„Beweglichkeit und Innovation als Merkmal von Kirche“

Stadtkirchengemeinde geht mit „eat & pray“ und „Thank God it’s Friday“ neue Wege

Die evangelisch-lutherische Stadtkirchengemeinde biegt ab. Nicht vom rechten Weg, sondern vom gewohnten Pfad. Mit den Formaten „eat & pray“ und „Thank God it’s Friday“ möchte die Gemeinde in der Johanniskirche am Markt „etwas ganz anderes anbieten“, sagt Pfarrerin Katharina Eßer. Den entscheidenden Impuls habe der Umbau der Kirche gegeben. „Nicht nur optisch haben wir uns verändert“, so Katharina Eßer. „Auch inhaltlich wollen wir Neues neben dem klassischen Sonntagsgottesdienst etablieren.“ Und das sieht so aus: jeden Dienstag können Menschen zwischen 12 uns 14 Uhr ihre Mittagspause bei „eat & pray“ verbringen. „Dieses Format ist bewusst sehr offen gestaltet“ erklärt Katharina Eßer. „Man kann kommen und gehen, wann man will.“ Jede halbe Stunde, beginnend um 12 Uhr, bieten die Pfarrerinnen und Pfarrer einen geistlichen Impuls in der Taufkapelle an. Im Anbau der Kirche gibt es für drei Euro eine warme Suppe. „Aber man kann auch sein eigenes Butterbrot mitbringen.“ Mit „eat & pray“ richte man sich bewusst an Berufstätige, die in der City arbeiten, die ihre Pause gerne einmal anders gestalten würden. „Wir freuen uns über jede und jeden, der kommt.“ Das Konzept von „Thank God it’s Friday“ ziele ganz bewusst auf einen schöne Feierabendgestaltung direkt vor dem Wochenende ab, „das für Berufstätige in der Innenstadt aber auch Stadtbummler sicher eine gute und besondere Möglichkeit ist, runter zu kommen, die Woche hinter sich zu lassen und einen Impuls fürs Wochenende mitzunehmen“, so die Pfarrerin. Um 17 Uhr lädt das Glockengeläut in die Kirche ein, die für diesen Zweck nur locker bestuhlt und mit Bistrotischen ausgestattet ist. „Dann ist bei Getränken und Knabberzeug erst einmal Zeit zum Ankommen.“ Gegen 17.30 Uhr startet der inhaltliche Teil mit Musik und mit einem Thema, „zu dem wir gerne auch Gäste einladen“, sagt Katharina Eßer. So hat vor einigen Wochen zum Beispiel eine Mitarbeiterin des Ladens „Stoffwechsel“ an der Frankfurter Straße von der dortigen Arbeit berichtet. „Im Juni haben wir jemanden vom Kinderhospiz zu Gast.“ Am kommenden Freitag, 17. Mai, werden mit Lucas Wermeier und Svea und Janne Rosenbaum die Hagener Initiatorinnen von „Fridays for future“ zu den Besuchern in der Kirche sprechen. Thematisch drehe es sich immer um Engagement in der Stadt. „Wir schließen dieses Engagement bei Thank God it ́s Friday in unsere Fürbitte ein und bitten Gott um seinen Segen dafür.“ Im Anschluss sei noch einmal Zeit zum lockeren Beisammensein. „Initiativen und Menschen mit besonderem Einsatz für Hagen können sich gern bei mir melden, wenn sie bei Thank God it ́s Friday mitwirken wollen (esser@skg-hagen.de).“ Ob die neuen Formate sich etablieren können? „Wir wünschen es uns, aberes ist natürlich schwer zu sagen“, meint Katharina Eßer. „Wenn nicht, dann schlagen wir einen neuen Weg ein“, sagt sie. Denn das sei genau das, wodurch Kirche Zukunft habe: Beweglichkeit und Innovation nicht aus der Not heraus, sondern als Merkmal von Kirche. „In diesem Sinne sind wir mit der Stadtkirchengemeinde schon gut unterwegs.“

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