Seminar sorgt für neue Erkenntnisse zu Traumaerfahrungen

Traumaerfahrungen sind häufig erst nach rund zwei Jahren bei den Betroffenen sichtbar – das war eine entscheidende Erkenntnis für viele Beteiligte einer gestrigen (11. Januar) Qualifizierungsveranstaltung rund um das Thema „Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit Traumatisierungserfahrungen“ des Kommunalen Integrationszentrums der Stadt Hagen (KI).     

(v.l.) Anja Schaube und Dieter Lindstädt vom Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Hagen sowie Thomas Weber (Geschäftsführer des Zentrums für Trauma- und Konfliktmanagement in Köln) bei der Qualifizierungsveranstaltung. (Foto: Stadt Hagen)

Diplom-Psychologe Thomas Weber, Geschäftsführer des Zentrums für Trauma- und Konfliktmanagement in Köln, informierte bei seinem Besuch Lehrkräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Kinder- und Jugendarbeit. Sie erfuhren, dass selbst vor längerer Zeit geflüchtete junge Menschen zum Teil erst jetzt von Traumaerfahrungen betroffen sein können. In dem praxisnahen Seminar lernten die Teilnehmenden in kurzen Rollenspielen die Grundlagen der Psychotraumatologie und Trauerreaktionen in Abgrenzung zu Traumareaktionen kennen. Zudem ging es um die Übertragung von Gefühlen wie Hilflosigkeit und Ohnmacht auf professionelle Helfer und deren Auswirkung auf die Arbeit. Auch traumapädagogische Vorgehensweisen spielten eine Rolle. Zu den weiteren Themen zählten „Psychohygiene“ und „Selbstschutz“. Das Seminar machte passende Verhaltensweisen in der Schule verständlich und erläuterte Verhaltensstrategien für die Bezugspersonen von Traumaerfahrenen. Eigene Fallbeispiele der Teilnehmenden rundeten die Veranstaltung ab.