Schichtwechsel beim Kreisverbindungskommando (KVK)

c Kreisverbindungskommando


Die Bundeswehr ist mittlerweile in nahezu allen Kreisen in Nordrhein-Westfalen im Einsatz, um die
Gesundheitsämter bei der Kontaktnachverfolgung zu unterstützen. Deutschlandweit sind rund
5.000 Soldaten eingesetzt, davon über 1.000 allein in NRW. Besonders gefordert sind in der
aktuellen Situation auch die Kreisverbindungskommandos (KVK). Ihr Schwerpunkt ist die Zivil-
Militärische-Zusammenarbeit. Sie sind das Bindeglied zwischen dem jeweiligen Kreis und der
Bundeswehr.
Hier sind Lebenserfahrung und organisatorisches Talent gefragt
In allen Kreisen und kreisfreien Städten gibt es solche Kommandos. In NRW sind es insgesamt 54. Im
Fall einer Krise beraten sie die Krisenstäbe über die Möglichkeiten der Hilfeleistung durch die
Bundeswehr. Dabei sind die Dienstposten (zwölf pro KVK) ausschließlich mit Reservisten besetzt. Sie
bringen militärische Erfahrungen genauso mit, wie Lebenserfahrung und spezifisches Wissen aus der
Region, in der sie meist heimisch und sehr gut vernetzt sind. Aktuell wird das KVK Hagen durch
Fähnrich der Reserve Martin Hovermann vertreten. Für einige Wochen ist er jetzt im Haus Busch, in
dem 20 Soldaten der Luftwaffenunterstützungsgruppe Kalkar im Auftrag des Gesundheitsamtes zur
Kontaktnachverfolgung eingesetzt sind.
Neben der Teilnahme an den Krisenstabssitzungen und dem stetigen Fortschreiben der Lage, die er
ans Landeskommando Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf meldet, begleitet er den Einsatz der
Soldaten. Dabei ist die Aufgabe nicht nur „Verbindung zu eingesetzten Einheiten“ zu halten, sondern
auch zu organisieren, wo immer sich ein Problem ergibt. Die Soldaten brauchen beispielsweise
Verpflegung, Stuben, Bettwäsche, Telefone oder Computer. Dies wird zwar durch die Stadt Hagen
gestellt, aber ohne Kommunikation und Abstimmung geht es am Ende nicht.
Urlaub ist planbar, Krisen nicht
Die wichtigste Aufgabe eines KVK aber ist es, „vor die Lage“ zu kommen. Das heißt, Informationen zu
sammeln, die Lage zu bewerten und einen vorausschauenden Blick auf die Entwicklung zu haben. Nur
so können Hilfeleistungen der Bundeswehr rechtzeitig und schnell in die Wege geleitet werden. Ab
Montag ist Hauptfeldwebel der Reserve Benjamin Still für die nächsten Wochen vor Ort. Er ist
selbstständiger Malermeister aus Hagen. Für ihn ist klar, dass sein Betrieb weiterlaufen muss. Urlaub
ist planbar, Krisen nicht: „Mitunter geht es auch vom Haus Busch noch kurz in Uniform ins Büro“,
erklärt Still. Sein Betrieb ist nur einen Steinwurf entfernt, was es ihm erleichtert, beides unter einen
Hut zu bringen. Aber eins ist in jedem Fall klar: „Mein Diensthandy ist immer dabei“, so Still.
Begonnen hatte der Einsatz mit Oberstabsfeldwebel der Reserve Andreas Krüger. Er ist
hauptberuflich bei der Bundesagentur für Arbeit und kennt die in Hagen betroffenen Schulen sowohl
aus seiner eigenen Schulzeit als auch aus seiner beruflichen Betreuungstätigkeit. Krüger hat als
langjährig erfahrenes Mitglied und „Spieß“ des KVK die „Zelle“ – wie es beim KVK heißt – eingerichtet.
Damit im Krisenfall genau das möglichst schnell und reibungslos geht, finden mehrmals im Jahr
Schulungen und Weiterbildungen der KVK-Soldaten statt.
Interesse am KVK Hagen?
Wer sich als ehemaliger Offizier oder Unteroffizier im KVK Hagen engagieren möchte, kann sich gerne
an den Leiter des KVK Hagen, Oberstleutnant der Reserve Volker Grothe unter der Telefonnummer
01515 5045606 wenden.