FernUniversität und Fraunhofer UMSICHT richten umweltwissenschaftliche Professur ein

Neue Wege in den Umweltwissenschaften geht die FernUniversität in Hagen zusammen mit dem

Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik in Oberhausen: Ihre neue Fraunhofer-
Professur für Umweltwissenschaften ist ingenieurwissenschaftlich ausgerichtet – und dennoch in der

Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften (KSW) angesiedelt. Damit wollen die FernUniversität und
das Institut Fraunhofer UMSICHT ihre fast 20-jährige Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen
Weiterbildung vertiefen und auf die Forschung ausweiten. Leiter des neuen Lehrgebiets ist Prof. Dr.-
Ing. Görge Deerberg, stellvertretender Leiter von Fraunhofer UMSICHT. Zusammen mit der Hagener
Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Annette Töller leitet er bereits die gemeinsame wissenschaftliche
Weiterbildung „Interdisziplinäres Fernstudium Umweltwissenschaften (infernum)“.
Viele umweltwissenschaftliche Probleme können heute nicht mehr nur naturwissenschaftlich-technisch
gelöst werden, oft müssen auch gesellschaftswissenschaftliche Aspekte berücksichtigt werden.
Dementsprechend versteht die Fakultät KSW die Umweltwissenschaften als interdisziplinäre
Wissenschaftsrichtung, die sich mit den Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Umwelt ebenso
befasst wie mit Strategien zur Reduzierung oder Vermeidung negativer Folgen dieses Handelns.
Interdisziplinäre Schnittstellen
„Wir haben festgestellt, dass es bei Umweltfragen viele Schnittstellen mit anderen Disziplinen gibt“,
unterstreicht Dr. Thomas Walter, Geschäftsführer der Fakultät KSW. Angesichts z.B. der Komplexität
der Probleme bei Kohleausstieg, Energiewende und Klimapolitik kann das technisch Mögliche
rechtliche Fragen aufwerfen und – außer wirtschaftlichen und ökologischen – auch gesellschaftliche
und kulturelle Folgen haben. Walter: „Das muss zusammen gedacht werden. Die besten technischen
Lösungen nützen nichts, wenn die Menschen nicht mitziehen.“
Für das Vorhaben stärkt die FernUniversität ihre interne naturwissenschaftlich-technische Kompetenz
wieder mit Fraunhofer UMSICHT als Partner, der zudem die unbefristete Professur finanziert. Vorbild
hierfür ist die hervorragend aufgestellte und oft nachgefragte Weiterbildung infernum, an der
Lehrgebiete, Lehrstühle und Institute der ganzen Universität sowie renommierte externe Institutionen
beteiligt sind (https://www.umweltwissenschaften.de).

Verstärkung für Fakultät und FernUni-Forschungsschwerpunkt
Die Verbindung zwischen wissenschaftlicher Grundlagenforschung und praktischer Anwendbarkeit der
Ergebnisse stellt Prof. Dr.-Ing. Görge Deerberg her. Er bringt sich mit hohem Engagement, vielen Ideen
und zahlreichen Kontakten in die Forschung zu Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit und in den
gleichnamigen Forschungsschwerpunkt der FernUniversität ein.
„In den letzten Jahren stellen wir bei Fraunhofer UMSICHT zunehmend fest, dass wir als
Technikerinnen und Techniker umwelt- und energietechnische Fragestellungen nicht immer
zufriedenstellend beantworten können“, bestätigt er die Ausführungen von Thomas Walter. „Denn
unsere Problemstellungen sind nicht immer nur rein technischer Natur. Der Erfolg unserer
naturwissenschaftlichen und ingenieurwissenschaftlichen Lösungen hängt auch von gesellschaftlicher
Akzeptanz und einer zielgruppenorientierten Kommunikation ab.“ Dieser Aspekt wird jedoch in vielen
Projekten nur unzureichend berücksichtigt. „Daher ist der Austausch mit anderen Disziplinen sehr
wichtig, besonders mit kultur- und sozialwissenschaftlichen.“

Bei der FernUniversität sieht Prof. Deerberg hierfür viele Ressourcen inner- wie außerhalb der KSW-
Fakultät: „Das war auch ein Grund für diese Professur. Die FernUniversität hat bei den großen Fragestellungen Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit einen Schwerpunkt in der Forschung gesetzt, in
dem es eine Reihe kompetenter Partnerinnen und Partner gibt, mit denen wir gut zusammenarbeiten können.“

Ausbau der Lehre
In der Lehre soll das weiterbildende infernum-Studium mit Master of Science-Abschluss
weiterentwickelt werden. Zudem planen Fraunhofer UMSICHT und die Weiterbildungsplattform
Fraunhofer Academy gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der FernUniversität
einen Studiengang, der ab 2020 Systemdynamik vermitteln soll.