Junge Langzeitarbeitslose wieder ins gesellschaftliche Leben integriert

Jobcenter EN und Evangelische Stiftung Volmarstein ziehen positive Bilanz des NRW-weiten Modellprojekts „Chance Zukunft“

Über drei Jahre lang haben Mitarbeitende des Berufsbildungswerks Volmarstein (BBW) knapp 40 junge langzeitarbeitslose Menschen aus dem EN-Kreis begleitet. Das Modellprojekt mit dem Titel „Chance Zukunft“ wurde mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen, des Europäischen Sozialfonds und durch das Jobcenter EN ermöglicht. „Es ist uns gelungen, einen großen Teil dieser Menschen wieder ins gesellschaftliche Leben zu integrieren“, so das Fazit von Henning Heinsch, Projektkoordinator des Jobcenters EN, und Roland Kompalka, Projektleiter im BBW Volmarstein. Im ersten Schritt, betonen beide, bedeutete dies nicht unbedingt die Aufnahme einer Beschäftigung. Oft ging es zunächst darum, dass die Teilnehmer wieder Struktur in ihren Alltag bringen, indem sie z.B. regelmäßig Sport treiben oder einem Hobby nachgingen. Eigentlich ist das Berufsbildungswerk der Stiftung Volmarstein spezialisiert auf die Ausbildung junger Menschen mit Körperbehinderung und Autismus-Spektrum-Störung. Dazu gehören u.a. medizinische und psychologische Betreuung sowie arbeits- und sozialpädagogische Begleitung. Diese vielfältigen Unterstützungs-Möglichkeiten, so die Erkenntnis von „Chance Zukunft“, hilft auch bei der Förderung von Menschen, die lange Zeit keine Arbeit gefunden haben. Ursachen für die Dauerarbeitslosigkeit sind z.B. psychische Beeinträchtigungen oder Sucht- und Drogenprobleme. Dies führt dazu, dass die Betroffenen vom Jobcenter nicht mehr erreicht werden und an klassischen Eingliederungs-Maßnahmen nicht mehr teilnehmen. „Das Projekt „Chance Zukunft“ ist etwas Neues und Besonderes, weil es die üblichen Sachzwänge nicht gab“, erklärt Henning Heinsch. So waren für die Teilnehmer keine Präsenszeiten vorgeschrieben. Auch drohten ihnen bei Problemen keine Sanktionen. „Entscheidend war, dass wir das Vertrauen der Teilnehmer gewonnen haben“, betont Roland Kompalka. Dafür waren oft viele Einzelgespräche nötig, um einen Zugang zu ihnen zu bekommen. Dies sei Voraussetzung dafür, so Kompalka, um die Menschen in ihrer schwierigen Lage in kleinen Schritten dazu zu bringen, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Die 40 jungen Langzeitarbeitslosen aus dem EN-Kreis gehörten zu insgesamt 900 Teilnehmern, die von September 2015 bis zum Jahresende 2018 NRW-weit gefördert wurden. Aufgrund der positiven Erkenntnisse hat das Jobcenter EN nun ein ähnliches Projekt zur Förderung junger Langzeitarbeitsloser gestartet. Dabei setzt man wieder auf die Expertise des BBW Volmarstein.