Viele Heizkessel in Hagen sind veraltet

Unter Zeitdruck eine neue Heizung suchen, weil die alte den Geist aufgegeben hat? Keine gute Idee, warnt die Verbraucherzentrale NRW. „Die meisten Heizkessel werden erst ausgetauscht, wenn sie defekt sind. Wer in einer kalten Wohnung unter Zugzwang steht, kann aber nicht in Ruhe die Alternativen zu Öl und Gas prüfen und echte Verbesserungen planen“, sagt Energieberater Jens Blome. Eine große Investition, die Weichen für 20 Jahre stelle, beruhe dann auf zu wenigen Informationen. Außerdem werde der Heizungstausch teurer, wenn ein Handwerksbetrieb dafür kurzfristig ausrücken müsse. In ihrer aktuellen Aktion „Besser heizen“ stellt die Verbraucherzentrale NRW deshalb die Frage: „Was läuft im Keller?“ Spielerisch lädt sie so zur rechtzeitigen Beschäftigung mit dem Zustand der jetzigen Heizung und möglichen Nachfolgern ein.

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„Neue Heizungen können leiser sein als alte, sie können komfortabler zu bedienen sein und günstiger im Betrieb. In jedem Fall aber sparen sie Energie und sind klimafreundlicher“, erklärt Blome. Wer einen mindestens 15 Jahre alten Heizkessel sein Eigen nenne, solle sich deshalb informieren, bevor der Ernstfall eintritt. „Hierzulande sind schätzungsweise rund 60 Prozent der Heizkessel in Einfamilienhäusern technisch veraltet und damit reif für einen Austausch“, betont Blome. Schon der einfache Umstieg auf Brennwerttechnik – heute Standard bei Öl und Gas – bringt ihm zufolge bis zu 15 Prozent Energieersparnis. Hinzu komme, dass oft erst beim Heizungstausch die Rohre gedämmt und die Einstellungen des Systems optimiert würden: „Das kann zusammen weitere 15 Prozent bringen.“ Eine noch stärkere Verbesserung der Klimabilanz verspricht der Umstieg auf Holzpellets, eine Wärmepumpe oder die Einbindung von Solarthermie. „Alle diese Systeme sind gut erprobt und etabliert, ein Umstieg ist also kein Abenteuer“, versichert Rafael John Santiago, Klimaschutzmanager der Stadt Hagen. Für viele Vorhaben fließen zudem Fördermittel.

„Entscheidend für eine zukunftsfähige Heizung ist, dass das System und seine Leistung wirklich zu den Bedürfnissen der Bewohner passen“, sagt John Santiago. Pauschale Empfehlungen nennt er deshalb unseriös. „Auch den richtigen Zeitpunkt für einen Austausch finden Eigentümer am besten selbst – wenn sie wissen, wohin dieser Schritt führen soll, welche Folgen er hat und was er kostet.“ Ein durchdachter Plan, der vielleicht noch eine Weile in der Schublade ruht, sei allemal besser als eine Hauruck-Aktion nach einem plötzlichen Heizungsausfall.

Einen guten Einstieg in das Thema bildet ein

Aktionstag,

den die Verbraucherzentrale

am Freitag, 12. Oktober

in der Beratungsstelle Hohenzollernstraße 8

durchführt.

Um 15:00 Uhr führt Energieberater Jens Blome ein in die Chancen moderner Heiztechnik und die Verbesserungen, die damit zu erreichen sind.

In einem weiteren Vortrag um 18:00 Uhr erhalten Interessierte einen Überblick über aktuelle finanzielle Förderprogramme für den Heizungsaustausch und andere Vorhaben.

Von 16:00 – 18:00 gibt es die Möglichkeit im Rahmen von Beratungsgesprächen die individuelle Situation mit dem Energieberater zu besprechen.

Der Eintritt zu den Vorträgen und die Beratungsgespräche sind kostenfrei.

Aufgrund der begrenzten Kapazitäten wird um eine Anmeldung unter 02331-6973301 oder hagen@verbraucherzentrale.nrw gebeten.

Die Aktion „Besser heizen“ ist Bestandteil des Projekts „Energie2020“ der Verbraucherzentrale NRW, das mit Mitteln des Landes und der EU gefördert wird.

Verbraucherzentrale NRW
Beratungsstelle Hagen
Hohenzollernstraße 8
58095 Hagen
Tel (02331) 6 97 33 01
Fax (02331) 6 97 33 15
Öffnungszeiten der Beratungsstelle
Montag 10 – 18 Uhr
Dienstag 10 – 17 Uhr
Donnerstag 10 – 19 Uhr
Freitag 10 – 13 Uhr