IG BAU warnt vor Mangel an Seniorenwohnungen


Generation Ü65 wächst in Hagen bis 2035 um 13 Prozent

Foto: IG BAU


Immer mehr Senioren – aber auch genug altersgerechter Wohnraum? In Hagen könnte die Zahl der Menschen, die älter als 65 sind, bis zum Jahr 2035
auf 47.600 anwachsen – das sind 13 Prozent mehr als noch im Jahr 2017. Ihr Anteil an der Bevölkerung läge dann bei 27 Prozent (2017: 22 Prozent).
Darauf hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hingewiesen. Die Gewerkschaft beruft sich hierbei auf eine Demografie-Prognose des CIMA Instituts
für Regionalwirtschaft – und fordert mehr Anstrengungen bei der Schaffung seniorengerechter Wohnungen: „Lift statt Treppe, breitere Türen für
Rollator und Rollstuhl, barrierefreie Duschen – nur ein kleiner Teil der Wohnungen in der Stadt ist für die rasant wachsende Generation Ü65 geeignet.
Das muss sich ändern“, sagt Friedhelm Kreft.
Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Westfalen Mitte-Süd spricht von einer „demografischen Notwendigkeit“. Es müssten nicht nur zusätzliche
Seniorenwohnungen neu gebaut werden. Auch bei der altersgerechten Sanierung bestehender Wohnungen sei der Nachholbedarf groß. „Wenn die
Rentner-Generation nicht stärker berücksichtigt wird, droht vielerorts schon in einigen Jahren eine graue Wohnungsnot“, betont Kreft. Dieses Problem
werde bereits jetzt durch die Corona-Pandemie verschärft, weil gerade ältere Menschen einen Großteil des Tages zuhause verbringen müssten.
Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) biete mit ihrem Programm „Altersgerecht Umbauen“ zwar Zuschüsse und Kredite. Das
Fördervolumen von 150 Millionen Euro in diesem Jahr reiche aber nicht aus, kritisiert die IG BAU. Der Bund müsse die Förderung mindestens
verdoppeln, um das Senioren-Wohnen voranzubringen. Danach sieht es derzeit allerdings nicht aus: Laut Haushaltsplan stehen für die altersgerechten
Sanierung im nächsten Jahr nur noch 130 Millionen Euro zur Verfügung.
Am Ende stehe die Lebensqualität Tausender Menschen in Hagen auf dem Spiel. „Es kann nicht sein, dass ein Rentner nur deshalb ins teure
Pflegeheim muss, weil eine ambulante Betreuung an der seniorengerechten Ausstattung der eigenen Wohnung scheitert“, macht Kreft deutlich.