Frauen Union Kreis Hagen: „Es ist Zeit: Landesbeauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs berufen!“

Cemile Giousouf, Vorsitzende der Frauen Union Kreis Hagen: „Die Tatvorwürfe gegen die Verdächtigen aus Lippe, mehr als 20 Kinder sexuell missbraucht zu haben, machen deutlich:

Wir brauchen in Nordrhein-Westfalen eine Landesbeauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. Auf der Bundesebene gibt es dieses Amt lange, auf der Ebene der Länder wird man hier wenig fündig. Täglich werden in Deutschland fast 50 Kinder misshandelt oder sexuell missbraucht. Der fehlende Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet und in den sozialen Medien trägt dazu bei, dass Cybergrooming, sexueller Mißbrauch und das Filmen dieser Taten für tausende Kinder Realität sind. Es ist einfach nur abartig und widerlich!“

Für die Frauen Union Kreis Hagen steht außer Frage, dass auch das behördliche Tun oder Nichttun einer schonungslosen Aufklärung bedarf. Giousouf weiter: „Jedes Kind hat ein Recht auf Achtung seiner Würde als eigenständige Persönlichkeit und auf besonderen Schutz von Staat und Gesellschaft – insbesondere vor Gewalt. In Nordrhein-Westfalen steht dies sogar in der Landesverfassung. 13.539 Kinder wurden bundesweit 2017 als Opfer im Bereich der sexuellen Gewalt registriert. Die Verbreitung kinderpornographischen Materials stieg um rund 15 % an. Was sind das nur für Menschen? Staat und Gesellschaft müssen mehr hinsehen und wenn die Befugnisse nicht ausreichen, dann müssen wir nicht nur darüber reden, sondern die Befugnisse schaffen. Es darf keinen Raum für den Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen geben!“

Hintergrund:

143 getötete Kinder, fast 78 Prozent waren zum Zeitpunkt ihres Todes jünger als sechs Jahre. In 77 Fällen blieb es bei einem Tötungsversuch. 4.208 Kinder waren von Misshandlungen betroffen. 43 Prozent von ihnen haben das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet. 13.539 Kinder wurden als Opfer im Bereich der sexuellen Gewalt registriert. Die Verbreitung kinderpornographischen Materials stieg um rund 15 % an. Das ist die traurige Bilanz der Polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2017. In dieser Statistik werden nur die Fälle erfasst, die tatsächlich zur Anzeige gelangen.

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