NGG warnt Gastronomen in Hagen vor Trinkgeld-Trickserei

Das Trinkgeld gehört Kellnern und Köchen – nicht aber dem Chef: Was mit den „Extra-Euro“ passiert, mit denen sich Gäste für leckeres Essen oder guten Service bedanken, darüber
entscheiden die Beschäftigten selbst. Trotzdem geht ein Teil der 2.290 Menschen, die in

Hagen im Gastgewerbe arbeiten, hierbei leer aus. Das kritisiert die Gewerkschaft Nahrung-
Genuss-Gaststätten (NGG). „Gerade in kleinen Betrieben kommt es immer wieder vor, dass

der Chef die Trinkgeld-Kasse selbst verwaltet oder einen Teil vom sogenannten Tip sogar
vom Personal zurückfordert“, berichtet Isabell Mura.
Die Geschäftsführerin der NGG Südwestfalen stellt klar: „Das Trinkgeld ist ein steuerfreies
Geschenk, mit dem der Gast einfach Danke sagt. Von der Bedienung über Küche bis zur
Rezeption und Zimmerreinigung – Betriebsräte oder die Mitarbeiter regeln selbst, wie sie die
Extra-Einnahmen aufteilen.“ Weil alle Beschäftigten ihren Anteil am Gasterlebnis haben,
sollten auch alle bedacht werden. Allerdings arbeiteten in der Branche viele Menschen nur
befristet oder mit einem Minijob – und trauten sich aus Angst um ihren Arbeitsplatz nicht,
gegen Trinkgeld-Tricksereien durch den Chef vorzugehen. Betroffene sollten sich daher an
die Gewerkschaft wenden, rät Mura.
Anders als etwa in Italien oder in den USA gehe es beim Trinkgeld nicht darum, den
fehlenden Lohn aufzubessern. Der Obolus komme „on top“ zum Einkommen dazu, kann für
Köche, Kellner & Co. aber „nie einen anständigen Stundenlohn ersetzen“, so die NGG. Wie
viel Trinkgeld angemessen ist, sollten Gäste je nach Situation entscheiden. „Wer mit der
Küche und dem Service zufrieden ist, darf sich mit einem Trinkgeld gerne bedanken. Mit
10 Prozent macht man nichts falsch“, so Mura.

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