Grüne Wetter enttäuscht: kein Konsens zur Rettung der Platanen und für mehr Klimaschutz

Die Grünen Wetter sind enttäuscht. Eine Mehrheit im Stadtentwicklungs- und im Umweltausschuss hat die
Rettung der Stadtsaal-Platanen verweigert. Auch konnte bisher kein Konsens für einen selbstverpflichtenden
Klima-Grundsatzbeschluss gefunden werden.
Dazu erklärt Sprecherin Karen Haltaufderheide:
Mit dem Beschluss, ohne Not an der Fällung von zwölf Platanen um den Stadtsaal festzuhalten und der
Verweigerung einer Selbstverpflichtung zu mehr Klimaschutz zeigt vor allem die SPD, dass sie weder einen
breiten Bürgerwillen und Fridays für Future, noch faktische dramatische Klimaveränderungen Ernst nimmt.
Die Verwaltung hat im Umweltausschuss klargestellt, dass die Platanen aus planerischen Gründen gefällt
werden. Erstaunlicherweise wurde die Frage, ob die Platanen krank sind, erst diskutiert, nachdem unsere
Unterschriftenaktion gestartet war. Die Massaria-Erkrankung der Bäume war weder Grund noch Anlass, als
ihre Fällung vorgeschlagen wurde. In vielen Gesprächen, auf Facebook und im Zeitungsinterview haben wir
immer wieder klargestellt, dass die Bäume nicht hundertprozentig gesund sind, aber standsicher und
lebensfähig. Bei der sachgerechten Pflege des Stadtbetriebs ist es verantwortbar, die Bäume stehen zu
lassen. Wie wir bei einem Blick in die Wälder sehen, gibt es kaum noch vollkommen gesunde Bäume. Das ist
kein Grund, sie alle zu fällen. Dass nun so intensiv über den Gesundheitszustand der Platanen diskutiert wird,
hat vor allem den Grund, dass sich – zu Recht! – heutzutage niemand mehr vorstellen kann, dass ohne Not
aus planerischen Gründen solche wunderbaren Bäume gefällt werden. Sichtachsen und lichtdurchflutete
Räume sind auch keine Kriterien unserer Baumschutzsatzung, die eine Ausnahmegenehmigung zur Fällung
geschützter Bäume rechtfertigen würden.
Es ist im übrigen falsch, dass der Rat die Fällung der Platanen beschlossen habe. Der Rat wurde überhaupt
nicht befasst. Es hat lediglich der Stadtentwicklungs- und Bauausschuss beschlossen, dass der Entwurf des
Planungsbüros zur Umgestaltung des Stadtsaalumfelds befürwortet und als Grundlage für die weitere
Ausarbeitung beschlossen werde. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Umsetzung voranzutreiben. Die
nicht erfolgte weitere Ausarbeitung hätte durchaus die Möglichkeit geboten, die Platanen zu retten. Wer uns
vorwirft, die Bürger*innen falsch zu informieren, gar zu belügen, sollte selbst keine falschen Aussagen
treffen.
Leider scheint sich die Verkennung neuer Notwendigkeiten beim Klimaschutz fortzusetzen. Unser Versuch,
eine breite Mehrheit für eine Selbstverpflichtung zu mehr Klimaschutz in Wetter zu organisieren, trägt bisher
keine Früchte. Dabei erkennen wir an, dass in Wetter viel für den Klimaschutz getan wurde und mit dem
Klimaschutzkonzept und der Einstellung eines Klimamanagers wichtige weitere Schritte vorbereitet wurden.
Aber wer heute sagt, man habe schon immer Klimaschutz betrieben und im Übrigen auf die Verantwortung
der Regierung und der Weltgemeinschaft verweist, hat den Ernst der Lage noch nicht verstanden.“