Neuartiges Format zur Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf kommt gut an

Der Berufsinfotag für Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf fand statt mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds.
 

Hagen, Sehr gut angenommen wurde der erste Berufsinfotag für Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf am gestrigen Donnerstag. Knapp 200 Schülerinnen und Schüler nahmen daran teil – den Elternabend besuchten ca. 50 Personen. Organisiert wurde die Veranstaltung von einem Team bestehend aus der agentur mark GmbH, der SIHK zu Hagen, den Schulämtern Hagen und Ennepe-Ruhr-Kreis sowie einem Arbeitskreis der Förderschulen.

Angebote zur Berufsorientierung gibt es viele, Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf können davon bisher aber nur wenig profitieren, insbesondere, weil sie im Vergleich mit anderen Jugendlichen einen deutlich erhöhten Bedarf an intensiver Unterstützung im Berufsorientierungsprozess haben. Diesem Umstand trug der erste Berufsinfotag Rechnung und präsentierte passgenaue Angebote.

Anwesend waren 20 Ausstellende, dabei u.a. Werkstätten für Menschen mit Behinderung und Inklusionsfirmen, aber auch die Bundesagentur für Arbeit, der Integrationsfachdienst, Bildungsträger, die SIHK zu Hagen und die Handwerkskammer Dortmund.

Mit dabei waren auch Menschen wie Annika Schmidt und Marc-Christian Wirth, die trotz ihrer Behinderung ihren Beruf gefunden haben und anderen Betroffenen Mut machen wollten. Annika Schmidt, die in einem Kindergarten in Bergkamen arbeitet, sei es sehr wichtig gewesen, den Infotagbesuchern von ihrem Werdegang zu erzählen, so ihre Chefin. Und Marc-Christian Wirth, der am Empfang der AWO Asbeck arbeitet, betonte: „Um im Leben zufrieden zu sein, sollte man das machen, was einem Spaß macht und was man gut kann. Ich bin glücklich, dass es Einrichtungen wie die Werkstatt für behinderte Menschen gibt.“

Eingeladen waren Schüler*innen mit besonderem Unterstützungsbedarf aus den Förderschulen und den Schulen des gemeinsamen Lernens in Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis sowie deren Eltern.

René Hülshorst, Inklusionsfachberater beim Schulamt und mit im Organisationsteam der Veranstaltung, betont: „Uns war wichtig, dass diese Jugendlichen Wertschätzung erfahren und sehen, dass ihre berufliche Orientierung wichtig und bedeutend ist. Und zwar in einem Rahmen, der über die eigene Schule hinausgeht. In Zeiten von Inklusion ist das einfach wichtig.“

Mit ca. 50 Teilnehmenden war auch der Elternabend sehr gut besucht. Die Eltern hatten die Gelegenheit, die Stände der Anbieter aufzusuchen und ins Gespräch zu kommen. Ihre Fragen nach Unterstützungsangeboten für ihre Kinder sowie nach den richtigen Ansprechpartnern machten deutlich, dass der Berufsinfotag ein sehr gutes Angebot für die Jugendlichen und ihre Eltern war. 

Der Arbeitskreis der Studien- und Berufsorientierungslehrkräfte hatte sich im Vorfeld lange und intensiv für diese Veranstaltung eingesetzt. Gemeinsam mit der SIHK, der agentur mark und den Schulämtern ist es gelungen, diesen ersten Berufsinfotag in Leben zu rufen.

Nina Gilfert von der agentur mark, die die Veranstaltung federführend organisiert hat, erläutert: „Mit diesem Angebot schließen wir eine Lücke. Auch in anderen Regionen gibt es nichts direkt Vergleichbares, auch das wurde heute deutlich. Unter unseren Besuchern waren daher auch Personen aus angrenzenden Kommunen und Kreisen. Den Berufsinfotag wird es ab jetzt regelmäßig geben.“