Für die Straßen.NRW-Meistereien gibt es mehr Winter als man denkt

(straßen.nrw). Gefühlt gibt es keinen richtigen Winter mehr. Und gerade in diesen Tagen, in denen die Frühlingssonne die Natur erweckt und auf dem Kalender am 20. März Frühlingsanfang verkündet wird, mag niemand mehr an Eis und Schnee denken. Die Straßen.NRW-Meistereien haben das Thermometer aber noch immer im Blick – der Winter ist noch nicht vorbei. Und damit auch alle anderen sehen können, wie es bei Schnee und Eis läuft, steht ab sofort ein neuer Film aus der Straßen.NRW-Reihe „Kleine Verkehrskunde“ online: „Räumologie“.

Straßenwetterstationen liefern wichtige Daten

Von 1. November bis 30. April dauert die Winterdienst-Saison bei Straßen.NRW. In den beiden Winterdienstzentralen Krefeld und Hamm laufen in dieser Zeit die wichtigsten Informationen zum Wetter und Straßenzustand zusammen. Rund um die Uhr haben die Mitarbeiter der Winterdienstzentralen nicht nur die aktuellen Prognosen im Blick, sie halten auch Kontakt zur Autobahnpolizei, zu Meteorologen des Deutschen Wetterdienst (DWD) und den Einsatzleitern der Autobahnmeistereien. Zusätzlich liefern rund 210 Straßenwetterstationen im Autobahnnetz und rund 60 Anlagen im Zuge von Bundes- und Landesstraßen wichtige Daten. Auf Brücken und an kritischen Streckenabschnitten werden die Oberflächentemperatur der Fahrbahn und ihr Zustand – trocken, feucht oder nass –, der Niederschlag, die relative Luftfeuchte und die Lufttemperatur erfasst.

Kündigen sich Temperaturen nahe der Nullgradgrenze an, Reifglätte, Schnee oder Eis, werden die Autobahn- und Straßenmeistereien informiert. „Wir rücken dann direkt aus oder setzen unsere Teams in Bereitschaft, damit sie auch in der Nacht rechtzeitig reagieren können“, sagt Jens Kaminski, Betriebsdienstleiter der Straßen.NRW-Autobahnmeisterei Lüdenscheid. Dabei kommt es darauf an, mit dem Streu-Fahrzeug auf der Straße zu sein, bevor die Fahrbahn gefährlich glatt wird. „In der Regel sind wir drei Stunden früher draußen“, so Kaminski.

Glatteisgefahr – Brücken kühlen schneller aus

130.000 Tonnen Salz lagern im Durchschnitt zu Beginn des Winters in den Vorratshallen der Straßenmeistereien, als Reserve stehen zusätzlich rund 70.000 Tonnen in zwei Zentrallagern bereit. Je nach Region und Einsatzhäufigkeit wird nachgeordert. „Wir müssen in der Regel an 90 Tagen in einer Winterdienst-Saison raus“, sagt der Betriebsdienstleiter aus Lüdenscheid. Die A45, für die die Meisterei unter anderem zuständig ist, führt bis auf eine Höhe von 530 Meter ü.NN. Dort schneit es, wenn im Rheinland nur Regen fällt. Und auch die 39 Talbrücken auf der A45 zwischen Dortmund und der Landesgrenze Hessen haben die Straßenwärterinnen und Straßenwärter im Blick. Sie kühlen schneller aus und sind darum besonders anfällig für Glatteisbildung. „An diesen Stellen sollten Verkehrsteilnehmer gerade in diesen Tagen besonders vorsichtig sein, da man bei den höheren Tagestemperaturen nicht mehr mit Glätte rechnet“, mahnt Jens Kaminski zur Vorsicht. „Nachts haben wir vielfach noch Frost. Und auch wenn wir ausrücken, können wir nicht überall gleichzeitig sein. Jeder sollte also seine Fahrweise der Witterung anpassen.“

Einsatz hat Respekt verdient

1.900 Straßenwärterinnen und Straßenwärter sind bei Straßen.NRW in den 29 Autobahn- und 51 Straßenmeistereien im Schichtbetrieb im Einsatz. Es gilt rund 20.000 Kilometer Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen möglichst schnee- und eisfrei zu halten. Im Winter bedeutet das für die Bereitschaftsdienste, in vielen Nächten spät heimzukehren und früh wieder raus zu müssen. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigen dabei viel Engagement und Verantwortungsbereitschaft“, sagt Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek. „Dafür haben sie Dank aber auch Respekt verdient.“ Das bedeutet zum Beispiel, ein langsam fahrendes Streufahrzeug nicht zu überholen und damit sich und andere in Gefahr zu bringen.

Nach dem Anforderungsniveau Winterdienst“ müssen Autobahnen 24 Stunden täglich, wichtige Straßen für den überörtlichen Verkehr von 6 bis 22 Uhr befahrbar sein. 700 Streufahrzeuge sind dafür im Einsatz. Und das auch in diesen schwierigen Tagen, in denen die Corona-Pandemie den Alltag aller verändert. „Auch jetzt stehen die Straßen.NRW-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter parat“, sagt die Straßen.NRW-Direktorin. Die Arbeitsabläufe und Dienste seien so organisiert, dass sich möglichst wenig Menschen begegnen und immer eine Reserve bereit stehe. Sauerwein-Braksiek: „Oberstes Ziel ist, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.“