Radfahren- das bringt’s – Tipps der Verbraucherzentrale für den Fahrrad-Alltag

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Foto: Verbraucherzentrale

Seit 25.September und noch bis zum 15.Oktober 2020 läuft in Hagen die Klimaaktion „Stadtradeln“ .
Radfahren im Alltag – das bringst’s“ meint Ingrid Klatte, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale: “ Das Fahrrad ist nicht nur das kostengünstigste und klimafreundlichste Verkehrsmittel, sondern in der Stadt auf Strecken bis fünf Kilometer auch das schnellste“. Wer seine alltäglichen Wege häufiger mit dem Rad anstatt mit dem Auto erledigt, tut zudem etwas für seine Gesundheit und Fitness.

Damit das Fahrradfahren auch weiter Freude macht, gibt die Umweltberaterin praktische Tipps für das Fahrradfahren bei Regenwetter und wenn man mal etwas zu transportieren hat.

Es gibt kein schlechtes Wetter….nur falsche Kleidung. Diese Weisheit gilt auch fürs Fahrradfahren:
– Zwiebelprinzip: Mehrere dünne Schichten sind besser als eine dicke. so wird der Schweiß am besten abtransportiert und bei Bedarf kann die äußere Schicht ausgezogen werden.
– Kunstfaser statt Baumwolle: für die innerste Schicht empfiehlt es sich, auf Kunstfasern zu setzen, die Schweiß besser wieder abgeben als Baumwolle. die Einhaltung ökologischer und sozialverträglicher Standarts erkennt man an den Siegeln bluesign und Fair Wear Foundation.
– Wasserdicht und atmungsaktiv: sollten sowohl Regenjacken als auch Regenhosen sollten wasserdicht und atmungsaktiv sein. so bleibt man von innen und außen trocken. doch Vorsicht: Die häufig eingesetzten „perfluorierten Chimikalien“ (PFC) belasten langanhaltend Gesundheit und Umwelt. Achten Sie daher auf den Hinweis „PFC-frei“ oder „fluorfrei“.
– Helle Farben: Bei schlechtem Wetter und bei Dämmerung wird man im Verkehr mit hellen Farben besser gesehen. Am  besten Regenkleidung in auffälligen Farben oder mit reflektierenden Elementen wählen.

Sehen und gesehen werden! Gesetzlich vorgeschrieben für das Fahrrad zur besseren Sichtbarkeit ist folgendes:
– fest angebrachter Scheinwerfer und rücklicht mit Dynamo, Batterien oder Akku.
– weißer Frontreflektor, roter Rückstrahler und roter Großflächenrückstrahler
– jeweils zwei Speichenreflektoren je Rad oder Reflexstreifen an den Reifen
– Pedalreflektoren nach vorne und hinten an beiden Pedalen

Ingrid Klatte ist übrigens meist mit einem Regencape unterwegs. (Siehe Foto)Vorteil: es ist schnell übergeworfen oder wieder abgenommen beim Einkaufen und auf Kurzstrecken. Nachteil: es ist recht windanfällig, d.h. bei böigen Wind oder Sturm weniger praktisch.
Wichtig ist bei Regenjacken oder Capes: vor dem Kauf ausprobieren, ob die Sicht durch die Kapuze beim Umschauen nicht behindert wird .
Tipps der Umweltberatung zum Transport mit dem Fahrrad
Wer sein Fahrrad im Alltag häufig nutzt, hat auch mal etwas zu transportieren.
Zunächst die Frage, was brauche ich? Lastesel oder Zugmaschine ?

– Die Grundausstattung ist ein von Größe und Typ zur Person passendes Fahrrad. Sattel- und Lenkerhöhen sollten optimal eingestellt sein. Mit einem gut gewarteten Fahrrad fähr man auch mit höherer Beladung gut und sicher. Schaltung, Bremsen, Lichtanlage, Klingel und Ständer müssen voll funktionsfähig sein. Mit ausreichendem Reifendruck kommt man auch mit Gepäck besser voran.

– Elektrofahrräder (Pedelecs) sind in bergigen Gegenden wie Hagen mit schweren Anhängerlasten oder bei längeren Fahrten hilfreich.

– um mit dem eigenen Fahrrad Lebensmittel, Aktenordner, Gartenpflanzen oder Getränkekisten zu transportieren gibt es als Ausstattung:
praxistaugliche und sichere Gepäckträger, Fahrradtaschen und -körbe, Gepäckboxen, ein- oder anhängbare Aktentaschen, Gepäck- und Einkaufstrolleys,

– Fahrradanhänger verschiedener Bauarten
– Lastenräder bis zu deren besonderen Modelle für den Personentransport sog. Rikschas.
Für kleinere, alltägliche Einkäufe und Transporte mit dem Rad genügt oft schon ein Rucksack oder ein Fahrradkorb zum Einklemmen auf dem Gepäckträger.
Es gibt auch seitlich fest am Gepäckträger montierbare Klappkörbe, die zusammengeklappt flach anliegen und nur bei Bedarf ausgeklappt werden.
Um öfters größere Transporte oder Einkäufe von A nach B zu bringen, bietet sich ein Fahrradanhänger an.
Es werden viele Modelle in verschieden Größen, Gewichten und Preisklassen für ganz unterschiedliche Einsatzgebiete angeboten – vom lastentransport, für bis zu zwei Kinder oder das Haustier bis zum Familienwochenendeinkauf. Zusammenklappbare Anhänger lassen sich leichter verstauen. Viele Modelle sind mit Griff als Handwagen oder auch als Einkaufstrolley oder Kinderwagen nutzbar. Sogar das Joggen durch Wald und Wiese macht mancher Anhänger mit.
Um Groß und Schwertransporte zu stemmen lohnt sich vielleicht gleich ein Lastenfahrrad oder ein Transportrad mit zwei und drei Rädern, wenn Sie häufig viele oder auch schwere Lasten bewegen.

Wichtig, lassen Sie sich im Fachhandel beraten. Nehmen Sie für einen Anhänger das eigene Rad mit.
Für beides gilt Lastenrad oder Anhänger: Machen Sie unbedingt ein Probefahrt vor dem Kauf.
Bedenken Sie auch, wo Sie das Lastenrad oder schwere Anhänger im Haus unterbringen wollen. Das wird sich nicht einfach die Kellertreppe heraufschleppen lassen.
Einen guten Überblick über Elektrofahrräder und Lastenräder gibt es bei www.vcd.org, zur Ausstattung und Zubehör für Transporte mit dem Fahrrad bei www.adfc.de.
Testberichte der Stiftung Warentest gibt es aktuell für Fahrradtaschen (Heft 6-2019) und Kinderfahrradanhänger (Heft 7-2019).