Wie hoch ist die Entlastung durch die Preisbremse?

Mit dem interaktiven Abschlags-Rechner der Verbraucherzentrale

NRW lässt sich die Höhe der Abschläge inklusive der Preisbrem-
sen ermitteln.

Millionen Menschen sorgen sich derzeit, ob sie die Stromkosten noch bezah-
len können. Denn viele Anbieter, darunter auch hunderte Grundversorger,

erhöhen die Preise pro Kilowattstunde deutlich, teils um 50 oder gar um 100
Prozent. „Wer zum Jahreswechsel eine Preiserhöhung bekommen hat und
nun höhere Abschläge bezahlen muss, sollte wissen, dass die Abschläge ab
März in vielen Fällen wieder niedriger werden“, erläutert Janine Pühl, Leiterin
der Verbraucherzentrale NRW in Hagen. „Denn wer aktuell mehr als 40 Cent
pro Kilowattstunde für Strom zahlen muss, profitiert von der Preisbremse.
Für Januar und Februar werden nun zunächst hohe Abschläge fällig, da die

Preisbremsen erst ab März die Abschläge reduzieren. Die Preisbremsen gel-
ten allerdings rückwirkend auch für Januar und Februar. Die Entlastung für

die ersten beiden Monate bekommen Haushalte dann beispielsweise im

März gutgeschrieben“, sagt Pühl. Energieanbieter müssen Verbraucher:in-
nen bis spätestens Ende Februar die neuen Abschläge und die Entlastung

durch die Preisbremse mitteilen. Mit dem interaktiven Energiekosten-Rech-
ner der Verbraucherzentrale NRW lassen sich schon jetzt die neuen Ab-
schläge inklusive der Preisbremsen und der monatlichen Entlastung berech-
nen. Er gilt auch für Gas und Fernwärme. Welche Werte für den Rechner

nötig sind und was passiert, wenn man nicht zahlen kann:
 Den aktuellen Bruttoarbeitspreis für Strom ermitteln:
Der Brutto-Preis je Kilowattstunde (kWh) ist maßgeblich für die Höhe
der Abschläge. Er schließt Steuern, Umlagen und Abgaben ein. Fehlt
diese Angabe, kann man sich direkt beim eigenen Energieversorger
nach dem aktuellen Brutto-Preis erkundigen.
 Grundpreis ermitteln:
Fast alle Stromtarife haben einen Grundpreis. Die aktuelle Höhe finden

Verbraucher:innen auf ihrem letzten wirksamen Preiserhöhungsschrei-
ben oder der Rechnung, oder sie fragen ihren Energieanbieter.

 Jahresverbrauchsprognose:
Der zugrunde gelegte Verbrauch ist entscheidend für die Entlastung

über die Strompreisbremse und für die Abschlagshöhe, denn die Preis-
bremse gilt nur für 80 Prozent des Verbrauchs. Bei Haushalten mit ei-
nem sogenannten Ferraris-Stromzähler oder einem digitalen Stromzäh-
ler entspricht die aktuelle Verbrauchsprognose in der Regel dem Vor-

jahresverbrauch. Bei Haushalten dagegen, die ein intelligentes Mess-
System haben, ist laut Gesetz der Verbrauch des Jahres 2021 zu

Grunde zu legen.
 Was tun, wenn die hohen Abschläge im Januar und Februar nicht
bezahlt werden können oder eine Stromsperre droht?

Betroffene sollten mit dem Energieversorger sprechen, ob eine Redu-
zierung des Abschlags für Januar und Februar möglich ist. Zudem kön-
nen oftmals Ratenzahlungen eine gute Lösungen sein, um Stromsper-
ren zu verhindern. Für kurzfristige Engpässe können sich eventuell

auch Stundungen anbieten. Eine Stromsperre muss vier Wochen vor-
her, der Vollzug der Sperre acht Werktage vorher in Briefform ankün-
digt werden. Vor einer Stromsperre sind Versorger zudem verpflichtet,

eine Ratenzahlung anzubieten. Eine Abschaltung darf auch erst erfol-
gen, wenn der Zahlungsrückstand mindestens 100 Euro beträgt und

mindestens zwei Abschlagszahlungen nicht gezahlt wurden. Wer Zah-
lungsprobleme hat, kann beim Sozialamt oder beim Jobcenter einen

Antrag auf Übernahme der Energieschulden stellen. Wer feststellt,
dass der Abschlag des Versorgers zu hoch ist, kann und sollte mit dem
Versorger Kontakt aufnehmen, um den Abschlag zu senken.

Weitere Informationen und Links:
Der Energiepreis-Rechner und weitere Informationen finden sich hier:
http://www.verbraucherzentrale.nrw/node/75669
Den passenden Stromtarif finden:
http://www.verbraucherzentrale.nrw/node/6436

Alle Beratungsangebote in der Energiekrise unter: http://www.verbraucher-
zentrale.nrw/node/790612 l 2

Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.

Für weitere Informationen
Verbraucherzentrale NRW in Hagen
Tel. (02331) 69733-01
hagen@verbraucherzentrale.nrw