AKH: Ausbildung weiter optimieren – Praxisanleitung stärken

Leiterin Sünke Burggarf (2.vo. li.) und ihr Team freuen sich, nun noch mehr die Pflegeauszubildenden unterstützen und anleiten zu können. c AKH

Wer eine Ausbildung zum Pflegefachmann/-frau
absolviert hat, hat 4600 Stunden in Theorie und Praxis gelernt. Eine wichtige
Brücke zwischen Wissen aus der Theorie und Arbeiten in der Pflegepraxis bilden
die Praxisanleiterinnen. Diese pädagogisch weitergebildeten Pflegenden begleiten die Auszubildenden in mindestens zehn Prozent der Praxiseinsatzzeit und intensivieren so die Ausbildung. Um die Auszubildenden der angeschlossene Agaplesion Berufsfachschule für Gesundheit und Pflege Hagen in Zukunft noch besser begleiten zu können, hat das Agaplesion Allgemeine Krankenhaus Hagen nun einen eigenen Bereich für die Praxisanleitung geschaffen, der von Sünke Burggraf geleitet wird. „Wir implementieren gerade ein Team aus freigestellten und stationären Praxisanleiterinnen, um hier unseren Auszubildenden eine fachlich vollumfängliche und
qualitativ optimale Anleitung anbieten zu können“, erklärt die Diplom-Pflegepädagogin ihre
derzeitigen Aufgaben zum Start des Projektes. Gleich fünf erfahrene Pflegekräfte, mit zum
Teil langjähriger Erfahrung in Praxisanleitung, bilden dabei das Kernteam, weitere üben die
Tätigkeit im Rahmen ihrer Arbeit auf der Station aus.
Als weitergebildete Pflegekräfte haben die Praxisanleiterinnen die Aufgabe, die Auszubildenden in ihrer Kompetenzentwicklung im Rahmen des Pflegeprozesses zu unterstützen. Die Leistung der Auszubildenden wird reflektiert und sie erhalten Hilfestellung. Sie sind für die Pflegeschülerinnen Ansprechpartner auf Augenhöhe. Denn
Studien belegen: 80 Prozent des Wissens wird in der Praxis erworben. „daher möchten wir
unseren Auszubildenden in ihrem jeweiligen Ausbildungsabschnitt Menschen an die Seite
stellen, die Expertinnen für den Einsatzbereich sind“, erklärt Sünke Burggraf weiter, die in der Einrichtung ihres neuen Tätigkeitbereiches auch eine Weiterentwicklung und Stärkung des Pflegebereiches am AKH sieht. Immerhin umfasst der Katalog der Praxisanleiterinnen,
in dem genau festgelegt ist, welche Tätigkeiten in welchem Ausbildungsabschnitt
anzuleiten sind, ganze 480 Seiten. Und: In der neuen, seit diesem Jahr gültigen
Ausbildungsordnung, bekommt der Teil der Praxisanleitung mehr Gewicht. Die Noten der
Leistungen aus den drei Ausbildungsjahren fließen mit 25 Prozent in die Examensnote ein.
Doch die Tätigkeit von Sünke Burggraf und ihrem Team geht darüber hinaus.
Administrative Tätigkeiten wie die Fortbildungsplanung, zu denen die Praxisanleiter*innen
nach dem neuen Pflegeberufegesetz regelhaft verpflichtet sind, die Einsatzplanung, die
Zusammenarbeit mit der Berufsfachschule und der Pflegedirektion und auch Hilfestellung
bei Problemen rund um die Pflegeausbildung gehören zur ihren Aufgaben. Und das Team hat noch viel vor: „Perspektivisch möchten wir noch mehr in Projektarbeit gehen und mit
innovativen Lernangeboten, z.B. einer Lernwerkstatt, Auszubildende gezielt unterstützen“,
blickt Sünke Burggraf in die Zukunft.
In der Agaplesion Berufsfachschule für Gesundheit und Pflege werden 140 Schülerinnen
und Schüler zum Pflegefachmann/-fachfrau ausgebildet. Die Kurse für die insgesamt
dreijährige Ausbildung starten jeweils im April und Oktober. Weitere Informationen gibt es
auch auf der Homepage unter http://www.akh-hagen.de/karriere/ausbildung.