IG Metall-Jugend: Auszubildende schützen, alle Maßnahmen nutzen und Ausbildungsziele nicht gefährden

Einige Unternehmen und Betriebe können ihre Auszubildenden in der schwierigen, wirtschaftliche Situation, die wir durch die Corona-Pandemie erfahren, nicht mehr beschäftigen. Die Auszubildenden werden häufig mit Hausaufgaben in die Heimarbeit geschickt und erfahren keine regelmäßige Betreuung durch die Ausbildenden. Jens Mütze, Geschäftsführer der Hagener IG Metall stärkt die Sozialpartnerschaft. „Unsere jungen Kolleg*innen haben auch in diesen schweren Zeiten ein Recht auf eine qualifizierte Ausbildung.

Gerade für die Zeit nach der Krise ist es entscheidend weiterhin und verstärkt auf eine fundierte Facharbeit zu setzen. Wir beraten Betriebsräte ihr umfangreiches Mitbestimmungsrecht im Bereich Aus- und Weiterbildung zu nutzen, um eine breite, qualifizierte Berufsausbildung zu ermöglichen und gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen. Es ist nun an der Zeit mit den Personalverantwortlichen adäquate Lösungen zu erarbeiten. Erfreulicher Weise gibt es bereits einige gute Beispiele aus den Hagener Betrieben, was die Implementierung neuer Medien in den Ausbildungsalltag betrifft.“

Kevin Schmitz, Jugendsekretär der IG Metall in Hagen macht deutlich, dass es spätestens jetzt an der Zeit ist auf neue Medien und eine digitalisierte Ausbildung zu setzen: „Wir brauchen eine Erneuerung bzw. Weiterentwicklung der Ausbildung im Bereich Digitalisierung. Einige Betriebe bedienen sich bereits neuer Medien, um die Ausbildungsinhalte auf die betriebliche Realität, die heute bereits häufig mit digitalisierten Produktionsprozess und weiteren Abläufen gespickt ist,  anzupassen. Wir empfehlen Unternehmen und Betrieben, die derzeit eine adäquate Ausbildung nicht durchführen können, sich bei der Bundesagentur für Arbeit, den Kammern oder der zuständigen Gewerkschaft Unterstützung für die Ausgestaltung von beispielsweise digitalem Werksunterricht, Webinars und E-Learing-Plattformen zu suchen. Die Maßnahmen sind zwingend in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Betriebsrat abzustimmen“, so Schmitz.

Der DGB weist auf die rechtliche Situation hin und bittet die Unternehmen alle Mittel auszuschöpfen, die zur Verfügung stehen:

1. Umstellung des Lehrplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte.
2. Versetzung des Azubis in eine andere Abteilung.
3. Rückversetzung in Lehrwerkstätten.
4. Durchführung besonderer Lehrveranstaltungen.

„Eine Beendigung eines Ausbildungsverhältnisses darf niemals eine Option sein, da hier die Zukunft des jungen Menschen und auch die Fachkräftesicherung für den eigenen Betrieb verspielt wird. Die Idee, Auszubildende in den Bezug des Kurzarbeitergeldes zu übernehmen, darf nur die allerletzte Alternative sein und in diesen Fällen muss das Kurzarbeitergeld zumindest auf dem Niveau der derzeitigen Ausbildungsvergütung liegen, um nicht die Existenz der Auszubildenden zu gefährden“, so Siewert abschließend.