Steinzeugkrug als Objekt des Monats Januar

Ein Steinzeugkrug der Eversbusch-Wachholderbrennerei aus Hagen-Haspe ist das Objekt des Monats Januar. In den Räumen des Jungen Museums im Osthaus Museum steht bis zur Eröffnung des Stadtmuseums Hagen im Jahr 2021 ein monatlich wechselndes Ausstellungsstück mit besonderem Hintergrund.

Die Entstehungsgeschichte der Eversbusch-Wachholderbrennerei führt in das Jahr 1780, als Johann Christoph Eversbusch nach Hagen kam und eine Bäckerei eröffnete. Sein Sohn Heinrich Peter Christoph übernahm den Betrieb und beschäftigte sich zudem mit der Branntweinbrennerei auf Gut Harkorten. Während der Befreiungskriege gegen Napoleon lernte er in Holland das Wachholderbrennen. 1817 zog Christoph in die Berliner Straße, wo er eine Wachholderbrennerei und das Gasthaus „Wachholderhäuschen“ errichtete. Dies hatte eine günstige Lage, weil dort die Straßenmaut erhoben wurde. Ab 1907 gab es eine neue Wachholderbrennerei. Das Gebäude überstand beide Weltkriege unversehrt, die britische Kommandantur beschlagnahmte es jedoch nach Kriegsende für drei Jahre. Seit 2009 steht das Gebäude unter Denkmalschutz und ist im Rahmen von Führungen zu besichtigen. In den Räumen der alten Brennerei sind mittlerweile die Büros der Firma Eversbusch untergebracht.

Die Brennerei befindet sich seit sechs Generationen im Familienbesitz und das Rezept des „46%igen Eversbusch-Wachholders“ ist noch heute unverändert. Auch das Destillieren der Beeren zusammen mit Wasser und Alkohol erfolgt in der originalen Wacholderblase. Die Beeren stammen seit mehreren Generationen von einem Importeur aus der Toskana. Zu Beginn wurde der Eversbusch-Doppelwachholder noch in Glasballons an die verschiedenen Gastwirte und Händler geliefert, doch seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts geschieht dies in Steinkrügen mit unterschiedlichem Fassungsvermögen, die dem Wachholder seinen hohen Wiedererkennungswert verleihen. Das doppelte „h“ in Wachholder ist übrigens kein Druckfehler, sondern überdauerte die verschiedenen Rechtschreibreformen und blieb so als traditionelles Element auf den Etiketten erhalten.
(Foto: Stadt Hagen)