Fahrer-Schulung zum Thema „Behinderung“

Wie fühlt sich ein Rollstuhlfahrer, wenn er im Auto sitzt und der Wagen durch ein tiefes Schlagloch oder eine scharfe Kurve fährt?

Und wie schwierig ist es für einen Menschen mit Gehbehinderung, in einen Kleinbus einzusteigen? Um solche Fragen ging es bei einer Schulung in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) der Evangelischen Stiftung Volmarstein, an der Fahrer des Wetteraner Beförderungs-Unternehmens Ortwein teilnahmen.



„Unsere Chauffeure sind durch diese Schulung besonders sensibilisiert worden“, freute sich Geschäftsführer Daniel Ortwein. Seine Mitarbeiter fahren täglich Menschen mit Behinderung, so zum Beispiel morgens und nachmittags, wenn sie Beschäftigte der Volmarsteiner WfbM zur Arbeit bringen und zum Feierabend wieder abholen.



In der Schulung schlüpften die Chauffeure u.a. in die Rolle ihrer Fahrergäste. Sie nahmen im Rollstuhl Platz, ließen sich darin von einem Kollegen im Kleinbus mit Gurten fachmännisch festzurren und anschließend durch Volmarstein fahren – durch manche enge Kurve und tiefes Schlagloch. Wie ein Mensch mit Gehbehinderung empfanden die Fahrer, als ihnen die Knie mit einem Gummiband zusammen gebunden wurden. So war Hilfe nötig, um ins Auto einzusteigen.

Schulungsleiter Frank Maihoff, Mitarbeiter des Sozialen Dienstes der WfbM, stieß mit dieser Schulung auf großes Interesse. „Wir haben das Wissen, über das die Fahrer ohnehin verfügen, weiter vertieft“, so Maihoff. So ging es auch um verschiedene Behinderungsbilder, unterschiedliche Rollstuhltypen und um besondere Vorkommnisse im Beförderungs-Alltag. Warum etwa schreit ein Mensch mit Behinderung plötzlich während der Fahrt? Solche Verhaltensweisen lernten die Fahrer besser zu verstehen.

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