Närrische Damen stürmen das Rathaus in Wetter

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Mit dem laut und jubelnd vorgetragenen Slogan „Jetzt geht es los“ stürmten zur Weiberfastnacht  pünktlich um 11.11 Uhr die Narren und Jecken der „Karnevalsfreunde Wetter“ in traditioneller Bergmannskluft, Perücken, bunten Kostümen und roten Nasen das Rathaus.

Dann trat eine der holden närrischen Damen ans Stehpult und eröffnete mit den Worten „Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau“ einen Rückblick in die 70er Jahre: „Wetter. 1970. Die Gemeinde Wetter hat ab heute einen neuen Namen – Stadt Wetter (Ruhr). Andere Namensideen wie Unwetter oder Schönwetter hätten sich nicht durchsetzen können. Dann gab es Nachrichten aus den einzelnen Stadtteilen, etwa aus Esborn: „Hier wurde das Es geboren. Und das Es lebt heute noch hier.“ Und damit zum Wetter, das von Henriette in schwarzer Haube und weißer Schürze vorgetragen wurde –  mit laufendem Fön als Sturmersatz: „Angesichts der stürmischen Wetterlage“, so die Außenreporterin, „haben viele Bürgerinnen und Bürger darum gebeten, ganz Wetter zu überdachen.“

Frank Hasenberg hieß die närrischen Freunde herzlich im Rathaus willkommen, aber dann war es auch schon soweit: mit einem beherzten Schnitt war die Krawatte des Bürgermeisters ab. Dafür gab es allerdings einen Karnevalsorden als Ersatz – mit dem Aufdruck Keine Sprechstunde. Dann übergab Hasenberg den symbolischen Rathausschlüssel an die Damen der Karnevalsfreunde: „Das Führen der Regierungsgeschäfte sollte für Sie kein allzu großes Problem darstellen, denn in den Nachrichten dürften Sie bereits gesehen, gehört und gelesen haben, dass die politischen Narren geschlossen zur Weltherrschaft greifen. Angesichts von Trump, Johnson und Konsorten sind Sie mir, holde Damen, die weitaus liebsten Narren!“