1,68 Millionen für die Digitalisierung des Mittelstandes im östlichen Ruhrgebiet

Um den industriellen Mittelstand der Region beim digitalen Wandel zu begleiten, haben die Wirtschaftsförderungen Hagen, Bochum und Dortmund in Kooperation mit den regionalen Kammern das Projekt „In|Die RegionRuhr 4.0: Digitale Fabrik“ ins Leben gerufen – eine Projektidee, die bei der Europäischen Union und dem Land Nordrhein-Westfalen gut ankommt: Einen Förderbescheid über 1,68 Millionen Euro für eine weitere Förderphase von drei Jahren übergab Regierungspräsident Hans-Josef Vogel aus Arnsberg nun Oberbürgermeister Erik O. Schulz aus Hagen und dem Dortmunder Oberbürgermeister Ulrich Sierau.

Mittelständische Unternehmen stehen aktuell vor großen Herausforderungen: Wettbewerbsdruck, Fachkräftemangel, die Verschlankung von Prozessen oder die Nachfrage nach individualisierten Produkten sind Themen, bei denen digitale Technologie entscheidende Unterstützung leisten kann. Aber: „Für die Auswahl und Umsetzung digitaler Lösungen im Unternehmensalltag fehlen oftmals Zeit, spezielles Knowhow oder die passenden Partner. Hier setzt das Projekt ‚Digitale Fabrik‘ an und bringt die richtigen Menschen miteinander an einen Tisch. Damit steht den Hagener Unternehmen, die sich auf dem Weg der Digitalisierung neutrale und zuverlässige Unterstützung ins Haus holen möchten, ein attraktives Angebot zur Verfügung“, erläutert Volker Ruff, Geschäftsführer der HAGENagentur. 

Ab September 2019 stehen in dem neuen Projekt „Digitale Fabrik“ unter anderem zwei InnovationCoaches für individuelle Beratungen und firmenüberbergreifende Digitalisierungsprojekte bereit. Mit dem InnoScheck.RUHR wird die Arbeit zusätzlicher Experten finanziert, die Firmen bei der Konzeption und Umsetzung spezifischer  Fragestellungen  kostenfrei unterstützen, zum Beispiel bei der Digitalisierung des Vertriebs, dem Einsatz von digitalen Assistenzsystemen in der Produktion, der Nutzung additiver Fertigungsverfahren oder mehr IT-Sicherheit im Betrieb. Neu ist dabei die durchgängige Begleitung von der Konzeptentwicklung bis zur Umsetzung.

Den Förderantrag für das Projekt „In|Die RegionRuhr 4.0: Digitale Fabrik“ hat die Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund gestellt, Projektpartner sind die Wirtschaftsentwicklung Bochum GmbH, die HAGENagentur GmbH sowie die wird die Industrie- und Handelskammer Dortmund, die IHK Mittleres Ruhrgebiet, die SIHK zu Hagen und die Handwerkskammer Dortmund. Eine enge Zusammenarbeit mit Partnern in der Industrieregion Südwestfalen und den Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren in NRW ist verabredet.

„In der Digitalisierung steckt noch großes Potenzial für unsere Region – und damit auch für Hagen. Mit der neuen ‚Digitalen Fabrik‘ bündeln wir die Kompetenzen der verschiedenen Standorte und können unser Unterstützungsangebot für Betriebe und Beschäftigte nochmal deutlich erweitern. Der Zuschlag ist auch eine Bestätigung für die bisherigen Aktivitäten im Innovationstransfer und die gute Zusammenarbeit der beteiligten Partner im Ruhrgebiet und Südwestfalen“, unterstreicht Oberbürgermeister Erik O. Schulz die hervorragende Kooperation der unterschiedlichen Projektpartner, die in dem positiven Förderbescheid mündete. 

„In|Die RegionRuhr“ zieht positive Bilanz
Die Wirtschaftsförderungen und Kammern der Region unterstützen bereits seit mehreren Jahren im Netzwerk „In|Die RegionRuhr“ produzierende Unternehmen dabei, ihre Geschäftsmodelle zukunftsorientiert auszubauen und sensibilisieren sie für die Themen „Industrie 4.0“ und „Innovation“. Die bisherige Bilanz allein der letzten drei Jahre kann sich sehen lassen: Fast 1.000 Menschen in Unternehmen haben das Angebot genutzt,  70 Beratungsgutscheine wurden von Firmen eingesetzt darunter zehn von Hagener Firmen. Diese nutzen nun zum Beispiel 3D-Druck in der Orthopädietechnik, werten große Datenmengen mit Unterstützung Künstlicher Intelligenz (KI) für ihren Vertrieb aus, digitalisieren ihre Warenwirtschaft oder nutzen intelligentes Energiemanagement für mehr Ressourceneffizienz.