Dortmund: Rechtsextremistische Demonstrationen – Großer Gegenprotest zum Teil unfriedlich

Foto: TV58.de
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Dortmund | Am heutigen Tag fanden in der Dortmunder
Innenstadt auf dem Nordmarkt, sowie anschließend auf dem Sonnenplatz
zwei rechtsextremistische stationäre Kundgebungen statt.

Im Rahmen einer Spontanversammlung brachten auf dem Nordmarkt rund
250 Teilnehmer ihren zunächst friedlichen und lautstarken
Gegenprotest zur Versammlung der Neonazis zum Ausdruck. Die
Versammlung der Neonazis (60 Teilnehmer) auf dem Nordmarkt konnte
erst mit einer Verzögerung von rund einer Stunde beginnen. Durch
schnelles und konsequentes Einschreiten der deutlich präsenten
Einsatzkräfte konnte dabei eine Konfrontation von linken Störern mit
den anreisenden Demoteilnehmern rechts verhindert werden. Hierbei
nahmen die Einsatzkräfte einen linken Störer fest, der rechte
Versammlungsteilnehmer mit Pferdemist bewarf. Ein älterer Senior der
mit einem Rollator zwischen die Fronten geriet, kam während des
kurzen Angriffs der Störer auf Polizeikräfte und die anreisenden
Rechten zu Fall. Der ältere Herr wurde glücklicherweise nicht
verletzt und konnte nach kurzzeitiger Betreuung durch Einsatzkräfte
selbständig nach Hause gehen. Zwei Polizeipferde rutschten während
des Konfrontationsversuchs aus. Ein Pferd verletzte sich dabei schwer
und ein weiteres leicht. Die Reiterinnen blieben nach derzeitigem
Erkenntnisstand unverletzt.

Auf dem Sonnenplatz empfingen rund 150 Gegendemonstranten
lautstark 25 Teilnehmer der anschließenden Standkundgebung der
Rechten. Hier zeigte der demokratische Gegenprotest wie laut,
deutlich, bunt und friedlich die Dortmunder Bürgerinnen und Bürger
ihren Unmut über rechtsextremistische und verfassungsfeindliche
Untriebe zum Ausdruck bringen. Nach Beendigung der Standkundgebung
auf dem Sonnenplatz wurden bei der Abreise aus einem Kleinbus der
Rechten unvermittelt Polizeieinsatzkräfte und Gegendemonstranten mit
Pulverstößen aus Feuerlöschern angegriffen. Acht Insassen des
Kleinbusses wurden vorläufig in Gewahrsam genommen. Unter diesen
Personen befand sich auch ein Stadtratsmitglied, wie auch
Vorstandsmitglied der Partei „die Rechte“ ist. Zur Zeit laufen
Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der versuchten gefährlichen
Körperverletzung, des Angriffs auf Polizeivollzugsbeamte und des
Landfriedensbruchs.