Jubilarehrung verdienter ver.di-Mitglieder in Hagen

Zur ver.di-Jubilarehrung im Kegel-Casino in Hagen konnte der Geschäftsführer des ver.di Bezirks Südwestfalen, Jürgen Weiskirch, insgesamt 100 Jubilarinnen und Jubilare begrüßen, die eingeladen waren, um sich für ihre 25- und 40-jährige Gewerkschaftszugehörigkeit ehren zu lassen.

Der ehemalige Bundesvorsitzende des ver.di-Fachbereichs Bildung, Wissenschaft

und Forschung, Klaus Böhme, hielt die Festrede und dankte den Gewerkschafte-
rinnen und Gewerkschaftern für ihre langjährige Mitgliedschaft. „Gewerkschaft,

das geht nur gemeinsam, das geht nur nach dem Motto „Einer für Alle und Alle

für Einen! ver.di, das seid ihr, das sind wir alle gemeinsam. Ihr habt es vorge-
macht.“

Mit einem Streifzug durch die Eintrittsjahrgänge 1979 – 1994 ließ er die Chronik

dieser Jahre aufleben und erinnerte an Höhen und Tiefen der Gewerkschaftsbe-
wegung, an Erfolge aber auch an Niederlagen. „Dennoch“, so Klaus Böhme,

„wenn wir auch nicht immer alles erreicht haben, so war und ist die Gewerkschaft

ver.di eine politisch gestalterische Kraft, die nicht nachlassen wird, für gute Ar-
beitsbedingungen, gute gesellschaftliche Bedingungen und für eine gute Zukunft

zu kämpfen.“ Der Zusammenhalt mache immer noch Durchsetzungsstark. Er zi-
tierte den vor kurzem ausgeschiedenen ver.di-Bundesvorsitzenden Frank Bsirske:

„Kirchen brauchen Gläubige, Parteien brauchen Wähler und Gewerkschaften
brauchen Mitglieder!“ Ohne die Mitglieder sei alles nichts. „Nur über eine gute
Organisationskraft erreichen wir Löhne und Gehälter, um gut leben zu können,
Arbeitsbedingungen, die nicht nur auszuhalten, sondern die menschlich sind und
Arbeitszeiten, die nicht zermürben, sondern auch genug Luft und Zeit lassen für
Familie und eigene Interessen.“

Gewerkschaft verstehe er als eine Selbsthilfeorganisation auf genossenschaftli-
cher Grundlage. „ver.di ist heute eine starke Organisation, die ihr gesellschaftli-
ches Gewicht für die Mitglieder einzusetzen weiß und Wirkung erzielt, auch in ei-
ner Zeit, die gezeichnet ist von Veränderungen. Der rasante technische Fort-
schritt, der Klimawandel und die zunehmende soziale Ungleichheit bedürfen un-
serer Antworten und Positionierungen, ebenso wie Ausländerfeindlichkeit, Ras-
sismus und ein zunehmendes Abdriften ganzer Gruppen in die rechte und rechts-
radikale Szene.“

Es bedürfe eines massiven Umbaus von Wirtschaft und Gesellschaft, und zwar so-
zial gerecht und ohne dass neue Ungerechtigkeit entstehe. „Wir wollen als starke

Kraft der organisierten Arbeit die Gesellschaft zum Besseren verändern. Für sozia-
le Gerechtigkeit, für Solidarität und zum Schutz von Mensch und Natur.“

ver.di-Bezirksgeschäftsführer Jürgen Weiskirch betonte, Gewerkschaftsmitglied-
schaft sei eine Frage der inneren Haltung. Er gratulierte allen Jubilarinnen und Ju-
bilaren und dankte ihnen für ihre Treue über gute und schwierige Jahre hinweg.

Es sei wichtig, die Gewerkschaftserfahrung an die junge Generation weiterzuge-
ben und auch sie für gewerkschaftliches Engagement zu begeistern, damit der

Kampf für gute Arbeit weitergehe. In welche Richtung es gehe hätten die Beschäf-
tigten eigentlich selbst in der Hand. „Was will denn das Kapital ohne unsere Köpfe

und Hände? Ihr seid überzeugte Anhänger der organisierten Arbeitnehmerbewe-
gung und lebt über Jahrzehnte die Idee von Solidarität. Ohne euch wäre unser

Land ärmer – ärmer an Gemeinsinn, Solidarität und Engagement.“
Musikalisch umrahmt wurde der festliche Abend durch das Musikerduo Manfred

Pohlmann und Dirko Juchem. Beim Wiedersehen mit lieben Kolleginnen und Kol-
legen fand der Abend seinen Ausklang und bot Zeit für Austausch und Gespräche.