Haus Harkorten wird „wach geküsst“

Ein einmaliges baukulturelles Erbe

Der aufgestellte Bauzaun zeigt es unübersehbar an – am Haus Harkorten tut sich etwas. „Endlich“, sagt Oberbürgermeister Erik O. Schulz, der bereits 2015 einen Arbeitskreis unter der Leitung von Denkmalpflegerin Ina Hanemann zusammenrief, der sich seitdem mit der zukünftigen Nutzung des Herrenhauses beschäftigt und um die Akquise von Fördermitteln bemühte. Mit Erfolg, denn die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sagte nach einer Besichtigung des Gebäudes spontan noch für dieses Jahr 80.000 Euro für das Herrenhaus zu.

Foto: Michael Kaub

Die Stadt Hagen selbst steuert 84.500 Euro Zuschuss bei, der durch Überschüsse aus den Gewerbesteuern 2018 gedeckt ist. Damit konnten die bereits im Frühjahr dieses Jahres zugesagten Denkmalmittel des Landes NRW in Höhe von 66.000 Euro abgerufen werden, ohne, dass der Verein zur Förderung des Erhalts und der Entwicklung von Haus Harkorten an seine Reserven gehen musste. „Mit dem Herrenhaus besitzt Hagen ein einmaliges baukulturelles Erbe, das wir unbedingt für die Öffentlichkeit in seinem Bestand sichern wollen und dank des beharrlichen Einsatzes aller Akteure scheint das nun zu gelingen“, freut sich OB Schulz.

Mit den zugesagten Zuschüssen werden erste Sicherungen am Gebäude und die grundlegend notwendigen Voruntersuchungen der Gebäudesubstanz durchgeführt. Dazu gehören der Einbau einer provisorischen Heizung sowie die Erstellung einer Bestanderfassung des Gebäudes im Detail und die Untersuchung der Wasserwirtschaft auf dem Gelände. Diese sucht ihresgleichen in der Modernität ihrer Ausführung. Durch gezieltes Einsetzen von Schleusen und Stauungen des Bremker Baches gelang es den Erbauern schon 1756, das Gebäude mit fließendem Wasser zu versorgen.

Die Mitglieder des Arbeitskreises (diesem gehören Kulturdezernentin Margarita Kaufmann, Denkmalpflegerin Ina Hanemann, Heimatpfleger Michael Eckhoff, Dipl. Restaurator Gereon Lindlar, Gebietsreferentin Danae Votteler von der LWL-Denkmalpflege, Historiker Dr. Ralf Blank, Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser sowie Frauke und Thomas Kaldewey, Architekten aus Lüdenscheid, als Mitglieder des Fördervereins an) sind sich einig, dass es äußerst positiv ist, wenn jetzt erste wesentliche Maßnahmen an dem Gebäude durchgeführt werden, diese aber noch lange nicht die Zukunft  des Herrenhauses sichern. Und somit sind die nächsten Förderanträge und Gespräche in der Vorbereitung.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und auch die NRW Stiftung haben bereits Förderungen in Aussicht gestellt, so dass der Arbeitskreis davon ausgeht, dass im nächsten Jahr die Eigenmittel erbracht werden können, um endlich die Bundesmittel abzurufen. Diese stehen nämlich bereits seit 2016 in Höhe von 240.000 Euro zur Verfügung, können aber erst abgerufen werden, wenn der Verein auf der anderen Seite die gleiche Summe zusammen trägt. Mit dem dann vorhandenen Finanzvolumen von über 500.000 Euro wird die sehr beschädigte Außenhülle mit Schieferdach und -fassade Instand gesetzt. Und im darauffolgenden Jahr müssen die sehr wertvollen historischen Fenster und Türen des imposanten Herrenhauses restauriert werden.