Wetter Weltoffen lädt ein:

Wetter Weltoffen lädt ein:

Offene Gesellschaft und Heimatpreisverleihung im Wohnzimmer der Menschlichkeit

Am Dienstag, 26. November, um 17 Uhr öffnen sich die Türen des Stadtsaales für die Jahresabschlussveranstaltung der Initiative „Wetter Weltoffen“. Nach einem Jahr wird nun Bilanz gezogen – Die Bewegung, ihre Aktionen und Ideen sollen an diesem Abend für alle Besucher*innen nicht nur sichtbar, sondern auch erlebbar werden.

Entstanden ist der Arbeitskreis „Wetter Weltoffen“ nach zwei erfolgreichen Bürgerkonferenzen und setzt sich aus demokratisch gewählten politischen Vertretern, engagierten Bürger*innen und Verwaltungsmitgliedern zusammen.

„Wetter Weltoffen ist aber nicht nur ein offener Arbeitskreis“, so Organisatorin Alina Wieczorek von der Stadt Wetter, „ Es ist viel mehr: Eine Bewegung, es ist eine Einstellung, ein Ausdruck für Toleranz und Respekt, für Wertschätzung und Zivilcourage. Vor allem ist es aber ein deutliches Zeichen gegen Rassismus, gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit. Unser Logo ist quasi ein Siegel, das in Absprache von jedem Wetteraner und jeder Wetteranerin genutzt werden darf, um Aktionen, Veranstaltungen, Vereinsarbeit oder Engagement zu kennzeichnen.“

Was schon am späten Nachmittag um 17 Uhr als lockerer After-Work-Treff bei weißem Glühwein und würzigem Tee beginnen soll, hält im weiteren Verlauf noch einige Überraschungen für die Besucher*innen bereit. „Jeder, der schon mal unter bunten Lampenschirm-Lichterketten zu handgemachten, französischen Balkanbeats der Kölner Band „Chanson Trottoir“ tanzen wollte, kann das an diesem Abend tun“, so Wieczorek.          Man kann in 50er-Jahre-Wohnzimmeratmosphäre gemütlich plaudern oder sich bei einem Feierabendbier eine pott-typische Currywurst gönnen. Wer mag, kann sich sogar vom gemütlichen Plüsch-Sofa aus ein hochwertiges Henna-Tattoo auf die Haut zaubern lassen.

Die Handlungsfeldgruppe „Sport“ stellt in diesem Rahmen ihren gemeinschaftlich entwickelten Ehrenkodex für alle Sportvereine in Wetter vor und die Handlungsfeldgruppe „Bildung“ eine gemeinsame Werteerklärung für alle Wetteraner Bildungseinrichtungen.

Die jeweiligen Inhalte basieren auf Toleranz und Respekt, auf Wertschätzung und Zivilcourage sowie einem demokratischen Werteverständnis.

Ein weiterer interaktiver Programmpunkt, speziell für die weiblichen Besucher ab 16 Jahren, ist die Wetter Weltoffen Kleidertauschparty, organisiert von der Handlungsfeldgruppe „Integration & Gleichstellung“. Wer noch sehr gut erhaltene, gewaschene, ehemalige Lieblingsteile in den Schränken hortet, bringt maximal fünf Stück davon mit und tauscht sie gegen neue Lieblingsstücke ein. Zudem wird es Informationen zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ geben, die auf Missstände und Hilfsangebote aufmerksam macht, sowie einen Workshop zur Aufdeckung und Erkennung versteckter rechtsextremer Symbolik.

Kulinarische Begegnung schafft an diesem Abend der außergewöhnliche Foodtruck „elbēn“ mit dem Angebot vielfältig belegter, arabischer Fladenbrote, den leckeren Manakish.

Mit der Zubereitung und dem Verkauf des Street-Foods durch syrische Geflüchtete möchte das Projekt „elbēn“ eine Brücke zwischen ihnen und den in Deutschland beheimateten Menschen bauen. Der Erlös soll den geflüchteten Mitarbeitern von „elbēn“ ein gesichertes Einkommen und finanzielle Unabhängigkeit ermöglichen, sodass sie ihre Familien hier und in Syrien unterstützen können.

Ein besonderes Highlight ist die Verleihung des Heimatpreises NRW. Bewerben konnten sich Wetteraner Vereine und Initiativen in unterschiedlichen Kategorien, die das Thema Heimat vielfältig interpretieren und fördern sowie einen klaren Kontrast bilden zu dem Versuch, den Begriff Heimat mit rechten Ideologien zu füllen.

Bürgermeister Frank Hasenberg äußert sich dazu unmissverständlich: „In Zeiten rechtspopulistischer Hetze, rassistischer Anfeindungen und digitaler Hasstiraden ist es wichtiger denn je, sich in den unterschiedlichsten Bereichen für ein gesundes, demokratisches Werteverständnis einer freien und offenen Gesellschaft einzusetzen. Das gilt auch für die Auslegung des Begriffs Heimat“.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, Jede*r ist zu diesem vielfältigen, heimatlich gemütlichen Feierabend mit internationalem Flair willkommen.