„Christoph Dortmund“ im 1. Halbjahr 289 mal im Einsatz

TV58.de | Hans Leicher. | Die Luftrettung ist ein wichtiger Bestandteil der Rettungskette, auch in Hagen und der Region. Mehrmals wöchentlich unterstützen die Luftrettungs-Teams die Rettungsdienste vor Ort – nicht nur bei schweren Verkehrsunfällen, so wie sich das viele Menschen vorstellen. In unserer Region kommt bei Unfällen und Notfällen auch der am Dortmunder Flughafen stationierte Rettungshubschrauber „Christoph Dortmund“ zum Einsatz. Er wird durch die Deutsche Rettungsflugwacht (DRF) mit qualifiziertem Personal unterhalten und bereitgestellt. 

Hubschrauber des Typs BK117 der DRF Luftrettung im Einsatz Quelle DRF Luftrettung

Manuela Wolberg | Im ersten Halbjahr 2018 war der Dortmunder Hubschrauber „Christoph Dortmund“ oft am Himmel rund um die Großstadt zu sehen: Insgesamt 289-mal starteten die Dortmunder Luftretter, um Menschen schnelle medizinische Hilfe zu bringen (1. Halbjahr: 304 Einsätze). „Christoph Dortmund“ wird für dringende Transporte von Intensivpatienten und als schneller Notarztzubringer bei Notfällen alarmiert. Von 8.00 Uhr morgens bis Sonnenuntergang ist der am Dortmunder Flughafen stationierte Hubschrauber täglich einsatzbereit.

 

Im ersten Halbjahr 2018 war die DRF Luftrettung bundesweit 19.216 Mal im Einsatz (1. Halbjahr 2017: 18.494), davon 289-mal die Dortmunder Luftretter. Damit wurden die rot-weißen Luftretter in Deutschland insgesamt fast vier Prozent häufiger alarmiert als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Neben Unfällen waren akute Herzerkrankungen häufigster Alarmierungsgrund.

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Insgesamt setzt die DRF Luftrettung an 29 Luftrettungsstationen in Deutschland und zwei Stationen in Österreich Hubschrauber für die schnelle Notfallrettung und für dringende Transporte von Intensivpatienten zwischen Kliniken ein. Einsatzorte in einem Umkreis von 60 Kilometern erreichen die Hubschrauber in maximal 15 Flugminuten.

Neun der Stationen sind rund um die Uhr einsatzbereit. Über die Hubschrauberrettunghinaus holt die DRF Luftrettung mit eigenen Ambulanzflugzeugen und erfahrenen Piloten, Notärzten und Notfallsanitätern Patienten aus dem Ausland nach Deutschland zurück, wenn dies medizinisch notwendig und ärztlich angeordnet ist. Insgesamt leistete die DRF Luftrettung im ersten Halbjahr 2018 20.330 Einsätze.

Herzinfarktpatienten profitieren besonders von der Luftrettung

Insbesondere im Falle eines Herzinfarkts müssen Betroffene schnellstmöglich in einer Spezialklinik behandelt werden. Eine besondere Herausforderung in ländlichen Regionen – weit entfernt vom nächsten Herzzentrum. Die ist oft nur durch den Einsatz der Luftrettung möglich. Jetzt sind die ersten rot-weißen Hubschrauber der DRF Luftrettung mit mechanischen Reanimationsgeräten für die durchgehende Herzdruckmassage während des Flugs ausgestattet worden. Das erhöht die Überlebenschancen vieler Herzinfarktpatienten.

Ein typischer Einsatz:

Der Mann fasst sich an die Brust. Er spüre einen starken Druck, sagt er zu der Verkäuferin, die ihn gerade noch beraten hat. Sie greift sofort zum Handy und wählt die
112. Die Leitstelle alarmiert die DRF Luftrettung und nur wenige Minuten später erreicht
die Besatzung die ländlich gelegene Kleinstadt. Der Verdacht auf Herzinfarkt bestätigt sich, Herzkammerflimmern setzt ein – Lebensgefahr! Innerhalb kürzester Zeit und unter ständiger Herzdruckmassage wird der Patient von den rot-weißen Luftrettern in eine Spezialklinik geflogen und dort im Herzkatheter behandelt. „In ländlichen Gegenden mit großen Entfernungen zum Patienten und zur nächsten Spezialklinik haben unsere Rettungshubschrauber einen entscheidenden Zeitvorsprung vor bodengebundenen Rettungsmitteln. Das wiegt doppelt, wenn jede Minute zählt“, betont Dr. Peter Huber, Vorstand der DRF Luftrettung.

Wenn jede Minute fürs Überleben zählt
Insbesondere bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen – nach wie vor Todesursache Nummer eins in Deutschland – ist sehr schnelle Hilfe überlebenswichtig. Beginnend damit, dass Ersthelfer den Notruf absetzen und Erste Hilfe leisten. Wenn Patienten dann umgehend notärztlich versorgt und in einem spezialisierten Krankenhaus behandelt werden, haben sie eine gute Chance zu überleben und wieder gesund zu werden.

Kompetenz und modernste Medizintechnik im Gepäck
Schnelligkeit und höchste Qualität in der medizinischen Versorgung stehen bei der DRF Luftrettung im Zentrum: „Wir legen in allen Bereichen höchste Maßstäbe an – nicht nur in der Flugtechnik, sondern auch in der medizintechnischen Ausrüstung und ganz besonders bei der Qualifikation der Besatzung“, ergänzt Dr. Huber. In den vergangenen Wochen hat die DRF Luftrettung erste Rettungshubschrauber mit mechanischen Reanimationsgeräten ausgestattet. Mit ihnen kann der Kreislauf von Herzpatienten bis zum Eintreffen in der Klinik ununterbrochen mit einer Herzdruckmassage aufrecht erhalten werden – ein Novum in der Luftrettung! Für viele Menschen bedeutet das die Rettung.

Ein Blick über den Tellerrand – die Gesamtversorgungszeit im Fokus 

Doch nicht nur ihre eigenen Aufgaben hat die DRF Luftrettung im Blick. Die gemeinnützig tätige Organisation setzt sich in enger Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten dafür ein, das Gesamtsystem Notfallversorgung zu optimieren. „Wir müssen umdenken. Bisher stand die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes im Vordergrund. Wir sollten aber vielmehr die Gesamtzeit bis zur Übergabe des Patienten in der Spezialklinik berücksichtigen“, fordert Dr. Ulf Aschenbrenner, Abteilungsleiter Medizincontrolling, Qualitätssicherung und Leistungsentwicklung der DRF Luftrettung.Eine noch bessere Verzahnung und Abstimmung aller Akteure in der Notfallversorgung sei nötig, so der Mediziner weiter.

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