Austausch mit Südkorea: Großes Interesse an Hagener Themen

Eigentlich gehört es zum Tagesgeschäft: der fachliche Austausch mit anderen Kommunen und das mediale Interesse an der Arbeit der Hagener Stadtverwaltung. Eigentlich, denn wenn dieses Interesse aus Südkorea, zumal noch in geballter Form, kommt, dann wird aus dem alltäglichen Austausch ein besonderer. Dass das Interesse aus Südkorea sich in Hagen bündelt, liegt zum einen an Beziehungen, die der Fachbereich Jugend und Soziales bereits vor einigen Jahren knüpfen konnte, und zum anderen an Tae-Hoon Jung, Opernchormitglied des Theaters Hagen, der Termine für Fachleute sowie eine Tageszeitung aus Südkorea in Hagen organisierte und als Dolmetscher begleitete.

So besuchten vier Sozialarbeiter aus der Stadt Namyangju den Fachbereich Jugend und Soziales, um sich über die Zusammenarbeit der Stadt Hagen mit den Wohlfahrtsverbänden zu informieren. Auf besonderes Interesse stießen die Sozialleistungen, die Bürger erhalten können sowie die Betreuungs- und Beratungsleistungen für ältere Mitbürger. Erstaunt zeigten sich die koreanischen Gäste über das duale System bei den Berufsausbildungen in Deutschland, da in Korea die meisten jungen Menschen studieren, um einen Berufsabschluss zu erhalten. Die Besucher berichteten ihrerseits über ihre Arbeit als Sozialarbeiter in Korea. So gibt es auch in Korea Beratung für ältere Menschen und bei Bedarf werden auch Hausbesuche durchgeführt. Ältere Menschen, die Hilfe benötigen, erhalten vom Staat einen finanziellen Zuschuss, damit sie hiervon zum Beispiel eine Haushaltshilfe oder eine Pflegekraft bezahlen können.

Ein ganz anderes Thema stand beim Besuch einer Delegation des Nationalinstituts für Ökologie bei der Unteren Naturschutzbehörde im Mittelpunkt. Im Mai 2018 wurde in Südkorea erstmals ein Gesetz zum Biotopschutz erlassen, für dessen Umsetzung die Kommunen zuständig sind. Das Nationalinstitut ist von der südkoreanischen Regierung damit beauftragt, die Schulung der kommunalen  Mitarbeiter zur Umsetzung der Gesetzgebung durchzuführen. Mit dem gesetzlichen Biotopschutz betritt Südkorea offenbar absolutes Neuland, so dass zunächst ein System für Biotopkartierung und -management entwickelt und eingeführt werden muss. Von den Hagener Kollegen erfuhr die Delegation, wie die naturschutzrechtlichen und -fachlichen Europäischen-, Bundes- und Landesvorgaben auf kommunaler Ebene umgesetzt werden. Abschließend wurde gemeinsam die Biologische Station Hagen besucht und deren Arbeit im Biotopmanagement und der praktischen Biotoppflege vorgestellt.  

Im Oktober dokumentiert die landesweite, südkoreanische Tageszeitung Namdoilbo in einer Reportagen-Serie die Integration und Migration im Ruhrgebiet. In Hagen informierte sich die Zeitung unter anderem über die Arbeit des Kommunalen Integrationszentrums, besuchte einen Integrationskurs der Volkshochschule Hagen sowie einen Kindergarten oder eine Familie mit Migrationshintergrund.

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