„Etwas wie ein Wunder“ 100 Jahre Frauenwahlrecht: Ziel erreicht! Und weiter?

Vor 100 Jahren erhielten Frauen erstmalig in Deutschland das Wahlrecht. Aus diesem Anlass lud die Gleichstellungsstelle der FernUniversität in Hagen am 17. November zu einer Veranstaltung ins Emil-Schumacher-Museum ein.

„Etwas ganz Neues, etwas Unbegreifliches, etwas wie ein Wunder“: So zitierte Kirsten Pinkvoss, Gleichstellungsbeauftragte an der FernUniversität in Hagen, die Pionierin für das Frauenwahlrecht Marie Stritt. Am 17. November ging es bei der Veranstaltung „Frauen und Männer im Gespräch“ im Hagener Kunstquartier um das 100-jährige Jubiläum des Frauenwahlrechts in Deutschland.

Die Autorin und Literaturwissenschaftlerin Dr. Isabel Rohner nahm mehr als 100 Gäste mit auf eine Reise in die Geschichte der Frauenbewegung, analysierte die Gegenwart und warf einen Blick in die Zukunft. In ihrem Buch „100 Jahre Frauenwahlrecht“ will sie von einflussreichen Frauen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien wissen: Was verbinden Frauen heute mit dem Frauenwahlrecht? Welche Bedeutung hat es für sie – und was wissen sie über seine Geschichte und die Pionierinnen, die es erkämpft haben? Wählen Frauen eigentlich anders?

Die Veranstaltung schaffte einen Spagat zwischen informativem Vortrag und Talkrunde mit anschließender Filmvorführung („Die göttliche Ordnung“). Die Veranstalterinnen, die Gleichstellungsstelle der Fernuniversität in Hagen, die Gleichstellungsstelle der Stadt Hagen, das Emil Schumacher Museum, die DGB Frauen und Verdi diskutierten und zeigten an diesem Abend, was das Frauenwahlrecht für die Gegenwart und Zukunft bedeutet.

In der Diskussion wurde klar, dass es keine Rückschritte geben dürfe. Der Anteil der weiblichen Abgeordneten im Bund liege inzwischen wieder nur bei 30,9 %, das ist genau der Anteil, den auch ein Staat wie beispielsweise Sudan in seinem Parlament hat. Damit könne man nicht zufrieden sein, hier müssten neue Wege beschritten werden. Diskussionen zu einer Wahlrechtsreform seien im Bund bereits angestoßen.