Menschenhandel ist moderne Sklaverei und eine schwere Menschenrechtsverletzung

Margarete Kummer (links) und Franziska Lange sind die Ansprechpartnerinnen in der Beratungsstelle für Opfer von Menschenhandel in Hagen. Foto Diakonie.

Hagen. Betroffene von Menschenhandel sind zum größten Teil Frauen
und Mädchen aus Ost- und Südeuropa, Afrika, Asien, Lateinamerika

aber auch aus Deutschland. Ihre oftmals bereits im Herkunftsland pre-
käre Situation und der Wunsch nach einem Leben ohne Gewalt und Ar-
mut werden von Menschenhändler*innen als Köder benutzt. Einige wer-
den mit falschen Versprechungen, z. B. einer Arbeitsstelle oder einer

Eheschließung, nach Deutschland gelockt.
Aufgrund fehlender Kenntnisse der deutschen Sprache, dramatisch
schlechten (sozialen) Lebensbedingungen im jeweiligen Herkunftsland
und später oft durch enorme Einschüchterung durch ihre Peinigerinnen sind diese Frauen und Mädchen besonders perspektiv- und schutzlos. Opfer von Menschenhandel bekommen nur Schutz, wenn sie identifiziert werden können. Deshalb ist es den Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle
für Opfer von Menschenhandel der Diakonie Mark-Ruhr auch unter den
erschwerten Bedingungen der Pandemie sehr wichtig, ihren Einsatz zur
Identifikation der Opfer beizubehalten.
Häufig gilt es zunächst, die aktuelle Lebenssituation der betroffenen

Mädchen und Frauen existentiell abzusichern. So war es jüngst zum Bei-
spiel möglich, durch eine Spende des Zonta Clubs aus Hagen, die Ver-
sorgung einer Frau, die kurz vor dem Lock-Down aufgenommen und un-
tergebracht wurde, bis zu Gewährung von Leistungen zum Lebensunter-
halt mit dem Nötigsten zu versorgen.

Zwangsprostitution ist oft unsichtbar und häufig mit Gewalt verbunden.

„Auch während der Zeit des Lock-Downs waren wir kontinuierlich telefo-
nisch erreichbar und haben mit engagierter Unterstützung von Sprach-