uhr) (Ruth Sauerwein) Hagen/Westf.HAGENER FRIEDENSZEICHEN verleiht den Fritz-und-Ingeborg-Küster-Friedenspreis an Netty Müller-Grosse – Viele Freunde und Weggefährten waren am Freitag, 14. Juni, ins AllerWeltHaus gekommen, um dabei zu sein, als Netty Müller-Grosse den Fritz-und-Ingeborg-Küster-Friedenspreis der südwestfälischen Friedensgruppen erhielt. Zu den Gratulanten gehörte auch der Bundestagsabgeordnete René Röspel, wie die Preisträgerin Mitglied des HAGENER FRIEDENSZEICHEN. Bewegendes Fest im AllerWeltHaus weiterlesen

Netty Müller-Grosse für großes Engagement geehrt

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Netty Müller-Grosse im Gespräch mit dem heimischen Bundestagsabgeordneten René Röspel (SPD)

(21:02 Uhr) (Dietmar Laatsch) Hagen/Westf. – Im AllerWeltHaus wurde heute eine beeindruckende Frau für ihr friedenstiftendes Lebenswerk geehrt. Dr. Christian Kingreen überreichte Netty Müller-Grosse den „Fritz-und-Ingeborg-Küster-Friedenspreis“. Erst zum zweiten Mal wurde dieser Preis von der Organisation der Südwestfälischen Aktion Friedenszeichen vergeben. Warum Netty Müller-Grosse mit dieser Auszeichnung geehrt wurde, in der Veranstaltung im AllerWeltHaus wurde das sehr deutlich. Als 20-Jährige kam Netty Müller-Grosse aus den Niederlanden, um sich für die deutschen Flüchtlinge einzusetzen, die aus den Ostgebieten vertrieben worden waren. Sie kam mit finanzieller, materieller und moralischer Hilfe, die sie in den Niederlanden organisiert hatte. In Friedland und an anderen Orten kümmerte sie sich um Zukunftsfragen, wie Arbeit und Wohnung für die Betroffenen. In einem schwierigen Umfeld behauptete sie sich dabei. Flüchtlingsarbeit, Arbeit mit Strafgefangenen, Friedensaktionen, das bewegte sie, die selbst als 7-jähriges Kind aus Indonesien mit ihrer Familie nach Holland einreiste. Sie erfuhr dabei selbst, wie es ist, Ausländer zu sein. Ihre Mutter war ihr ganz sicher ein großes Vorbild. Karitatives Engagement war daheim ganz selbstverständlich. Während der Besatzung half die Familie vielen Flüchtlingen außer Landes zu kommen. Als die Besatzer dann kapitulierten versorgte die Mutter von Netty Müller-Grosse die abziehenden deutschen Soldaten mit Lebensmitteln.

Diese Prägung ist es sicher, dass es für die Preisträgerin keinen anderen denkbaren Lebensentwurf gab, als sich für ihre Mitmenschen in schwierigen Situationen einzusetzen. Netty Müller-Grosse für großes Engagement geehrt weiterlesen