Warnung vor Abzocke bei Geldanlagen im Internet Betrüger locken Anleger mit hohen Gewinnaussichten auf dubiosen Online-Handelsplattformen

   Wiesbaden.  Digitalisierung liegt im Trend: online 
einkaufen, online daten, online in die Arztsprechstunde – nichts 
liegt näher, als sein Geld bequem mit ein paar Klicks im Internet zu 
vermehren.

   Potentielle Anleger stoßen im Netz immer wieder auf Anbieter von 
scheinbar besonders lukrativen Investitionsmöglichkeiten, die das 
schnelle Geld und außerordentlich hohe Gewinne versprechen. Häufig 
aber stecken hinter solchen Angeboten Straftäter, deren einziges Ziel
es ist, die Anleger um ihr Geld zu betrügen.

   Das Bundeskriminalamt und die Landeskriminalämter aus Bayern, 
Baden-Württemberg, Berlin, Sachsen-Anhalt, dem Saarland und 
Nordrhein-Westfalen warnen aktuell gemeinsam mit der Bundesanstalt 
für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vor einer neuen Masche von 
Betrügern, die auf Online-Handelsplattformen Anlageprodukte mit 
scheinbar hohen Gewinnchancen bei einfachster Handhabung anbieten.

   Der Kunde investiert angeblich in finanzielle Differenzkontrakte 
(Contracts for Difference – CFDs) und binäre Optionen auf Rohstoffe, 
Aktien, Indizes, Währungen („Forex“) oder Kryptowährungen. Wie genau 
die Kapitalanlage funktioniert, erklärt der Onlinehändler auf seiner 
Internetseite allerdings nicht. Viele der Anbieter verfügen noch 
nicht einmal über die notwendigen Lizenzen, derartige Geschäfte in 
Deutschland bzw. mit deutschen Kunden zu tätigen.

   Hat sich der Kunde auf der Handelsplattform registriert und erstes
Geld investiert, wird er umgehend von Mitarbeitern der 
Handelsplattform angerufen. Die Anrufer geben sich als kompetente 
Finanzbroker mit jahrelanger Handelserfahrung aus, um sich so das 
Vertrauen der Neukunden zu erschleichen. Tatsächlich handelt es sich 
jedoch um Betrüger, die die Anleger um ihr Kapital bringen wollen.

   Besonders dreist ist, dass der Anleger den Stand seines 
Anlagekontos vermeintlich online einsehen kann. Dort werden ihm 
mithilfe der Betrugssoftware der Handelsplattform Kontobewegungen und
hohe Gewinne angezeigt. Dass seine Einlage unmittelbar beeindruckende
Gewinne erzielt, überzeugt den Kunden so von dem Geschäft, dass er 
weitere Investitionen tätigt. Will er sich allerdings sein Guthaben 
auszahlen lassen, bricht der Kontakt zur Handelsplattform ab und der 
angebliche Berater ist nicht mehr erreichbar oder gar unbekannt. In 
anderen Fällen wird der Anleger mit Ausreden vertröstet oder gar 
überredet, noch mehr Geld einzuzahlen, damit eine Auszahlung erfolgen
könne.

   Fakt ist: Die eingezahlten Gelder werden in Wahrheit nie einer 
Kapitalanlage zugeführt. Die komplette Handelsplattform 
einschließlich des vermeintlichen Kundenkontos ist ein Fake.

   Die Aussichten der Opfer, ihr Geld wiederzuerlangen, sind sehr 
gering. Die Täter überweisen und verschieben die Kundengelder auf 
verschiedenste Konten im Ausland, die Betreiberfirmen der 
Handelsplattformen wechseln häufig und bei den Firmensitzen handelt 
es sich um bekannte Offshore-Briefkastenadressen. Es droht der 
Totalverlust des investierten Kapitals.   Die BaFin weist 
darauf hin, dass beim Handel mit CFDs und binären Optionen 
grundsätzlich ein hohes Verlustrisiko besteht. Seit dem 2. Juli 2018 
sind im Interesse des europaweiten Anlegerschutzes auch lizenzierten 
Finanzdienstleistungs- und Kreditinstituten die Vermarktung, der 
Vertrieb und der Verkauf binärer Optionen an Privatkunden verboten. 
Bereits am 8. Mai 2017 hatte die BaFin die Vermarktung, den Vertrieb 
und den Verkauf von CFDs an Privatkunden beschränkt. Seit dem 1. 
August 2018 gelten hierfür europaweit weitere Beschränkungen wie 
Hebelbeschränkungen, automatische Verlustbegrenzungen, ein 
Nachschusspflichtverbot, Vermarktungsbeschränkungen und eine 
verpflichtende Risikowarnung.

   Was können Sie tun, um sich zu schützen?

   1. Seien Sie misstrauisch bei Angeboten, die eine sichere Anlage, 
eine garantierte Rendite, dazu hohe Gewinne oder ein nur sehr 
geringes Risiko versprechen! Misstrauen Sie Bonusversprechungen und 
Erfolgen auf Demo-Konten.

   2.Bevor Sie Geld übergeben oder eine Anlage tätigen, holen Sie 
immer unabhängigen Rat (z.B. bei Verbraucherzentralen) ein.

   3.Nutzen Sie bei Anlageangeboten im Internet verschiedene 
Suchmaschinen, um möglichst umfassende Informationen zum Anbieter und
zum Produkt zu erhalten.

   4.Achten Sie bei Anlageangeboten im Internet darauf, ob ein 
Impressum angegeben ist. Wer ist Ihr potentieller Vertragspartner und
wo hat er seinen Sitz?

   5.Handelt es sich um ein von der BaFin oder einem anderen EU-Land 
lizenziertes Unternehmen? Dies können Sie über die 
Unternehmensdatenbank der BaFin unter 
https://portal.mvp.bafin.de/database/InstInfo/start.do jederzeit 
abfragen.

   6.Lehnen Sie unaufgeforderte Anrufe im Zusammenhang mit 
Anlageangeboten ab! Lassen Sie sich nicht auf Beratungsgespräche mit 
Unbekannten ein.

   7.Vorsicht vor zukünftigen Betrugsversuchen! Wenn Sie bereits 
Opfer wurden und in einen Betrug investiert haben, werden die 
Betrüger Sie wahrscheinlich wieder ins Visier nehmen oder Ihre Daten 
an andere Kriminelle verkaufen.

   8.Vorsicht bei Hilfsangeboten! Häufig geben sich Betrüger, die 
Ihre Kundendaten erworben haben, als „Samariter“ aus, die Sie dabei 
unterstützen wollen, Ihr verlorenes Geld zurückzuholen.

   9.Seien Sie misstrauisch und kontaktieren Sie bei Verdacht die 
Polizei und/ oder die BaFin!

   Weiterführende Informationen:

   Unternehmen, denen die BaFin ihr Geschäft bereits untersagt hat, 
veröffentlicht sie auf ihrer Internet-Seite unter: https://www.bafin.
de/DE/Verbraucher/verbraucher_node.html;jsessionid=A0B31453CEB8602630
B1A6BE0D48C97A.1_cid372

Advertisements