Grüne Hagen: „Bei Radwegen schaut die Stadt nicht so genau hin…“Grüne für flüssigeren und sicheren Radverkehr in Hagen.

„Bei Radwegen schaut die Stadt nicht so genau hin…“
Grüne für flüssigeren und sicheren Radverkehr in Hagen.

„Für‘s Radfahren in Hagen braucht man oft dicke Nerven – und Humor!“,
seufzt die grüne Bezirksvertreterin in Haspe, Nicole
Schneidmüller-Gaiser. Der Radverkehr in Hagen hat nach Ansicht vieler
Radfahrender nur einen geringen Spaßfaktor, das hat erst im März eine
Umfrage des ADFC ergeben, über die auch die WP ausführlich berichtete.
Ein eklatantes Beispiel für den geringen Stellenwert des Radverkehrs hat
Schneidmüller-Gaiser auf dem Radweg an der Grundschötteler Straße
gefunden. Mitten auf dem Radweg hat die HEB Altglas-Container platziert.
Regelmäßig machen neben dem Container liegende Scherben selbst ein
Umfahren zum Gefahrenmoment. Auch auf dem Radweg, der am ehemaligen
Brandt-Gebäude vorbeiführt, liegen immer wieder Scherben, die von
Glasbruch der Fenster des leerstehenden Gebäudes herrühren. „Es ist
undenkbar, dass Straßen in einem solchen Zustand gelassen werden. Bei
Radwegen schaut die Stadt nicht so genau hin und verweist auf die
Reinigungspflicht der anliegenden Gebäudeeigentümer. So schaffen wir
kein attraktives Angebot, auch im Alltag mal vom Auto aufs Rad
umzusteigen“, gibt sich Schneidmüller-Gaiser überzeugt. Uwe Goertz,
Fraktionsvorsitzender der Grünen-Fraktion in der Bezirksvertretung Haspe
hat daher für die kommende Sitzung eine Anfrage eingereicht, in der die
Reinigungspraxis der Radwege im Stadtbezirk hinterfragt wird. „Wir
wollen außerdem den Radverkehr auch an Markttagen in Haspe sicherer
gestaltet sehen und setzen uns daher für die Öffnung der Corbacher
Straße für beidseitigen Radverkehr ein“, so Schneidmüller-Gaiser, die
zudem auch eine Auflistung mit Kosten und Priorisierung aller im Rahmen
des Radverkehrskonzepts für Haspe vorgesehenen Maßnahmen erreichen will.

Auch auf Stadtebene haben die Grünen Initiativen eingebracht, um den
Radverkehr flüssiger und sicherer zu machen. „Die Verwaltung hat bereits
zugesagt, den Einsatz des Grünen Pfeils für Radfahrende in Hagen zu
prüfen. Damit können Radfahrende künftig deutlich schneller durch die
Stadt kommen. Wichtig erscheint uns auch ein neues Konzept für
Schutzstreifen für den Radverkehrs. Hiermit wird sich der zuständige
Ausschuss für Mobilität beschäftigen“, zeigt sich Ratsfrau Heike Heuer
zufrieden. Sie weist darauf hin, dass viele Schutzstreifen den
Radverkehr eher unsicherer machen „Die Schutzstreifen bieten keinen
ausreichenden Abstand zu parkenden Autos. Auf der einen Seite besteht
die Gefahr, in sich öffnende Autotüren zu fahren, auf der anderen Seite
nehmen vorbeifahrende Autor zu wenig Rücksicht, da der Schutzstreifen
vermeintlich genügend Abstand signalisiert. Wir plädieren dafür, dass
bei Schutzstreifen die Mindestbreite von 1,60 m eingehalten wird.“ Die
Vorschläge sind auf Anregung von Verkehrswende Hagen eingebracht worden.
Das Hagener Forum für Fuß- und Radverkehr setzt sich für eine schnelle
und umfassende Verkehrswende in Hagen ein.