SeePark Hengstey: Wettbewerb für die endgültige Planung im kommenden Jahr

Luftbild IGA 2027

Der SeePark Hengstey, der ein ganzheitliches Angebot für den regionalen und überregionalen Tourismus sowie die Freizeit und Naherholung am Hengsteysee schaffen soll, tritt in eine entscheidende Phase. Im kommenden Jahr wird in einem freiraumplanerischen Wettbewerbsverfahren die endgültige Planung erarbeitet. Der Gewinnerentwurf soll bis zur Internationalen Gartenausstellung 2027 (IGA 2027) eine Umsetzung finden. Aber auch für die Zeit nach der IGA 2027 soll die gekürte Planung des Gewinners einen stimmigen Entwurf bieten, der weitere Möglichkeiten zum Ausbau des SeeParks liefert.

Das anspruchsvolle Wettbewerbsverfahren wird mit circa 15 teilnehmenden Planungsbüros in einem geregelten Verfahren durchgeführt. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt in der Vielfalt der planerischen Lösungen. Auf diese Weise kann das langfristig wirtschaftlichste und planerisch attraktivste Ergebnis prämiert und letztendlich realisiert werden. Die ersten drei Gewinner erhalten ein Preisgeld für ihre Arbeiten. Die Preisgelder und weitere Kosten für das Wettbewerbsverfahren belaufen sich auf insgesamt 120.000 Euro. Derzeitig geht die Stadt Hagen von einer Bausumme des SeeParks von 6,2 Millionen Euro aus.

Der Ablauf des Wettbewerbes
Nachdem die teilnehmenden Planungsbüros feststehen, erhalten diese zu Beginn eine konkrete Aufgabenstellung für das Plangebiet am Hengsteysee. Nach einer gewissen Bearbeitungszeit werden die Planungen anonym eingereicht. Eine eigens hierfür zusammengestellte Jury aus sechs Fachpreisrichtern und fünf Sachpreisrichtern wählt am Ende den Gewinnerentwurf. Als Fachpreisrichter werden ausschließlich qualifizierte Landschaftsarchitekten gewählt, die mit derartigen Großprojekten vertraut sind. Als Sachpreisrichter sind die Hagener Politik und Verwaltung vorgesehen. Ebenfalls werden der Jury beratende Mitglieder zur Seite gestellt sowie Vorprüfende. Die genaue Zusammenstellung wird noch vorgestellt.
Einer der Preisträger, in der Regel der Gewinnerentwurf, wird unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Preisgerichts und den Hinweisen der Vorprüfung mit den weiteren Planungsleistungen beauftragt. Alle Arbeiten des Wettbewerbes werden am Ende des Verfahrens öffentlich im Rathaus ausgestellt. Das Verfahren ist voraussichtlich gegen Ende 2023 abgeschlossen. Damit stehen dann auch die Inhalte des zukünftigen SeeParks fest und die Umsetzung kann in die nächste Phase gehen.

SeePark Hengstey: was ist bisher alles passiert?
Mit dem Ratsbeschluss zur Teilnahme der Stadt Hagen an der Internationalen Gartenausstellung (IGA 2027) wurde die Umsetzung des Bürgerparks Hengsteysee „SeePark Hengstey“ im Rahmen der IGA 2027 im März 2020 beschlossen.
.       Teilnahme an der IGA 2027
Im Rahmen der Ausstellungsebene der IGA werden zahlreiche Park- und Grünflächen „Unsere Gärten“ im Ruhrgebiet aufgewertet und über Themenrouten verbunden. Zu dieser Ebene gehört neben dem Hohenhof der SeePark Hengstey als eines der Hauptprojekte für Hagen. Der SeePark soll aber nicht nur als Parkanlage einer Gartenausstellung gebaut werden. Vielmehr ist das langfristige Ziel, mit dem SeePark eine einzigartige Attraktion für alle Altersgruppen in Hagen und für die Region zu schaffen. Zukunftsorientiert und nachhaltig soll mit dem SeePark mehr als nur ein Park im klassischen Sinne entstehen.

.       Kooperation Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal
Nach dem Beschluss zur Teilnahme an der IGA ist die Stadt Hagen Teil der Interkommunalen Kooperation „Flusslandschaft mittleres Ruhrtal“ geworden. Die grundsätzliche Zielsetzung der Kooperation der fünf Ruhrstädte (Hattingen, Witten, Wetter, Herdecke und Hagen) ist die Weiterentwicklung des mittleren Ruhrtals als „erfolgreiche Freizeit-, Kultur und Tourismuslandschaft“. Hierbei sollen die
Entwicklungspotentiale für städtebauliche und freiraumplanerische Maßnahmen mit Verbundcharakter hervorgehoben und unter dem Fokus der spezifischen, regionalen Begabungen
weiterentwickelt werden. Im Rahmen der Zusammenarbeit der fünf Kommunen erfolgte die Erstellung einer Entwicklungsstudie, um die Ziele und Projekte im Mittleren Ruhrtal zu präsentieren.

.       Tourismuskonzept Mittleres Ruhrtal
Zur Verdeutlichung der touristischen Ambitionen und als Grundlage für weitere Fördervoraussetzungen im Ruhrtal wurde im Zuge der Kooperation ein interkommunales Tourismuskonzept erstellt. Dieses stellt Ziele, Strategien und ein Handlungskonzept für die gemeinsame touristische Entwicklung der Region dar.

.       Machbarkeitsstudie für den Ausbau des Ruhrtalradweges im Ruhrtal
Für die regionale touristische Verknüpfung im Mittleren Ruhrtal wurde im Zuge der Kooperation eine Machbarkeitsstudie für den Ausbau des Ruhrtalradweges im Ruhrtal erarbeitet, welche Potentiale und Hindernisse bei der Trasse aufzeigt.

.       Interkommunale Zusammenarbeit/Projektmanagement
Seit diesem Sommer wird das Kooperationsprojekt von einem externen Planungsbüro unterstützt. Dies beinhaltet unter anderem die Koordination, Beratung, Unterstützung, Antragstellung und Öffentlichkeitsarbeit, um die Projekte der IGA zeitnah umzusetzen.

.       Pilotraum im „Regionalen Freizeitmobilitätskonzept Metropole Ruhr 2022“
Die Entwicklung am Hengsteysee wird ebenfalls von Seiten des RVR und der Ruhr Tourismus GmbH unterstützt. So ist im Zuge der Erstellung des „Regionalen Freizeitmobilitätskonzept Metropole Ruhr 2022“ gemeinsam mit dem RVR der Destinationsraum Harkort- und Hengsteysee zu einem Pilotraum gewählt worden. Diesen gilt es zukünftig mit einem besonderen Fokus freizeittouristisch zu entwickeln. Die Realisierung dieser Ziele, zusammen mit dem RVR als Partner, stehen nun in der nächsten Phase an. Durch ausgewählte Maßnahmenfelder sollen konkrete Ideen eine Umsetzung finden die zur Mobilitätswende im Bereich Freizeitmobilität beitragen. Einen ersten Anknüpfungspunkt bildet hierfür die in diesem Jahr errichtete Volmebrücke, die zukünftig den neu ausgebauten Haltepunkt des Vorhaller Bahnhofs mit dem SeePark verbinden soll.

.       Mobilitätskonzept SeePark Hengstey
Einen weiteren Beitrag zur Mobilitätswende liefert ein in diesem Jahr erstelltes Mobilitätskonzept, welches auf der Rahmenplanung des SeeParks aufbaut. Hier wurden konkrete Umsetzungsvorschläge ausgearbeitet, um die Ortslage Hengstey vor einem Verkehrskollaps zu schützen und die zukünftigen Besucherströme im SeePark abzuwickeln. Es wurden in diesem Rahmen erste Prognosen über Besucherzahlen ermittelt, die als Berechnungsgrundlage für die Dimensionierung der zukünftigen Infrastruktureinrichtungen genutzt werden können. Ein wesentlicher Fokus des Konzepts liegt auf der Inneren und Äußeren Erschließung des Plangebiets und dient als wichtige Grundlage für die Planung im Realisierungswettbewerb im kommenden Jahr.

Entwurfsplanung Ausbau Ruhrtalradweg für die ersten drei Bauabschnitte im Bereich SeeBad

Ruhrtalradweg (Qualität steigern)
Den ersten Bauabschnitt bildet der Bereich Freizeitbad Hengstey, der bereits in der Umsetzung ist. Hierbei handelt es sich in erster Linie um die Aufwertung und den Ausbau des Strandhauses des Freibades und die Aufwertung der Bereiche um den Ruhrtalradweg mit Seeufer.
Für die ersten drei Bauabschnitte des Ruhrtalradwegs im Umfeld des Freizeitbades liegt bereits eine Entwurfsplanung vor. Diese beinhaltet den Bereich des Ruhrtalradwegs vom Laufwasserkraftwerk bis zum DLRG. Im Wesentlichen geht es darum, den Fuß- und Radweg durchgehend zu trennen und mit entsprechenden Wegbreiten zu versehen, um ein ungestörtes spazieren am Ufer und zeitgleich gefahrloses Radfahren zu ermöglichen. Für die Beantragung von möglichen Fördermittelen wurde hierfür bereits eine Projektskizze bei der Bezirksregierung Arnsberg im Juni 2022 eingereicht. Bei einem positiven Bescheid steht einer Förderantragstellung nichts entgegen. Die Bausumme für den Ausbau der rund 900 Meter langen Strecke liegt bei rund 1,5 Millionen Euro.

Entwurf Grünanlage mit Aussichtsplattform und Rastplatz Bereich Beach-Club am SeeBad

Ebenfalls sollen in diesem Zuge auch Rastpunkte mit Aussichtspunkten auf der Strecke entstehen, um das „Wasser-Raumerlebnis“ entlang der Strecke zu verbessern und den Ruhrtalradweg aufzuwerten. Ein zentraler Verweilort und Rastpunkt mit zahlreichen Radabstellmöglichkeiten und Ladestationen soll vor dem SeeBad und dem neuen Beach Club entstehen.

Visualisierung Bereich Wassersport KanuClub

Den dritten Bauabschnitt bildet der Bereich „Wassersport“, der durch den hier ansässigen Kanu-Club-Hagen 1953 e.V. und die Ortsgruppe DLRG Hagen geprägt ist. Im Zuge der Verbreiterung und Trennung der Wegetrassen werden hier unterschiedliche planerische Eingriffe nötig.
Unter anderem ist auf dem Gelände des DLRG geplant, ein neues Gebäude zu errichten und das Grundstück neu zu ordnen. Einen wesentlichen Bestandteil in der Planung des Abschnittes bildet der Bau einer neuen Slipanlage für Boote. Mit dieser soll es zukünftig möglich sein, neben dem DLRG als Hauptnutzer, auch anderweitigen Wassersportlern den Zugang zum Hengsteysee zu ermöglichen.

Entwurfsplanung Bereich DLRG
Visualisierung „Zukunftsvision DLRG

SeePark Hengstey
Das Herzstück der Entwicklung am Hengsteysee bildet der eigentliche „SeePark“ als Landschaftsraum für Freizeit Naherholung und Natur mit unterschiedlichen Aktionsräumen.
Seit dem Kauf der Fläche am Hengsteysee durch den RVR und der anschließenden Überlassung der Fläche an die Stadt Hagen wurden mit der Endwidmung des Areals 2020 die letzten Voraussetzungen geschaffen, den SeePark-Hengstey Wirklichkeit werden zu lassen.
Vor dem Hintergrund der Teilnahme an der IGA 2027 bildete dies den Startpunkt einer ambitionierten Planung durch die Verwaltung. So wurde im Vorjahr eine Rahmenplanung erarbeitet, die als Grundlage für die nächsten Schritte, wie dem freiraumplanerischen Wettbewerb, dienen soll. Vorgestellt wurden die Inhalte bereits in einer online Infoveranstaltung im Juli 2021. Zudem sind alle Inhalte auf der projekteigenen Internetseite der Stadt Hagen unter www.hagen.de/seepark abrufbar.
Die 2021 erarbeitete Rahmenplanung baut auf den zahlreichen vorhergegangenen Konzeptideen und Entwürfen für die Fläche am Südufer des Hengsteysees aus der Vergangenheit auf und bezieht alle heutigen Rahmenbedingungen mit ein.
Einschränkung bilden beispielsweise die vorhandenen Altlasten auf dem Areal, die sehr umfänglich sind. Ein spezielles Sanierungskonzept ist hierfür erstellt worden, das auch als Kostenindikator den finanziellen Rahmen einer nötigen Altlastensanierung abgeschätzt hat.
Ebenfalls wurden Gegebenheiten, wie die neue Trassenführung der 380 kV Hochspannungsleitungen von Amprion berücksichtigt sowie der bevorstehende Rückbau der alten Trasse im See.
Dies gilt ebenfalls für die ökologischen Belange am SeePark. Oberstes Ziel ist es, schützenswerte Vegetation zu belassen und zu fördern und nur da wo nötig, Eingriffe zu tätigen. Flächen für die zukünftigen Aktionsfenster befinden sich daher überwiegend auf den stark belasteten Bereichen, die eine Altlastensanierung bedürfen. Durch dieses Flächenrecycling sollen die Nutzung von ursprünglichen nicht belasteten Böden auf ein Minimum reduziert werden.
Ziel ist es zudem, die derzeitige Brachfläche zu einem Park- und Erlebnisraum umzuwandeln, der unterschiedlichste Nutzungen miteinander verknüpft. Die Schaffung einer zukunftsorientierten Parkanlage für Sport- und Freizeitaktivitäten ist ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtprojektes und soll in entsprechenden Maßnahmenpaketen bis zur IGA 2027 umgesetzt werden. Hierzu zählen in erster Linie Freianlagen, die zur Steigerung der Aufenthaltsqualität im SeePark beitragen und die unterschiedlichen Nutzergruppen ansprechen, wie zum Beispiel Spielplätze oder moderne Sportflächen, Gastronomie, sowie Erlebnisflächen, welche die Themen Klimaschutz, Natur- und Umweltbildung sowie Industriekultur bedienen.
Darüber hinaus soll ein Großteil (rund 70 Prozent) der 20 Hektar großen Industriebrache eine Rückführung der Natur erfahren und zu einem ökologisch wertvollen Landschaftsraum entwickelt werden.
Zur Realisierung der bestmöglichen Planung für die Fläche erfolgt nun im nächsten Schritt die Durchführung eines freiraumplanerischen Wettbewerbs. Für dieses anspruchsvolle Wettbewerbsverfahren, welches regelkonform durchgeführt werden muss, wurde ein erfahrenes externes Planungsbüro beauftragt, welches das Wettbewerbsverfahren zusammen mit der Verwaltung ausarbeitet und begleitet. Die derzeitige Zeitplanung für das Wettbewerbsverfahren sieht eine finale Preisgerichtssitzung für Ende August 2023 vor. Anschließend könnte im September 2023 die öffentliche Ausstellung der Ergebnisse erfolgen.

Rahmenplanung SeePark Hengstey