Ein Dach für alle pädagogischen Professionen

Zentrum für pädagogische Berufsgruppen- und Organisationsforschung an der FernUniversität in Hagen gegründet

Kleine Gelegenheiten sind oft der Anfang von großen Unternehmungen. Das hat schon der griechische Philosoph Demosthenes vor mehr als 2000 Jahren gesagt. Und das schreibt sich das neue Zentrum für pädagogische Berufsgruppen- und Organisationsforschung an der FernUniversität in Hagen (ZeBO Hagen) auf seine Fahnen. Die Gründung wurde jetzt groß auf dem Campus gefeiert – mit einer Tagung und einer Spring School zur Empirischen Bildungsforschung. Forschende, Studierende und Pädagoginnen und Pädagogen aus der Praxis feierten mit.

Was ist….

Regional in Hagen verankert, national aktiv und international sichtbar: Im Sinne des Lebenslangen Lernens nimmt das ZeBO Hagen den gesamten Bereich des Erziehungs- und Bildungssystems von der Kita bis zur Altenbildung in den Blick. „Auf diese Weise trägt es zur Sichtbarkeit der pädagogischen Berufe bei und stärkt diese in ihrer gesellschaftlichen Bedeutung“, sagt Prof. Dr. Julia Schütz. Sie leitet seit 2017 das Lehrgebiet Empirische Bildungsforschung an der FernUniversität in Hagen und ist Sprecherin des neuen Forschungszentrums. Auf den Weg gebracht hat die FernUni-Professorin das Zentrum gemeinsam mit ihren Wegbegleitern Prof. Dr. Rudolf Tippelt (LMU München), Prof. Dr. Dieter Nittel (Goethe-Universität Frankfurt) sowie ihrer ehemaligen Mitarbeiterin Prof. Dr. Christina Buschle (IUBH Internationale Hochschule).

Gut verortet ist das ZeBO Hagen an der FernUniversität, weil hier zu vielen aktuellen Bildungsfragen geforscht wird und mehr als 4000 Studierende aus ganz Deutschland in Hagen Bildungswissenschaft studieren. Ein Großteil davon ist selbst in pädagogischen Berufen tätig. „Die Reichweite für das ZeBO ist daher als besonders groß einzuschätzen und die Idee des Zentrums kommt unmittelbar in der pädagogischen Praxis an“, so Julia Schütz.

Was macht gute pädagogische Arbeit aus? Wie wirkt die Digitalisierung in die Pädagogik hinein? Welche Folgen hat der Fachkräftemangel für die Qualität der pädagogischen Arbeit? Unter anderem zu diesen Fragen wurde bei der Gründungstagung live und per Chatwall diskutiert. „Wir haben das ZeBO auch entwickelt, um die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung mit den Bedürfnissen der pädagogischen Akteurinnen und Akteure abzugleichen“, sagt Julia Schütz. „Wir wollen nicht im Elfenbeinturm unabhängig von der Praxis forschen. Konkret heißt das: nicht über Erzieherinnen und Lehrer forschen, sondern mit ihnen.“

Genau das kann und soll über das ZeBO Hagen stattfinden. Auch FernUni-Rektorin Prof. Ada Pellert liegen Austausch und Miteinander der pädagogischen Professionen am Herzen. „Das ZeBO Hagen ist daher eine gute Investition für die pädagogische Praxis, die Bildungswissenschaft und die FernUniversität.“

Was wird…

Vielfältige Möglichkeiten zum Austausch wird es auch in Zukunft geben. Die Spring School für Studierende der Bildungsforschung wird alle zwei Jahre stattfinden. Im Aufbau ist bereits das Lehrvideoportal des ZeBOs Hagen, das im Sinne des Open Educational Ressource (OER) als freies Lehrmaterial von allen Interessierten genutzt werden kann. Geplant sind zudem Fachtage u.a. zur Bildungsberichterstattung, die Entwicklung von Weiterbildungsformaten, die Vernetzung von Newsgroups und Publikationen sowie gemeinsame Forschungsprojekte. Und auch die Frage des Sommers 2020 für eine Hybrid-Vorlesungsreihe steht bereits fest: „Ist pädagogische Professionalität wirklich wichtig und wenn ja, für wen?“. Kleine Gelegenheiten sind eben für das ZeBO Hagen der Anfang von großen Unternehmungen.