MenstruationsApps sind kein Verhütungsmittel

„Gerade als ich das Geld für die Spirale zusammen hatte, sagte mir mein Frauenarzt, dass ich schwanger sei.“

Diese und ähnliche Aussagen hören die Mitarbeiterinnen der AWO Beratungsstelle für Schwangerschaftsprobleme und Familienplanung im Unterbezirk Hagen – Märkischer Kreis leider sehr häufig. Der Grund hierfür ist, dass sich Menschen mit geringem Einkommen langfristige und sichere Verhütung oftmals nicht leisten können. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Sonderauswertung „frauen leben 3“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Konkret wurde der statistische Zusammenhang zwischen dem Verzicht auf sichere Verhütungsmittel (Pille oder Spirale) aus Kostengründen und häufigem Auftreten von ungewollten Schwangerschaften festgestellt.

In diesem Zusammenhang werden in letzter Zeit in der AWO Beratungsstelle auch immer häufiger sogenannte MenstruationsApps genannt. Diese Apps sollen der Benutzerin helfen ihren Zyklus im Blick zu behalten. Die App berechnet,  wann die nächste Regelblutung voraussichtlich sein wird und zeigt das voraussichtlich errechnete Einsetzen der Periode rein mathematisch an. Zudem ist hier der wahrscheinliche Zeitraum für den Eisprung sichtbar. Doch gerade das blinde Vertrauen in die Technik kann verhängnisvoll werden, wenn Frauen die App als Verhütungsmethode einsetzen. In den letzten Monaten haben Frauen immer wieder berichtet ungewollt schwanger geworden zu sein, obwohl sie an den in der MenstruationsApp angezeigten fruchtbaren Tagen auf den Geschlechtsverkehr verzichtet hatten. Zusätzliche Verhütungsmittel waren nicht zur Anwendung gekommen.

Fest steht, dass der weibliche Eisprung nicht exakt mathematisch berechenbar ist und auch bei einem regelmäßigen Zyklus Faktoren wie Stress, Infektionen oder die Einnahme von Medikamenten auf den Zyklus einwirken und diesen verändern können. Zudem können männliche Spermien bis zu sieben Tage im weiblichen Körper vital bleiben. Beim Installieren der MenstruationsApps wird zwar darauf hingewiesen, dass sich diese nicht als Verhütungsmittel eignen, doch wird dies, je nach Anbieter, in englischer Sprache beschrieben oder lässt sich sehr leicht übersehen.

Um ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden, können Paare auf die Anwendung von Verhütungsmitteln nicht verzichten. In der Arbeit der AWO Beratungsstelle für Schwangerschaftsprobleme und Familienplanung hat die Verhütungsberatung daher einen wesentlichen Anteil. Um Frauen in finanziellen Notlagen bei dem Einsatz von langfristigen Verhütungsmitteln zu unterstützen, hat die AWO Beratungsstelle einen Fond eingerichtet. Hierbei sie jedoch auf Spenden angewiesen.

Spenden können auf folgendes Konto überwiesen werden:

Bankverbindung für Spenden:

Sparkasse HagenHerdecke
IBAN DE63 4505 0001 0100 0121 40
BIC WELADE3HXXX

Stichwort „Verhütungsmittelfonds“