Bundespolizei und Staatsanwaltschaft im Einsatz gegen Schleuserbande Schleusung, Zuhälterei und Zwangsprostitution

Nach intensiven Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Aachen hat die Bundespolizei heute (23. Juni 2020) mit über 250 Beamtinnen und Beamten der Bundespolizei insgesamt acht Wohnungen und Geschäftsräume in Mönchengladbach sowie in Dortmund, Essen, Köln, Bonn und Clausthal-Zellerfeld durchsucht.

Insgesamt sind hierbei vier Haftbefehle
vollstreckt worden. Bei den vier Festgenommenen handelt es sich um chinesische
Staatsangehörige (drei Frauen, ein Mann) im Alter von 28 bis 38 Jahren. Darüber
hinaus wurden acht unerlaubt eingereiste bzw. aufhältige weibliche Personen,
vermutlich Prostituierte, angetroffen und vorläufig festgenommen.

Der Gruppierung wird vorgeworfen, in mindestens zehn Fällen chinesische
Prostituierte vorwiegend über den Luftweg aus China und Spanien in das
Bundesgebiet eingeschleust zu haben. Anschließend sollen die Frauen in
angemieteten Terminwohnungen ohne behördliche Erlaubnis sexuelle Handlungen
gegen Entgelt vorgenommen haben. Die Hauptbeschuldigten sollen für die gesamte
Organisation von Reise, Einreise (Schleusung), Aufenthalt, Unterbringung bis hin
zur Vermittlung, Buchhaltung und Abrechnung der entgeltlichen sexuellen
Handlungen, verantwortlich sein.

Im Rahmen der Einsatzmaßnahmen konnten umfangreiche Beweismittel wie
Mobiltelefone, Laptops sowie relevante Unterlagen sichergestellt werden, die auf
weitere Fälle schließen lassen. Zudem wurden bereits bis zum heutigen Mittag
15.000 EUR Bargeld durch die Bundespolizei beschlagnahmt.

Die Bundespolizei führt das Ermittlungsverfahren seit Sommer 2019 im Auftrag der
Staatsanwaltschaft Aachen. Dem Verfahren liegen u. a. die Straftatbestände des
gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern (§§ 96, 97 AufenthG),
der Zuhälterei (§ 181a StGB), der Zwangsprostitution (§ 232a StGB) sowie des
Veruntreuens von Arbeitsentgelt (§ 266a StGB) zugrunde.