Verfolgung von Kontakten: Zusammenarbeit mit Bundeswehr startet reibungslos

c Clara Treude

„Die Coronazahlen in Hagen steigen – wie überall anders auch. Wir möchten unbedingt verhindern, dass es wieder zu einem Herunterfahren des öffentlichen Lebens kommt wie im Frühjahr. Daher ist es existenziell, die Kontakte von Coronainfizierten gründlich und schnell nachzuverfolgen“, sagt Christoph Gerbersmann, Erster Beigeordneter und Stadtkämmerer, in seiner Funktion als stellvertretender Krisenstabsleiter der Stadt Hagen. Zehn Soldatinnen und Soldaten von der Luftwaffenunterstützungsgruppe aus Kalkar unterstützen aus diesem Grund im Rahmen der Amtshilfe das Hagener Gesundheitsamt bei der Kontaktpersonennachverfolgung „Wir sind überaus dankbar, dass die Kollegen der Bundeswehr bei dieser dringlichen Aufgabe mitanpacken und freuen uns über die reibungslose Zusammenarbeit“, so Gerbersmann.

Die Bundeswehr leistet seit März in den verschiedensten Bereichen Unterstützungshilfe in der Coronapandemie in ganz Deutschland. Rund 15.000 Soldatinnen und Soldaten helfen bundesweit im Kampf gegen das Virus. „Die Bundeswehr leistet dort Unterstützung, wo die Kommunen an ihre Belastungsgrenze stoßen. Wenige Tage nach Eingang des Antrags auf Amtshilfe von der Stadt Hagen waren unsere Soldatinnen und Soldaten vor Ort, um eingearbeitet zu werden. Die Aufnahme und Betreuung durch das Gesundheitsamt läuft einwandfrei“, sagt Stefan Heydt, Oberstleutnant und Leiter der Informationsarbeit des Landeskommandos Nordrhein-Westfalen.

Zu Beginn der Coronapandemie hatten Bund und Länder beschlossen, dass in jeder Stadt pro 20.000 Einwohner mindestens ein Kontaktverfolgungsteam aus fünf Personen zur Verfügung stehen sollte. Das bedeutet für Hagen, rund 50 Mitarbeiter gehen täglich ausschließlich der Tätigkeit nach, Kontakte ausfindig zu machen und Testergebnisse mitzuteilen. „Die Fälle waren in der ersten Welle der Coronapandemie leichter nachzuverfolgen, da die Betroffenen oftmals Symptome hatten oder aus Risikogebieten zurückgekommen sind“, sagt Dr. Anjali Scholten, Leiterin des Gesundheitsamtes. „Das ist mittlerweile anders: Aktuell gibt es viele asymptomatische Fälle. Diese Menschen haben natürlich zahlreiche Kontaktpersonen. Unser Höchstwert lag Anfang Oktober bei 43 Neuinfektionen an einem Tag – man kann sich ausmalen, welch ein Arbeitsaufwand entsteht, um möglichst schnell alle Kontakte ausfindig zu machen und so die Infektionskette zu unterbrechen.“

Für insgesamt vier Wochen noch bis zum 10. November kann die Stadt Hagen auf die Unterstützung der Bundeswehr zählen. Gegebenenfalls besteht die Möglichkeit einen Folgeantrag zu stellen. Um sich für weiter steigende Infektionszahlen im Herbst und Winter zu wappnen, rüstet das Gesundheitsamt auch anderweitig auf. Neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Fachbereich helfen Kollegen  aus anderen Ämtern sowie vom Deutschen Roten Kreuz aus. Zusätzlich werden extern Personen extra für diese Aufgabe eingestellt.