Das erste Raser-Urteil mit langer Haftstrafe ist für die Polizei eine Bestätigung intensiver Kontrollen und Motivation zu weiteren Einsätzen

Zwei Jahre und zehn Monate Haft ohne Bewährung und eine 
lebenslange Führerscheinsperre: Dieses Urteil verhängte das 
Amtsgericht Dortmund gegen einen bereits vorbestraften 33-jährigen Autofahrer, der im Dezember 2018 bei einer gefährlichen 
Verfolgungsfahrt mit der Polizei bis zu 130 km/h erreichte. Anlass 
war eine Kontrolle auf Phoenix-West in Hörde, wo Autofahrer immer wieder auffallen.

   Für die Dortmunder Polizei ist das Urteil ein weiterer Ansporn, 
bei den Kontrollen gegen Raser nicht locker zu lassen. Der Leitende 
Polizeidirektor Ralf Ziegler als Chef der Direktion Verkehr: „Wir 
werden nicht zulassen, dass respektlose Raser die Straßen in unserer Stadt und auf den Autobahnen als Rennstrecke missbrauchen und andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Konsequent bekämpfen wir diesen Missbrauch mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Und wir sind sehr froh, dass uns die Stadt Dortmund dabei unterstützt.“

   Ziel der Kontrollen ist es, Unfälle mit schwerwiegenden 
Verletzungen oder tödlichen Folgen zu verhindern.

   Zahlen der Polizei für die erste Hälfte des Jahres 2019 belegen, 
dass die Kontrollen notwendig sind: Allein bei den Einsätzen nur 
gegen Raser auf dem Wallring in der Innenstadt und auf anderen 
Hauptstraßen in der Dortmunder Innenstadt konnte die Polizei 551 
Tempoverstöße nachweisen. Bei 19 Fahrern bestand der Verdacht, dass sie charakterlich nicht zum Führen eines Fahrzeugs geeignet sind. Darüber wurde die Stadt Dortmund informiert.

   Die Rennen mehrerer Fahrzeuge beginnen meist an roten Ampeln oder im fließenden Verkehr mit verdeckten Zeichen. Starke Beschleunigungen rauf auf bis zu 130 km/h, schnelle Spurwechsel und abrupte Bremsmanöver sind Kennzeichen dieser riskanten Fahrten.

   In 691 Fällen sind in der ersten Jahreshälfte 2019 auch an 
getunten Fahrzeugen technische Mängel aufgefallen. Diese Mängel 
können entscheidenden Einfluss auf das Fahrverhalten eines Pkw gerade in riskanten Situationen haben und die Folgen eines Unfalls 
verschlimmern. In solchen Fällen können die Fahrer die Kontrolle über ihren teilweise mit viel Geld getunten Pkw verlieren, so dass nach einem schweren Unfall – im besten Fall – nur noch ein Haufen Schrott übrig bleibt.

   In der ersten Jahreshälfte 2019 mussten 235 Fahrer nach Kontrollen gegen Raser und illegales Tuning ihre Pkw wegen gravierender Mängel von einem Gutachter untersuchen lassen.

   Das aktuelle Urteil des Amtsgerichts Dortmund sollten Raser als 
Warnung verstehen. Auch andere Gerichtsverfahren mit teils hohen Geldstrafen zeigen, dass das gefährliche Spiel am Gaspedal teuer werden kann. In einem Fall mussten zwei Raser 1200 Euro (sein ganzes Monatsgehalt) und 2500 Euro zahlen. Ein Beteiligter an dem vor Gericht verhandelten Rennen kassierte ein acht Monate dauerndes Fahrverbot – für wenige Sekunden im Temporausch bei 130 km/h nachts in einer Linkskurve auf dem Südwall. Ein Team der Polizei filmte nicht nur diese Fahrt, sondern auch andere Rennen, die noch zu Anklagen vor Gericht führen können.

   Ralf Ziegler: „Mit eigenen Beobachtungen und Videotechnik arbeiten wir daran, immer eine klare Beweislage zu schaffen. Raser verlieren dann spätestens vor Gericht ein Rennen und bekommen die Konsequenzen ihres Verhaltens zu spüren. Sie sollten wissen: Einen Blechschaden kann man reparieren. Aber ein Menschenleben ist unbezahlbar.“

   Der Leitende Polizeidirektor rät Rasern, sich auch mit den 
persönlichen Folgen eines mehrere Monate dauernden 
Führerscheinentzugs oder auch eines möglichen Gefängnisaufenthaltes auseinanderzusetzen.