Werner Hahn †


Werner Hahn, der Leiter des Jungen Apollo (JAp) ist tot. Völlig überraschend brach er am Donnerstag (2.9.) bei der Arbeit mit Jugendlichen an einer Hagener Schule zusammen. Der Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen.

Alle Fotos: Apollo Theater


Sein plötzliches Ableben löste nicht nur im Apollo-Theater größte Bestürzung aus. Das Theater verliert einen Mitarbeiter und Kollegen, der die Apollo-Arbeit in den vergangenen vier Jahren geprägt hat. Werner Hahn war Regisseur, Autor, Darsteller, Sänger und auch hervorragender Fotograf. Die Purcell-Oper „Dido & Aeneas“ 2010 in Kooperation mit dem Fachbereich Musik der Universität war seine erste Produktion in Siegen. Damals war er noch am Hagener Theater beschäftigt und nur projektweise in der Krönchenstadt. Ein weiterer Höhepunkt seines Schaffens am Apollo war die Rap-Revue „Fahr deinen Film“ 2015 gemeinsam mit Mohammed El-Chartouni und seiner Band Fläshmob.
2017 kam Werner Hahn ganz ans Apollo, um dort die Jugendtheater-Sparte JAp aufzubauen. Partizipationsprojekte mit Jugendlichen waren seine große Leidenschaft. Unzählige Schülerinnen und Schüler an unterschiedlichsten Schulformen brachte er dazu, aus sich herauszugehen, über sich hinauszuwachsen und sich auf der großen Bühne zu präsentieren. Im „Dschungelbuch“ 2019 war Hahn als „Balou, der Bär“ auch als Darsteller aktiv – eine Rolle, die ihm wie auf den Leib geschrieben war: Er brachte Mogli bei, was er zum Überleben im Dschungel brauchte, doch nicht mit der Strenge eines Lehrers, sondern mit Spiel, Gesang und Spaß.
Mit seinem Salzburger Charme führte Hahn auch die „Apollo begrüßt“-Reihe zu gutem Erfolg. Als Musikwissenschaftler, Historiker und Schauspieler verfügte er sowohl über fundiertes Wissen als auch über die Möglichkeit, ihm eine unterhaltsame Form zu geben.
Unvergessen ist das „Weiße Rössl“, 2019 mit durchschlagendem Erfolg als weitere Koproduktion mit der Universität von Werner Hahn auf die Apollo-Bühne gebracht. Mit seinem Stück „Ich atme gerne Sauerstoff“ griff Hahn das Anliegen der Fridays for Future-Bewegung auf und bot ihm eine große Bühne. Im Apollo Freilicht-Festival in diesem Sommer war sein Stück „Siegen heißt gewinnen“ zu sehen: eine Revue, unter schwierigsten Corona-Bedingungen von ihm mit vielen Beteiligten eingeübt, die ein Stück Siegener Sportgeschichte zurück in die öffentliche Wahrnehmung gebracht hat.
Ab Dezember werden die „Bremer Stadtmusikanten“ als Weihnachtsmärchen auf der Apollo-Bühne zu sehen sein. In ihm wird die Arbeit Werner Hahns noch weiterleben: Er hat dieses Musical geschrieben, sein Sohn Pascal hat die Musik dazu komponiert, und im September 2020 haben sie es gemeinsam bereits inszeniert. In der vergangenen Spielzeit konnte es coronabedingt nicht aufgeführt werden. Im kommenden Advent kann es endlich gespielt werden – in memori