Dringend benötigte Gesamtschule wird auf die lange Bank geschoben

(Andreas Reitmajer) Hagen. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler, die gerne eine Gesamtschule besuchen möchten, müssen in den kommenden Jahren in Hagen auch weiterhin von den drei bestehenden Schulen abgewiesen werden.

Denn nach den Entscheidungen, die im Schulausschuss am Dienstag gefallen sind, ist die Einrichtung einer vierten und damit
zusätzlichen Gesamtschule in Hagen in weite Ferne gerückt.

„Wir als SPD-Fraktion haben bereits vor Monaten mit der Umwandlung der Lieselotte-
Funcke- Sekundar-Schule in eine vierte Gesamtschule eine schnelle Lösung präsentiert,

die auch die Zustimmung der Elternschaft gefunden hat. Leider haben CDU, Grüne und

FDP dafür gesorgt, dass diese Variante schnell beerdigt wurde“, blickt der SPD-
Fraktionsvorsitzende Claus Rudel zurück. Doch damit nicht genug. Anstatt sich jetzt

vorbehaltlos auf die Suche nach einem anderen Standort im Bereich der Innenstadt zu
begeben, haben sich die Allianzfraktionen in den Kopf gesetzt, eine Gesamtschule
unbedingt im Schulzentrum Wehringhausen unterbringen zu wollen.
„Das wäre ja sogar verständlich, wenn das Schulzentrum zur Verfügung stände.
Allerdings wird hier in keiner Weise beachtet, dass die Stadt das Zentrum für einen

minimalen Mietpreis von etwa 5 Euro pro Quadratmeter an die Freie-Evangelische-
Schule vermietet hat, die dort mit Blick auf Miete und die Räume sehr komfortabel

untergebracht ist. Warum sollte die FeSch das Gebäude also räumen wollen und wohin
sollte sie gehen“, gibt Dr. Friedrich-Wilhelm Geiersbach, der schulpolitische Sprecher der
SPD-Ratsfraktionen, zu bedenken. In den vergangenen Jahren seien angekündigte
Neubaupläne der FeSch immer wieder im Sande verlaufen. Und selbst wenn in
absehbarer Zeit ein Grundstück gefunden würde und sich Neubaupläne verwirklichen
ließen, würden doch noch vier oder fünf Jahre ins Land gehen, in denen im
Schulzentrum Wehringhausen eben keine vierte städtische Gesamtschule gegründet
werden kann. Planungen und Bau brauchen eben seine Zeit.
„Das ist schon skandalös was hier passiert. Obwohl CDU, Grüne und FDP am Dienstag
die neuesten Anmeldezahlen präsentiert bekamen, ignorieren sie das extra erstellte
Gutachten zur Schulentwicklung in Hagen und halten an ihrer konservativen Schulpolitik
fest die da lautet: Keine neue Gesamtschule in den kommenden Jahren, obwohl Jahr für
Jahr 140 Schülerinnen und Schüler abgewiesen werden Dafür aber alle Gymnasien
erhalten, obwohl sie nicht ausgelastet sind. Das kann man den Eltern nicht erklären“,
kritisiert Dr. Geiersbach die Schulpolitik der Allianz.