Honig vom Friedhof

Loxbaum idealer Ort für rund 250.000 Bienen

Es summt und brummt inmitten einer friedlichen Stille auf dem Waldfriedhof Loxbaum in Hagen: Hier, in einem Winkel gleich am Anfang des zweitgrößten Hagener Friedhofs zwischen zahlreichen Bäumen und Sträuchern, leben in fünf Bienenstöcken etwa eine Viertelmillion Honigbienen. 

„Die Idee ist vor rund zwei Jahren im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs ‚Neue Wege auf dem Friedhof‘ entstanden. Eine Arbeitsgemeinschaft hat im Zuge des Wettbewerbs das Konzept ‚Route der Hagener Friedhofskultur‘ konzipiert und die fünf großen Hagener Friedhöfe als die ‚Big Five‘ beschrieben“, erklärt Hans-Joachim Bihs, Vorstand des Wirtschaftsbetriebs Hagen (WBH). Jeder dieser Bestattungsorte bekam ein Schwerpunktthema zugesprochen – der Friedhof Loxbaum erhielt so den Naturlehrpfad. Als erste Pläne entwickelte die Friedhofsverwaltung die Aufstellung von Bienenstöcken sowie einen Baumlehrpfad. Schnell wurde der WBH mit Imker Lars Quicker fündig und die Bienenstöcke errichtet. Beide Seiten teilen die gleiche Meinung, wie Stefan Kaminski, Friedhofsverwalter Loxbaum, beschreibt: „Der Friedhof Loxbaum ist der ideale Ort für die Bienenansiedlung.“ Aufgrund seiner ökologischen Vielfalt mit vielen Bäumen, Sträuchern und Blumen biete das Gelände einen bestmöglichen Lebensraum für die Nutztiere. Über die enorme landwirtschaftliche und ökologische Bedeutung der Honigbienen sowie über die Imkerei informieren seit etwa einem Jahr Tafeln, die der Deutsche Imkerbund zur Verfügung gestellt hat. Die hölzernen Schaukästen stammen von dem hauseigenen Schreiner. Ein mit Baumstämmen abgesteckter und aus Holzspänen verlegter Weg führt zu den fünf Bienenstöcken. Hier werden pro Bienenstock etwa zehn bis 20 Kilo Honig produziert. Den letzten Honig für dieses Jahr erntet der Imker Ende Juli bis Anfang August. 

Stichwort Imker: In Hagen gibt es zurzeit rund 250 Mitglieder in vier Imkervereinen mit insgesamt knapp 1.600 Bienenvölkern. Doch für eine bienenfreundliche Umgebung muss es nicht gleich ein ganzer Friedhof sein – schon der eigene Garten kann mit wenig Aufwand zum Bienenparadies werden. Der WBH rät, keine Stein- oder Schottergärten anzulegen, da den Bienen so Lebensraum genommen wird. Des Weiteren sollte möglichst wenig gemäht werden, damit sich Wildblumen und Kräuter gut vermehren können. Ebenso zählt „Vielfalt statt Monotonie“: Nur durch ein vielfältiges Blütenangebot wird den Bienen ausreichend Nahrung angeboten. 

Seit diesem Jahr sind durch einen weiteren Imker Bienen auf dem Friedhof Holthausen eingezogen. Denkbar ist es, auch auf weiteren Friedhöfen Bienenstöcke zu errichten, wenn geeignete Bedingungen und interessierte Imker vorhanden sind. Durch solche und weitere Angebote wie Baumlehrpfade, ökologisch vielfältig gestaltete Grünflächen und Nistkästen für Vögel sollen die Hagener Friedhöfe auch künftig immer mehr zum Verweilen einladen – für Mensch und Tier. 

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