Aufwendige Ermittlungen überführen professionelleTaschendiebe – Festnahme mit anschließender Untersuchungshaft inFrankfurt am Main

Hagen – Umfangreiche polizeiliche Ermittlungen und eine gute
Zusammenarbeit mit Polizeibehörden in Nürnberg und Frankfurt am Main haben Ende
Februar zur Festnahme von zwei professionellen Taschendieben geführt. Beide
sitzen nun in Untersuchungshaft.

In der ersten Februarwoche dieses Jahres wurde eine 80-jährige Frau in einem
Lebensmittelgeschäft in Hagen-Bathey Opfer eines Taschendiebstahls. Kurze Zeit
später stellte die Seniorin fest, dass die Unbekannten mit ihrer gestohlenen
EC-Karte mehrfach bezahlt hatten. Noch am Tag der Tat wurde die Karte 25 Mal in
diversen Supermärkten eingesetzt, so dass innerhalb weniger Stunden eine
Schadenssumme von rund 8.000 Euro entstanden ist. Offensichtlich haben die Täter
die Hagenerin beim Bezahlen beobachtet und konnten so die PIN der Frau in
Erfahrung bringen. Ihre Geldbörse haben sie dann im Anschluss gezielt gestohlen.

Die sofort eingeleiteten ersten kriminalpolizeilichen Ermittlungen machten
schnell deutlich, dass es sich ganz offensichtlich um professionell agierende
und sehr gut organisierte Täter gehandelt hat. Tiefergehende und in Teilen sehr
aufwendige Ermittlungsarbeit war notwendig, um die Spur weiter verfolgen zu
können. Denn nun ermittelten die Beamten der Hagener Kripo nicht nur wegen eines
einfachen Taschendiebstahls, sondern wegen schweren Bandendiebstahls mit
vermutlich zahlreichen Geschädigten.

Der Aufwand hat sich aber schnell gelohnt, denn die Ermittler konnten eine heiße
Spur in Nürnberg aufnehmen. Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit der Nürnberger
Polizei gelang schließlich die Identifizierung der beiden Männer aus der Tat in
Hagen. Es handelt sich um zwei Südosteuropäer (28 und 41 Jahre), welche sich nur
wenige Wochen in Deutschland aufgehalten haben, um Taschendiebstähle zu begehen.
Hierbei reisten sie durch sechs Bundesländer. Nachdem klar war, um wen es sich
bei den Männern handelt, wurden diese durch Zivilfahnder observiert. Ihre Spur
konnte weiter in Richtung Frankfurt am Main verfolgt werden. Hier ist es der
guten Zusammenarbeit mit der dortigen Polizei zu verdanken, dass sehr schnell
klar wurde, wie die Täter vorgehen. Beide beobachteten hauptsächlich ältere
Menschen beim Bezahlen mittels EC-Karte und versuchen dann gezielt deren
Geldbörsen zu stehlen. Dabei kommunizierten sie untereinander über Headsets und
Messenger-Dienste.

Letztendlich konnten die mutmaßlichen Taschendiebe durch Zivilbeamte der
Frankfurter Polizei bei einer Tat zielgerichtet beobachtet werden. Während einer
der Männer eine ältere Dame auf dem Parkplatz des Supermarktes in ein Gespräch
verwickelte, entwendete der andere Täter die EC-Karte aus dem Kofferraum ihres
Autos. Die Geldbörse legte er hierbei wieder zurück, so dass dem Opfer das
Fehlen der Karte vermutlich erst wesentlich später aufgefallen wäre. Somit wäre
ein längeres und unbemerktes Nutzen der Karte möglich gewesen.

Im Anschluss begaben sich die Täter getrennt zu ihrem etwas weiter entfernt
abgestellten Auto und flüchteten dann gemeinsam. Bei der anschließenden
Polizeikontrolle konnte die äußerst gut versteckte gestohlene EC-Karte im
Innenraum des Fluchtfahrzeugs gefunden werden. Die Männer wurden noch an Ort und
Stelle festgenommen. Das Amtsgericht Hagen erließ zwei Haftbefehle und die
mutmaßlichen Taschendiebe befinden sich nun in Untersuchungshaft. Die weiteren
Ermittlungen dauern an. (tisch