NGG fordert Anerkennung für systemrelevante Jobs gefordert in der Lebensmittelbranche

Sie backen Brot, verarbeiten Gemüse, füllen Getränke ab: Die rund 700 Menschen, die in Hagen in der Lebensmittelindustrie arbeiten, machen einen „systemrelevanten“ Job – nicht erst seit der
Coronakrise.

Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hin. „Während
in der Pandemie viele Branchen auf Kurzarbeit oder Homeoffice umgestellt haben, ist die
Ernährungsbranche teils noch immer von Extra-Schichten und Überstunden geprägt“, sagt Isabell
Mura von der NGG-Region Südwestfalen.
Die Beschäftigten erwarteten nun eine Anerkennung für ihre Leistung. Dafür will sich die

Gewerkschaft in den aktuell laufenden Tarifverhandlungen etwa in Nordrhein-Westfalens obst-
und gemüseverarbeitender Industrie, in der Mineralbrunnen- und in der Brotindustrie starkmachen.

„Nicht nur die Hamsterkäufe im März und April haben zu einer höheren Arbeitsbelastung in der
Branche geführt. Wenn jetzt im Sommer die Gastronomie und der Inlandstourismus wieder Fahrt
aufnehmen, könnte es auch zu vermehrten Bestellungen durch Großabnehmer kommen. Neben
dem Becher Rote Grütze für Supermärkte läuft dann der 5-Liter-Eimer Waldfrucht für Restaurants
vom Band“, erklärt Mura. Zwar habe es in einzelnen Bereichen der Lebensmittelwirtschaft auch
Einbrüche gegeben, etwa bei der Versorgung von Caterern und Kantinen. Insgesamt habe sich
die Branche aber „krisenfest“ gezeigt.
Corona dürfe nicht als Argument dafür herhalten, überfällige Lohnerhöhungen zu verhindern. „Wer
durch seine tägliche Arbeit einen Beitrag dazu leistet, dass Essen und Trinken auch in der Krise
nicht ausgehen, hat eine höhere Wertschätzung verdient“, so die Gewerkschafterin.