Geburtstag: Erinnerung an Fritz Steinhoff

Anlässlich des 125. Geburtstages
von Fritz Steinhoff, am Mittwoch, 23. November, erinnert die
Stadt Hagen an das Wirken des ehemaligen
Oberbürgermeisters der Stadt Hagen und späteren
Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen.
Steinhoff stand von 1946 bis 1956 und noch einmal von
1963 bis 1964 an der Hagener Verwaltungsspitze.

Geboren am 23. November 1897 in Wickede, ein heutiger
Stadtteil von Dortmund, arbeitete Steinhoff zunächst als
Landwirtschaftsarbeiter und Bergmann, bevor er 1917 als
Marinesoldat im Ersten Weltkrieg seinen Dienst leistete.
1918 trat er der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands
(SPD) bei. Es folgten verschiedene Stationen,
beispielsweise ein Studium an der Deutschen Hochschule
für Politik in Berlin und ein Volontariat bei der „Westfälischen
Allgemeinen Zeitung“, bis Steinhoff 1929
sozialdemokratischer Parteisekretär und unbesoldeter
Stadtrat in Hagen wurde. Während der
nationalsozialistischen Diktatur war er zweimal inhaftiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Steinhoff Anfang des
Jahres 1946 zum Oberbürgermeister der Stadt Hagen
gewählt. Trotz der im Herbst 1946 stattfindenden
Kommunalwahlen, bei denen die Hagener Christlich
Demokratische Union (CDU) die stärkste Kraft wurde, blieb
Steinhoff Oberbürgermeister in Hagen. Die CDU verzichtete
darauf, selbst einen Kandidaten zu stellen. Zusätzlich zu
seinem Amt als Hagener Oberbürgermeister war Steinhoff

Mitglied im Provinzialrat Westfalen und von 1946 bis 1961
Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen. 1949 wurde er
zum Minister für Wiederaufbau in Nordrhein-Westfalen
ernannt und blieb bis zur Landtagswahl 1950 im Amt. Das
Amt als SPD-Fraktionsvorsitzender im NRW-Landtag hatte
Steinhoff von 1954 bis 1956 inne. Nach einem konstruktiven
Misstrauensvotum gegen den CDU-Ministerpräsidenten
Karl Arnold wurde Steinhoff 1956 zum Ministerpräsidenten
gewählt, doch nach der Landtagswahl 1958 musste er das
Amt wieder abtreten. Drei Jahre später kandidierte er für den
Deutschen Bundestag und entschied das Direktmandat in
seinem Wahlkreis für sich. 1963 kandidierte der
Bundestagsabgeordnete erneut als Oberbürgermeister in
Hagen und behielt das Amt bis 1964. Die Ehrenbürgerwürde
der Stadt Hagen wurde ihm 1967 verliehen. Am 22. Oktober
1969 verstarb Fritz Steinhoff im Alter von 71 Jahren in
Hagen. 20 Jahre nach seinem Tod wurde Steinhoff ein
Denkmal vor dem Rathaus errichtet.