Oberbürgermeister und Landräte unterzeichnen 11-Punkte-Plan zur Stärkung des Nahverkehrs im Ruhrgebiet

Fotos: André Grabowski vom Presseamt der Stadt Bochum

Metropole Ruhr. Eine starke Metropole benötigt einen starken und gut
vernetzten Nahverkehr, der die Grenzen von Städten und Kreisen überwindet. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, haben die Oberbürgermeister und Landräte des Ruhrgebietes zusammen mit den Nahverkehrsunternehmen und dem Regionalverband Ruhr einen 11-Punkte-Plan zur Stärkung des ÖPNV in der Metropole Ruhr erarbeitet
und gemeinsam unterschrieben. Die Unterzeichnung erfolgt heute (28. Mai) in Bochum bei der BOGESTRA im Anschluss an die Sitzung des Kommunalrates, dem Gremium der elf Oberbürgermeister und vier Landräte im Regionalverband Ruhr (RVR).


„1 Metropole – 11 Punkte – 12 Unternehmen“ lautet die Überschrift unter dem
gemeinsamen Konzept, das dem Metropolenverkehr im Ruhrgebiet einen starken Impuls
gibt, damit er nach der Corona-Pandemie neu durchstarten kann. Basis ist die
Ausweitung der „Kooperation östliches Ruhrgebiet“ (KöR) hin zur „Kooperation
Metropole Ruhr“ (KMR). In der deutlich erweiterten Kooperation schließen sich nun alle
Verkehrsunternehmen des Ruhrgebiets zusammen.
Aus „Ö“ wir „M“: Die „Kooperation östliches Ruhrgebiet“ wird zur neuen
„Kooperation Metropole Ruhr“
Die Oberbürgermeister, Landräte und Nahverkehrsunternehmen machen sich
gemeinsam für einen günstigen und einfachen Tarif stark und begrüßen die Bewerbung
des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) als Modellregion des Klimaschutzprogramms
2030 der Bundesregierung. Erklärtes Ziel im 11-Punkte-Plan ist ein einfacher Tarif,
bestehend aus zwei kostengünstigen Preisstufen ergänzt um einen
entfernungsabhängigen Tarif. Bei der Erarbeitung und Umsetzung des 11-Punkte-Plans
haben die Akteure auch Großereignisse wie die Fußball-EM 2024 und eine Bewerbung
um die Olympischen Spiele im Jahr 2032 im Blick.
Der gemeinsam erarbeitete 11-Punkte-Plan sieht zudem mehr Metrobuslinien als
Ergänzung zum bestehenden Angebot von Bus und Bahn vor. Der kontinuierliche
Ausbau von Elektro-und Wasserstoffbussen soll den Nahverkehr im Ruhrgebiet
sauberer machen. Für die Kundinnen und Kunden werden alle Mobilitätsangebote in
einer App gebündelt.
Um die Interessen der Region für einen starken Nahverkehr zu bündeln, soll zudem die
Personenidentität bei der Besetzung der Aufsichtsräte der Verkehrsunternehmen und
der Verbandsversammlung des VRR gewährleisten werden. Die kontinuierlichen
Verbesserungen im Takt, bei der Pünktlichkeit, Sauberkeit und beim Service sollen das
Image des Nahverkehrs in der Metropole Ruhr positiv beeinflussen.
Die finanziellen Mittel für eine Umsetzung vieler der elf Punkte sind durch die
Unternehmen und die Kommunen allein nicht zu stemmen. Daher fordern die
Oberbürgermeister, Landräte und Nahverkehrsunternehmen einhellig zum Start der
neuen Zusammenarbeit die Unterstützung durch Bund und Land ein.

Stimmen zum 11-Punkte-Plan zur Stärkung des Nahverkehrs
Frank Baranowski, Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen und Vorsitzender Kommunalrat:
„Der Grundgedanke, Aufgaben aus einer Hand zu erledigen, ist ein wichtiger Schritt zu
einem gut funktionierenden Nahverkehr im Ruhrgebiet. Für die Menschen im Ruhrgebiet
ist es wichtig, sich möglichst unkompliziert kreuz und quer durch die Metropole Ruhr
bewegen zu können, ohne auf unterschiedliche Fahrpläne und Tarifzonen achten zu
müssen. Mit dem ÖPNV-Stärkungsplan kommen wir diesem Ziel ein gutes Stück näher.“
Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen und stellv. Vorsitzender
Kommunalrat:
„Für alle Städte und Gemeinden in der Metropole Ruhr gilt, dass der ÖPNV ein wichtiger
Baustein im Mobilitätsmix ist. Mit einem über die Stadtgrenzen hinweg nahtlosen
Angebot entscheidet sich, ob wir einer Metropole gerecht werden. Deshalb begrüße ich
den gemeinsamen Vorstoß sehr. Mit aufeinander abgestimmten Nahverkehrsplänen,
einheitlichen Tarifzonen und gemeinsamen verkehrspolitischen Zielen stärken wir unser
ÖPNV-Angebot im Sinne der Bürgerinnen und Bürger.“
Thomas Eiskirch, Oberbürgermeister der Stadt Bochum:
„Zum ersten Mal ist es gelungen, dass alle Kommunen, Kreise und
Verkehrsunternehmen des Ruhrgebiets organisiert an einem Strang ziehen. Und sie
gehen alle wichtigen Nahverkehrsthemen gemeinsam an. Dazu gehören ein
gemeinsames, einfaches und günstiges Tarifsystem genauso wie die zeitliche
Harmonisierung der Nahverkehrspläne und die Vereinheitlichung der Technologie bei
Elektro- und Wasserstoff-Bussen. Das sind die wichtigsten Voraussetzungen, einen
metropolenwürdigen ÖPNV voranzubringen.“
Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin Regionalverband Ruhr (RVR):
„Ein optimiertes und integriertes städteübergreifendes Bus- und Bahnnetz braucht auch
eine bessere Abstimmung der kommunalen Nahverkehrspläne. Durch die zeitliche
Synchronisation der Fortschreibung der Nahverkehrspläne soll dieses Ziel unter
Moderation von RVR und VRR erreicht werden. Unsere beiden Verbände haben erst
Mitte Mai ihre Zusammenarbeit auf eine neue vertragliche Grundlage gestellt.“

Michael Feller, Geschäftsführer Personal, Markt & Technik Ruhrbahn GmbH und
Jörg Filter, Personal, Betrieb, Infrastruktur BOGESTRA, für die
Nahverkehrsunternehmen:
„Eine starke Region benötigt einen städteübergreifenden Nahverkehr. Und getreu dem
Motto: nur gemeinsam sind wir stark, wurde bereits 1999 von der BOGESTRA, DSW21,
HCR und Vestische in einem ersten Schritt die Kooperation östliches Ruhrgebiet
gegründet. Die Idee: Gemeinsam im Sinne der Fahrgäste Kräfte bündeln und
gleichzeitig lokale Stärken erhalten. In den zurückliegenden Jahren schlossen sich
immer mehr Unternehmen der Region dieser Idee an, zuletzt die Ruhrbahn. Die
Herausforderungen im ÖPNV benötigen heute jedoch einen ganzheitlichen Ansatz.
Basis dafür ist die Ausweitung der bisherigen Kooperation östliches Ruhrgebiet hin zur
Kooperation Metropole Ruhr mit 12 starken Partnern. So können wir die
Herausforderungen der Zukunft gemeinschaftlich angehen und die Metropole Ruhr im Mobilitätsbereich enorm stärken – durch die Überwindung kommunaler Grenzen und der
Verzahnung von Fahrplänen, durch gemeinsame Kampagnen und gemeinsame
Beschaffung sowie der Nutzung von Fördermöglichkeiten, beispielsweise beim Thema
alternative Antriebe.“

Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz, der zugleich Verbandsvorsteher des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ist:

Vertragsunterzeichnung 11 Punkte-Plan Foto: André Grabowski / Stadt Bochum, Referat für politische Gremien, Bürgerbeteiligung und Kommunikation

„Die weitere positive Entwicklung der Metropole Ruhr hängt entscheidend an der Frage der Mobilität. Deshalb ist es ein wichtiger Schritt, dass wir uns als Oberbürgermeister und Landräte der Ruhrgebietsstädte hier positionieren, damit Kirchturmdenken überwinden und klar machen, dass wir Mobilität künftig noch viel deutlicher aus regionaler Perspektive denken. Als Verbandsvorsteher des VRR  freut es mich zudem besonders, dass wir absehbar von einer merklich engeren Kooperation zwischen dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und Regionalverband Ruhr profitieren werden.“