Wetter: Ruhr wird „entfesselt“

Jens Holsteg | Wetter (Ruhr) | „Was wir heute feiern, ist ein Blick in die Zukunft. Denn mit dem ersten Spatenstich starten wir in ein Projekt, dass der Ruhr und damit der Natur hier in Wengern ein neues, frisches Bild gibt.“ Diesen ersten offiziellen Spatenstich beging Bürgermeister Frank Hasenberg am Donnerstag gemeinsam mit Stefan Rommelsfanger, Stadtbaurat der Stadt Witten, Bernd Müller von der Bezirksregierung in Arnsberg und Otmar Krüger (Gelsenwasser).

 

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Begradigt, verbaut, ökologisch defizitär – wie bei vielen Flüssen in Industrieregionen ist auch bei der Ruhr in Witten und Wetter von der einstigen natürlichen Flusslandschaft wenig zu sehen. Auf einer Länge von 3,7 Kilometern wird nun der erste Abschnitt der Ruhr wieder natürlich gestaltet. Dafür wurde der Fluss am Donnerstag symbolisch „entfesselt.“

Konkret hieß das: Ein Bagger riss ein Stück der künstlichen Uferbefestigung ein. Ein Bild, das für die Arbeiten der nächsten Monate steht. Denn was hier eingerissen wird, korrigiert einen Fehler der Vergangenheit: die Begradigung der Ruhr. Die hatte für den Fluss viele negative Folgen, zerstörte sie doch Lebensräume von Fischen und Pflanzen und führte durch die Vernichtung von Auenlandschaften nicht selten zu Überschwemmungen ufernaher Wohnbereiche bei Hochwasser.

Der Wittener Landschaftsplaner Michael Sell, der die Maßnahme ökologisch begleitet, erklärt, dass es in diesem Bereich kaum passenden Lebensraum und Schotterbänke gebe, daher würden hier viele Fischarten fehlen. „Nur ein paar Aale finden hier eine Garage. Vor rund 200 Jahren wurden hier schon fast Steinbrüche versenkt.“

Mit der umfangreichen Renaturierung auf einer Länge von 3,7 Kilometern wird die Bezirksregierung die Ruhr im Abschnitt zwischen Wetter und Witten nun innerhalb ihres Flussbettes wieder entfesseln, künstlich geschaffene Uferbefestungen aus der Vergangenheit zurückbauen und den Fluss wieder an seine alten Auen anbinden. „Dadurch kann die Ruhr hier wieder natürlicher mäandern und sich innerhalb ihres Flussbettes ihre eigenen Wege suchen. Es entstehen kleine Sandbänke und Inseln, die Lebensräume für Insekten, Vögel und Pflanzen sind“, so Bernd Müller, Abteilungsdirektor Umwelt bei der Bezirksregierung in Arnsberg.

Mit diesem Projekt, bei dem insgesamt 46.700 Kubikmeter Boden bewegt werden, wird die europäische Wasserrahmenrichtlinie im Regierungsbezirk umgesetzt. Der jetzige 1. Bauabschnitt umfasst in Bommern rund 48 Hektar, in Wengern rund 13 Hektar und soll – eine gute Witterung im Sommer und Herbst vorausgesetzt – zum Jahreswechsel abgeschlossen sein.

Von der Renaturierung profitieren auch die Fußgänger und Radfahrer, die dann einen direkteren und unmittelbareren Blick auf den schönen Wasserlauf der Ruhr haben. Dafür sorgen auch zwei Aussichtshügel, die im Zuge der Arbeiten hier dauerhaft entstehen werden und neue Wege zum Gewässer.

Der Ruhrtalradweg bleibt während der Bauarbeiten weitgehend befahrbar.

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Prädikat Familienfreundliches Unternehmen verliehen

Verleihung des  2018

agentur mark | Hagen |  Sieben regional ansässige Unternehmen wurden am Donnerstag im Hagener Theater an der Volme vom Kompetenzzentrum Frau & Beruf der agentur mark GmbH erstmalig mit dem „Prädikat Familienfreundliches Unternehmen“ ausgezeichnet.

 

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Neben den neuzertifizierten Unternehmen konnten weitere sieben Unternehmen aus Hagen, dem Ennepe-Ruhr-Kreis und dem Märkischen Kreis ihr Zertifikat von 2016 verlängern. Hinzu kommen 10 Unternehmen der ersten Stunde, die sich seit 2014 nun zum dritten Mal erfolgreich der Begutachtung unterzogen haben.

Alle Prädikats-Unternehmen setzen auf familienfreundliche Maßnahmen, um ihren Beschäftigten die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu erleichtern und um sich neuen Fach- und Führungskräften als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren. Denn im Wettbewerb um guten Nachwuchs müssen die Unternehmen dem Wandel der Geschlechterrollen Rechnung tragen: Immer mehr gut ausgebildete (junge) Frauen planen ihre Karrieren und setzen hierbei auch auf eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die entsprechenden betrieblichen Rahmenbedingungen. Da auch Männer sich zunehmend familienverpflichtet fühlen, profitieren alle Beschäftigten gleichermaßen von familienfreundlichen Angeboten.

Unterstützungsangebote für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind ein klarer Standortvorteil für Unternehmen, gerade auch angesichts des demografischen Wandels und einer sich verändernden Arbeitskultur. Vor diesem Hintergrund vergibt das Kompetenzzentrum Frau & Beruf Märkische Region seit 2014 das Prädikat Familienfreundliches Unternehmen. Premiumpartner 2018 sind neben der agentur mark GmbH die Wirtschaftsförderungsagentur des EN-Kreises, der Märkische Arbeitgeberverband sowie die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen. Weitere Partner aus der Region wie Arbeitsagenturen, Gewerkschaften, Verbände, die Kreishandwerkerschaften und Handwerkskammern sowie das Jobcenter EN, unterstützen die Initiative bereits seit Start in 2014.

unternehmen

Vor mehr als 70 Gästen aus regionalen Unternehmen zeigte sich Dario Weberg, Intendant des Theaters an der Volme, in seinem Grußwort erfreut, dass die Prädikatsverleihung nun zum zweiten Mal in seinem Hause stattfand. In seinem kurzweiligen Eröffnungsbeitrag wies er darauf hin, dass das Thema Vereinbarkeit gerade in der Theaterwelt aufgrund der ungewöhnlichen Arbeitszeiten ein wichtiges Thema, aber auch eine Herausforderung sei. Mit seinen Darbietungen des Sinatra-Songs „That’s life“ und der Rezitation von Heinz Erhards „polyglotter Katze“ sorgte Weberg für einen gutgelaunten Einstieg in die Veranstaltung.

Andreas Lux, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen und hier Repräsentant der Partnerschaft, unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung des Themas für die Wirtschaft und die Region als attraktiven Standort: „Dass der Mittelstand schon immer stark an seiner Belegschaft interessiert war, ist kein Geheimnis. Doch was sich die hier ausgezeichneten Unternehmen alles einfallen lassen, um die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie immer weiter auszubauen, verdient Respekt. Und das Prädikat Familienfreundliches Unternehmen hilft – neben der hervorragenden Vernetzung – unsere starke Region in der Öffentlichkeit noch bekannter zu machen.“

Zum Standard in den zertifizierten Unternehmen gehören verschiedenste Modelle flexibler Arbeitszeiten, Teilzeitberufsausbildung oder Home Office-Lösungen, die den Beschäftigten die Vereinbarkeit von Beruf und Familienarbeit erleichtern. Hinzu kommen eine Vielzahl zusätzlicher Leistungen wie betriebsnahe Kitas, Kinderferienbetreuung oder psychosoziale Beratungsangebote. Mütter und Väter werden während der Elternzeit systematisch eingebunden und bleiben so über die betrieblichen Entwicklungen auf dem Laufenden. Der sukzessive Wiedereinstieg nach der Elternzeit oder einer Angehörigenpflege ist in fast allen Fällen möglich.

Unternehmen, die sich für das Prädikat 2019 interessieren (Start: Spätherbst 2018), können sich direkt wenden an: Laura Hoff, Tel. 02331-488 78 41, hoff@agenturmark.de

 

Das Kompetenzzentrum Frau & Beruf wird gefördert aus Mitteln des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union und Beiträgen der Stadt Hagen, des Ennepe-Ruhr-Kreises und des Märkischen Kreises. Mehr Infos unter www.agenturmark.de

Die Bundespolizei warnt vor Taschendieben

Sommerferien in NRW – Taschendiebe machen keine Ferien – Tipps der Bundespolizei für einen entspannten Urlaub

Bundespolizei | Dortmund – Hagen – Bochum – Essen – Gelsenkirchen – Recklinghausen | Morgen ist es soweit! Dann sind sie da, die Sommerferien 2018. Endlich Koffer packen und ab in den Urlaub. Gerade bei Reisen mit der Bahn werden auch garantiert Taschendiebe in Zügen und Bahnhöfen auf „Beutefang“ sein.

 

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Im Jahr 2017 wurden im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizeiinspektion Dortmund in 1.254 Fällen (2016: 1.212), Personen Opfer von Taschendieben. Taschendiebstahl zählt gerade in Großstädten zu den häufigsten Delikten – neben Autoaufbrüchen, Fahrraddiebstählen und Sachbeschädigungen. Und das, obwohl die polizeiliche Kriminalstatistik nur den Diebstahl aus (Bekleidungs- oder Hand-) Taschen zum Taschendiebstahl rechnet, die am Körper getragen werden. Insbesondere das Gedränge in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Bahnhöfen und Haltepunkten machen sich Diebe zunutze, um zuzuschlagen.

Deswegen setzt die Bundespolizei auch in diesen Sommerferien Taschendiebstahlsfahnder in Zügen und auf Bahnhöfen in NRW ein, um dem kriminellen Treiben der „Langfinger“ ein Ende zu setzen.

Damit man erst gar nicht in die missliche Lage kommt, Opfer eines Taschendiebes zu werden, gibt die Bundespolizei Verhaltenstipps, damit die Urlaubslaune nicht zu Reisebeginn getrübt wird.

Reisende sollten daher folgendes beachten:

   - Tragen Sie Geld, Kreditkarten, Papiere und andere Wertsachen

immer eng am Körper. Benutzen Sie dazu verschlossene Innentaschen.

   - Nehmen Sie nur soviel Bargeld mit, wie Sie benötigen. Bewahren

Sie niemals EC-Karte und Pin-Nummer zusammen auf.

   - Tragen Sie Hand- und Umhängetaschen mit dem Verschluss zum 
     Körper und vor dem Bauch.
   - Halten Sie immer Körperkontakt zu Ihrem Handgepäck.
   - Tragen Sie Rucksäcke im Gedränge vor dem Körper. Keinesfalls

gehören Geldbörsen, Wertsachen und Mobiltelefone in Außentaschen.

   - Seien Sie sensibel und achtsam, wenn Sie angerempelt werden und 
     Ihre Kleidung scheinbar unbeabsichtigt beschmutzt wird.
   - Lassen Sie niemals Wertgegenstände in Jacken, die Sie an 
     Garderoben oder über Stuhllehnen hängen.
   - Hantieren Sie nie offen mit Bargeld.
   - Bei Abhebungen an Geldautomaten lassen Sie sich nicht ablenken 
     oder in ein Gespräch verwickeln und fordern Sie vor der

Pin-Eingabe umherstehende Personen auf zurück zu treten. Decken Sie das Tastenfeld bei der Pin-Eingabe ab und stellen Sie sich unmittelbar vor den Geldautomaten.

   - Schauen Sie sich den Geldautomaten genau an. Sollten Sie 
     Auffälligkeiten feststellen, wie etwa ein gelöstes Eingabefeld, 
     präparierter Kartenaufsatz oder verdächtige Personen, brechen 
     Sie den Vorgang ab und informieren Sie sofort die Polizei.

Deswegen: Lassen Sie sich nicht den Urlaub vermiesen, achten Sie auf ihre persönlichen Gegenstände!

Wertvolle Informationen zum großen Thema Taschendiebstahl finden sie in den angefügten Flyern und unter www.bundespolizei.de sowie www.polizei-beratung.de

UPDATE zum bewaffneten Banküberfall in Winterberg

Polizei BMW © Hans Leicher.

Erste Ermittlungsergebnisse zum Banküberfall in Winterberg.

Kreispolizei HSK | Winterberg | Der Täter war bei der Tatausführung mit einer schw. Sturmmaske und einer schwarzen Baseball-Kappe (Unterseite hell) maskiert. Er führte bei der Tatausführung eine silberfarbene Pistole mit. Der Täter wird beschrieben: Männlich, ca. 30 Jahre alt, normale Statur, dunkelblonde Haare. Bekleidet: lila t-shirt mit kurzen Armen, schw. knielange Hose mit aufgesetzten Taschen und schw. Turnschuhen. Die Ermittlungen dauern an. Verdächtige Beobachtungen / Hinweise im Sachzusammenhang
bitte melden an die Polizeiwache in Winterberg (02981 90200). (Kri)

 

Kreispolizei HSK | Winterberg | Am Freitagmittag  gegen 14:30 Uhr kam es im Ortsteil Siedlinghausen zu einem Banküberfall. Ein bislang unbekannter männlicher Täter betrat ein Geldinstitut in der Hochsauerlandstraße. Unter Vorhalt einer Schusswaffe forderte er die Herausgabe von Bargeld. Nach Tatausführung verließ der Täter das Geldinstitut wieder und flüchtete. Die Flucht erfolgte vermutlich zunächst zu Fuß. Polizeiliche Fahndungsmaßnahmen wurden eingeleitet. Die Ermittlungen dauern an. Verdächtige Beobachtungen im Sachzusammenhang bitte melden an die Polizeiwache in Winterberg (02981 90200). (Kri)

CDU Hagen über Fernbus-Entscheid erleichtert

Fernbusse wieder am Hauptbahnhof

 

Hauptbahnhof HagenCDU Hagen | >>„Endlich können Fernbusse wieder halten, wo sie hingehören: am Hagener Hauptbahnhof.“ Mit dieser Erleichterung kommentiert der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Stephan Ramrath das einstimmige Ergebnis der Ratssitzung vom Donnerstag. „Mit der FDP zusammen haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder auf den Missstand hingewiesen. Mit Unterstützung von Oberbürgermeister Erik O. Schulz und Zustimmung des Rates ist es jetzt gelungen, die einzig richtige Lösung zu beschließen.“

 

Der FDP-Fraktionschef Claus Thielmann bedauert, „dass es einer Aufkündigung durch Flixbus bedurfte, um in Hagen das Bewusstsein für Fernbusse zu schärfen. Das Unternehmen hat mit seiner Stellungnahme unsere Beobachtungen untermauert: Der Halt in Kückelhausen wird von Reisenden nicht angenommen. Leider wurde unsere letzte Initiative dazu von der Bauverwaltung mit einem Problemkatalog abgewiesen. Das hat unnötig Zeit gekostet.“

 

Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Jörg Klepper verdeutlicht, wie es weitergeht: „Die Verwaltung hat nun den Auftrag, unverzüglich die Fernbushaltestelle vom Konrad-Adenauer-Ring an den Hauptbahnhof zu verlegen, das den Medien und einschlägigen Betreibern mitzuteilen und dafür zu sorgen, dass Falschparker nicht die Haltestelle zuparken.“

 

Wie wichtig auch Letzteres ist, machte ein Ortstermin mit einem Flixbus-Vertreter deutlich. Während sich Politikvertreter ein Bild machen, parkt ein Fahrer seinen PKW auf dem Zickzack-Sperrmuster der Reisebus-Haltestelle. Für diese Aktion wird er demnächst ein „Premium-Knöllchen“ in seinem Briefkasten vorfinden – aufgenommen vom Ordnungsdezernenten Thomas Huyeng persönlich.<<

 

Dienstjubilare der Hagener Grundschulen

Schuljubs_Foto Esther Schöttke Stadt HagenHagen | Zum 25-jähringen und 40-jährigen Dienstjubiläum gratulierten Dagmar Speckmann, Leiterin des Schulamtes der Stadt Hagen, Johannes Ringenberg, Mitarbeiter Lehrer- und Schülerangelegenheiten „Untere Schulaufsicht“ sowie Brigitte Hoffmann, Vertreterin des Personalrates für Grundschulen, den Lehrerinnen der Hagener Grundschulen bei einer Feststunde im Rathaus an der Volme. 25-jähriges Dienstjubiläum feierten Birgit Lüchtefeld-Springmann (Grundschule Hestert), Sigrun Otto (Grundschule Funckepark), Anne Schirmer (Grundschule Wesselbach), Nicole Howad (Grundschule Boloh), Nicola Howad (Grundschule Boloh), Annette Christine Meyer (Grundschule Volmetal) und Sabine Klimmek (Rektorin, Heideschule Hohenlimburg). Bereits 40-jähriges Dienstjubiläum feierte Lilli-Christa Tomm (Grundschule Kipper). Zudem schlossen Martina Rißmann (Grundschule Volmetal) und Susanne Kühnau (Grundschule Geweke) ihre Probezeit als Schulleiterinnen erfolgreich ab. Schulleiterin Nicola Scheibel (Grundschule Wesselbach) und Schulleiter Michael Schnücker (Grundschule Hestert) ließen es sich nicht nehmen, die Kolleginnen zu begleiten.

NGG: „Fleisch nicht verramschen“

Fleisch als Ramschware
Foto: NGG Hagen

Isabell Mura | NGG Hagen | 2,19 Euro für 600 Gramm Nackensteak? Mit Blick auf die Grillsaison in Hagen warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vor Ramschpreisen beim Fleisch. Rabattschlachten in den Supermärkten gefährdeten nicht nur die Qualitätsstandards bei Schwein, Rind und Geflügel. „Auch Jobs sind bedroht, wenn immer mehr und immer billiger produziert wird“, sagt Isabell Mura von der NGG Südwestfalen. Nach Angaben der Arbeitsagentur sichert die Fleischverarbeitung rund 90 Arbeitsplätze in Hagen. In Fleischereien und Metzgereien kommen allein im Verkauf noch einmal 110 Jobs hinzu.

„Von der Aufzucht im Stall bis zur Zerlegung im Schlachtbetrieb – Fleisch ist in der Herstellung extrem aufwendig. Allein für ein Kilo Rindfleisch sind in der Produktion 15.000 Liter Wasser nötig“, macht Mura deutlich. Das müsse sich aber auch am Preis zeigen. Statt auf das Billig-Prinzip zu setzen, sollten Discounter mit gutem Beispiel vorangehen und sich gemeinsam zu fairen Mindestpreisen bekennen. „Und auch Verbraucher haben die Wahl. Die Packung Bratwürste sollte dem Käufer schon mehr wert sein als ein Bund Bananen“, so Mura.

Mit Sorge beobachtet die NGG zugleich den Trend, dass Firmen in der Schlachtung und Fleischverarbeitung zu oft auf Niedriglöhne setzten. Auch dies habe direkt mit dem Preiskampf zu tun. „Häufig werden Subunternehmer aus dem Ausland engagiert, die ihren Beschäftigten teils sogar den Mindestlohn vorenthalten“, erklärt Mura. Regelmäßig decke der Zoll organisierte Schwarzarbeit auf. Die NGG Südwestfalen fordert deshalb verpflichtende Branchen-Standards: „Nur wer eine Ausbildung hinter sich hat, sollte schlachten und Fleisch zerlegen dürfen. Und diese anstrengenden Jobs müssen auch vernünftig bezahlt werden.“

Dabei ist der Hunger auf Fleisch auch außerhalb der Grillzeit ungebrochen groß. Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft aß jeder Deutsche zuletzt durchschnittlich gut 36 Kilogramm Schweinefleisch pro Jahr. Beim Geflügel waren es 12,5 und beim Rindfleisch 9,7 Kilo. Ein großer Teil des Fleischs stammt dabei aus heimischer Produktion. Allein in den nordrhein-westfälischen Mastbetrieben gibt es laut Statistischem Bundesamt 3,5 Millionen Schweine und 5,3 Millionen Hühner.

Müllcontainer in Hohenlimburg ausgebrannt

Symbolbild Feuerwehr © Hans Leicher.
Symbolbild Feuerwehr © Hans Leicher.

Polizei Hagen | Ein Zeuge beobachtete am Donnerstagabend eine starke Rauchentwicklung von einem Schulhof an der Gasstraße und er alarmierte die Rettungskräfte. Gegen 21.15 Uhr trafen Feuerwehr und Polizei ein, ein großer Müllcontainer brannte in voller Ausdehnung. Die Einsatzkräfte hatten das Feuer schnell gelöscht, von dem Behälter blieben allerdings nur noch wenige Kunststoffteile übrig. Hinweise auf die Brandentstehung liegen nicht vor.

Unterschlagung – Polizei durchsucht Hagener Wohnungen

Foto: TV58.de
Foto: TV58.de

Bundespolizei | Hagen | Beamte der Dortmunder Bundespolizei haben in einem gemeinsamen Ermittlungsverfahren mit der Staatsanwaltschaft Hagen wegen gewerbsmäßiger Unterschlagung am vergangenen Mittwoch (11. Juli) zwei Wohnungen in Hagen durchsucht.

Ein Besitzer eines Ladenlokals im Hagener Hauptbahnhof zeigte bei
der Bundespolizei Anfang Juni Unregelmäßigkeiten in seinem Kassen-
und Warenbestand an. Im Tatzeitraum stellte er einen Fehlbestand von
etwa 12.000 Euro fest. Auch diverse Waren seines Ladenlokals, wie
beispielsweise Zigaretten, fehlten offensichtlich. Anschließende
Ermittlungen der Bundespolizei führten die Beamten schnell zu zwei
Mitarbeiterinnen im Alter von 20 und 30 Jahren. Die Frauen aus Hagen
stehen im Verdacht, Verkaufskassen so manipuliert zu haben, dass nach
einer erfolgten Warenausgabe keine Registrierung erfolgte. Das
eingenommene Geld sollen die beiden Frauen dann an sich genommen
haben. Zudem sollen sie weiteres Bargeld ohne Verkaufsvorgang aus den
Registrierkassen genommen haben. An Bekannte, so konnte ermittelt
werden, sollen die deutsche und türkische Staatsangehörige ebenfalls
Waren ausgegeben haben, ohne dass diese bezahlt wurden. Nach ersten
Ermittlungen könnten die Frauen sich so um mehrere tausend Euro pro
Monat bereichert haben. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnungen wurden
1.450 Euro, bzw. 6.950 Euro an Barmitteln aufgefunden und
sichergestellt. Des Weiteren sind auf Anweisung der
Staatsanwaltschaft die Konten beider Frauen „eingefroren“ worden. In
einer ersten Vernehmung zeigten sie sich geständig.

Lebensgefährlicher Streit in Wehringhausen: Haftbefehl beantragt

kriminalmarke
Foto: Polizei

Polizei Hagen |  Staatsanwaltschaft und Mordkommission gehen nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen davon aus, dass der Auseinandersetzung zwischen einem 33-jährigen Autofahrer und einem 37-jährigen Mann ein Beziehungsstreit zugrunde lag. Die beiden Männer kannten sich. Den Ermittlungen zufolge ging der Autofahrer mit einer scharfen Schusswaffe auf den 37-Jährigen los. Er versuchte mehrfach zu schießen. Aus bislang unbekannten Gründen löste sich jedoch kein Schuss. Dann schlug der 33-Jährige mit der Waffe auf den 37-jährigen Mann ein. Dieser stach dem Autofahrer ein Messer in den Bauch. Der 33-Jährige erlitt hierdurch eine lebensgefährliche Verletzung. Er musste notoperiert werden. Mittlerweile ist sein Zustand als stabil zu bezeichnen. Ein 47-jähriger Mann, der zwischenzeitlich auch festgenommen wurde, ist wieder auf freiem Fuß. Er hatte nach übereinstimmenden Zeugenangaben lediglich versucht, die beiden Kontrahenten zu trennen und sich hierbei eine Schnittverletzung am Oberarm zugezogen. Aufgrund der bisherigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Mordkommission soll gegen den 33-jährigen Autofahrer heute ein Haftbefehl beantragt werden. Er steht imdringenden Verdacht, ein versuchtes Tötungsdelikt begangen zu haben. Der 37-Jährige wurde aus dem Polizeigewahrsam entlassen, da eine Notwehrsituation möglich erscheint. Die Ermittlungen dauern an.

Hagener droht Unfallgegner Schläge an

Foto: TV58.de
Foto: TV58.de

Kreispolizei EN | Gevelsberg | Am Donnerstag wurde die Polizei zu einem Verkehrsunfall auf der Hagener Straße gerufen. Die Polizei nahm den Unfall auf. Während der Unfallaufnahme wurde ein Unfallbeteiligter, ein 54-jähriger Hagener, zunehmend aggressiver. Er ging mit erhobenen Fäusten auf seinen Unfallgegner zu und versuchte diesen zu schlagen. Die Polizeibeamten konnten einen Angriff verhindern. Da der 54-Jährige sich aber nicht beruhigen ließ, musste er gefesselt und in den Streifenwagen gebracht werden. Anschließend wurde er zur Polizeiwache gebracht und konnte diese später wieder verlassen.

Die Hagener „Jugend macht Stadt“

Hagen | Eine Stunde lang Oberbürgermeister sein und Zukunftsvisionen für die Stadt entwickeln – auf dieses Experiment ließen sich gestern (12. Juli) rund 60 junge Hagenerinnen und Hagener im Kultopia ein. Im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) „HAGENplant2035“ war der Zielgruppenworkshop für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 25 Jahren die Abschlussveranstaltung zur Bürgerbeteiligung vor Ort, der bereits fünf Stadtbezirkswerkstätten vorangegangen waren.

Jugendworkshop ISEK_Stadt Hagen Esther Schöttke

Nach der Begrüßung durch Reinhard Goldbach, Fachbereichsleiter für Jugend und Soziales der Stadt Hagen, und einer kleinen Einführung durch das Planungsbüro Plan-lokal wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Aufgabenstellung erklärt, welche sofort zu Stift und Papier griffen, um Ideen und Visionen zu notieren sowie Lösungen vorzuschlagen.

Bei der Vorstellung der Ergebnisse wurde deutlich, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen gerne in Hagen leben, es aber ein ausgebautes Freizeit- und ÖPNV-Angebot geben muss, um junge Menschen in der Stadt zu halten. Ein großer Wunsch der Jugendlichen in Sachen Mobilität ist ein erweitertes Radwegenetz mit sicheren Strecken fernab von den Straßen und Bike-Sharing-Stationen. Für die Reduzierung der Luftverschmutzung eignet sich außerdem ein erhöhtes Angebot für E-Mobilität und Car-Sharing. Zudem sind mehr Busverbindungen, auch in den späten Abendstunden, gewünscht. Wenn zukünftig mehrere Diskotheken die Hagener Jugend zum Tanzen einladen, sind Nachtbusse in alle Stadtbezirke notwendig, um sie günstig und sicher nach Hause zu bringen. Außerdem wünschen sich die jungen Hagenerinnen und Hagener ein erhöhtes Freizeitangebot. Hier wurden Gemeinschaftsflächen und Treffpunkte im Innen- sowie Außenraum sowie kostenfreie und attraktive Sport- und Spielplätze genannt. Eine belebte Gastronomie- und Kneipenszene ist ebenfalls wünschenswert.

Den jungen Menschen liegen auch Bildung und Ausbildung mit Perspektive in Hagen sehr am Herzen. Dies beginnt bei der kostenlosen Kita über die saubere, sanierte und digitalisierte Schule bis hin zur großen Bandbreite an Ausbildungsplätzen mit Übernahmegarantie sowie Studienplätzen an einer neuen „Hagener Präsenzuniversität“ mit ihrem vielfältigen Studienangebot. Gewünscht sind weiter ein erhöhtes Angebot an Praktika und Marketing für Berufe, die das Stadtleben prägen. Für das zukünftige gemeinschaftliche Leben wünschen sich die jungen Bürgerinnen und Bürger bezahlbaren und durchmischten Wohnraum, der allen Generationen und allen Kulturen ein Zuhause bietet.

Im Anschluss an die Präsentationen haben vereinzelte Teilnehmerinnen und Teilnehmer mutig weitere Anregungen in der großen Diskussionsrunde geliefert und mit lautem Applaus Zustimmung erhalten. Außerdem konnten die jungen Hagenerinnen und Hagener die Gelegenheit eines Fotos mit dem Oberbürgermeister nutzen und bei Pizza und Getränken weitere Gedanken vertiefen.

Stadtbaurat Thomas Grothe und Oberbürgermeister Erik O. Schulz zeigten sich begeistert von dem großen Engagement und den herausragenden Ideen und beantworten am Ende der Veranstaltung Fragen der Teilnehmer. Mit dem neuen Masterplan Verkehr, der geplanten Freizeitentwicklung am Hengsteysee sowie dem Programm „Gute Schule 2020“ konnten sie einige positive Einblicke in die Zukunftsgestaltung Hagens geben.

„Ich freue mich über Eure Vorschläge und Ideen, wie man das Gemeinschaftsgefühl in Hagen stärkt und wie wir es gemeinsam schaffen können, dass Bürgerinnen und Bürger stolz auf ihre Stadt sind“, betonte Oberbürgermeister Erik O. Schulz in seinen Schlussworten und rief die Hagener Jugend auf, ihr Engagement für Hagen fortzusetzen.

25-Jährige bei Unfall am Schälk verletzt

Symbolbild Rettungswagen © Hans Leicher.
Symbolbild Rettungswagen © Hans Leicher.

Polizei Hagen | Am Donnerstagabend ereignete sich in den Kurven der Straße Schälk ein Verkehrsunfall im Begegnungsverkehr, bei dem eine 25 Jahre alte Autofahrerin leicht verletzt wurde. Gegen 18.45 Uhr befuhr ein nach eigenen Angaben ortsunkundiger 35 Jahre alter Mann mit einem Mercedes die kurvenreiche Straße in Richtung Unna. In einer Rechtskurve geriet er in den Gegenverkehr und mit der linken Fahrzeugfront touchierte er den entgegenkommenden Opel der jungen Frau. Ein Rettungswagen brachte die Leichtverletzte vorsorglich ins Krankenhaus, an den beiden Autos entstanden Sachschäden in Höhe von etwa 8000 Euro. Der Opel der jungen Frau war nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden.

Motorradfahrerin bei Sturz verletzt

© Hans Leicher.
© Hans Leicher.

Kreispolizei EN | Schwelm | Am heutigen Freitag fuhr auf der Nordstraße eine 20-jährige Frau aus Schwelm mit ihrem Motorrad der Marke Honda. An der Kreuzung Prinzenstraße bremste sie und verlor ohne Fremdeinwirkung die Kontrolle über ihr Fahrzeug. Sie stürzte und verletzte sich leicht. Zur ärztlichen Versorgung wurde sie mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Straßen.NRW-Verkehrszentrale hat Autobahnen im Blick

(straßen.nrw). Die direkte Sicht auf die A3 bleibt den Mitarbeitern der Straßen.NRW-Verkehrszentrale verwehrt, dennoch haben sie den Verkehr nicht nur auf dieser Autobahn stets im Blick. An der Anschlussstelle Leverkusen-Opladen hat die Schaltzentrale für den Verkehr auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen ihren Sitz. An sieben Tagen in der Woche, rund um die Uhr werden dort Daten gesammelt und ausgewertet, um den Verkehr besser fließen zu lassen, Staus zu vermeiden und die  Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Nordrhein-Westfalen setzt bei der Stauvermeidung auf elektronische Verkehrssteuerung, so genannte Telematik. Auf 540 Kilometern Autobahn sind entsprechende Anlagen zur Streckenbeeinflussung (SBA) installiert. Gerade erst wurden ergänzend zu den bestehenden 87 Dynamischen Wegweisern mit integrierten Stauinformationen (dWiSta) die ersten von 75 weiteren dWiSta-Anlagen, die den Verkehr im Wesentlichen im Ruhrgebiet noch besser leiten sollen, aufgebaut. Die Straßen.NRW-Verkehrszentrale investiert auch in Zukunft in technische Ausrüstung wie Strecken- und Netzbeeinflussungsanlagen, Anlagen zur temporären Seitenstreifenfreigabe oder Zuflussregelungsanlagen, um die vorhandenen Streckenkapazitäten möglichst effizient zu nutzen.

–       An hoch belasteten Strecken lässt sich durch den Einsatz von Zuflussregelungsanlagen steuern, wie viele Autos auf die Autobahn auffahren. Fädeln sich die Fahrzeuge – geregelt durch eine Ampel an der Auffahrt – einzeln in den Verkehr ein, sorgt das für einen stetigeren Verkehrsfluss auf der Autobahn. In NRW sind 98 dieser Anlagen im Einsatz.

–       Gibt es Verkehrsstörungen, werden Verkehrsteilnehmer auf so genannten dWista-Tafeln informiert und auf mögliche Umleitungen hingewiesen. 87 von diesen dynamischen Wegweisern mit integrierter Stauinformation (dWiSta) stehen bereits an den NRW-Autobahnen, 75 weitere werden noch bis 2020 installiert.

–       Mit der temporären Seitenstreifenfreigabe steht der Straßen.NRW-Verkehrszentrale ein weiteres Instrument zur Verkehrslenkung zur Verfügung. Auf der A4 östlich von Köln, der A57 nördlich von Köln und der A45 bei Hagen kann der zusätzliche Fahrstreifen bereits frei geschaltet werden, an der A3 wird eine solche Anlage noch in diesem Jahr folgen.

–       Wie schnell je nach Verkehrslage am besten gefahren wird, um den Verkehr sicher und zügig fließen zu lassen, auch das wird für einige Strecken in der Verkehrszentrale entschieden. Streckenbeeinflussungsanlagen geben – je nach Verkehrssituation – die Geschwindigkeiten vor und warnen vor Staus, schlechtem Wetter und Baustellen.

–       Sämtliche Informationen werden den Verkehrsteilnehmern schließlich gebündelt auf dem Portal www.verkehr.nrw.de zur Verfügung gestellt. Hier finden Autofahrer Baustelleninformationen, Unfallmeldungen und einen Routenplaner.

Hintergrund:
Zum Thema Stauvermeidung gehört auch das Thema Baustellenmanagement. Mit einer transparenten und abgestimmten Baustellenplanung und -koordinierung sowie der vorausschauenden verkehrlichen Bewertung von Baustellen trägt die Straßen.NRW-Verkehrszentrale neben den verkehrsleitenden Maßnahmen dazu bei, Staus in NRW zu reduzieren.

Rückruf Valsartan-haltiger Medikamente

Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) informiert

Patienten, die ein Herz-Kreislauf-Medikament mit dem Wirkstoff Valsartan einnehmen, das wegen einer möglicherweise krebserregenden Verunreinigung zurückgerufen wurde, sollten ihren Arzt und ihre Apotheke kontaktieren. Valsartan wird z. B. gegen hohen Blutdruck oder Herzschwäche eingesetzt. Betroffen sind verschiedene Mono-Präparate mit 40, 80, 160, 320 mg Wirkstoff und zudem einige Kombinationspräparate Valsartan-comp bzw. -HCT 12,5, 25 mg). Ob der Wirkstoff Valsartan in einem Medikament enthalten ist, steht auf jeder Packung bzw. ist Bestandteil des Arzneimittelnamens. Die Präparate einer Reihe von Herstellern wurden EU-weit zurückgerufen; diese dürfen nicht mehr in Apotheken abgegeben werden.

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) informiert: „Die zuständige Bundesoberbehörde geht derzeit davon aus, dass kein akutes Gesundheitsrisiko für Patienten besteht. Es gilt weiterhin, dass Valsartan-haltige Präparate nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden sollen“, sagt Prof. Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der AMK. „Patienten, die ein Arzneimittel mit Valsartan einnehmen, können sich im Internet unter http://ots.de/otmTCK informieren und/oder in ihrer Apotheke beraten lassen, ob ihr Medikament von den aktuellen Rückrufen betroffen ist und welche Maßnahmen sie gemeinsam mit dem Arzt und Apotheker ergreifen können.“

In den Fällen, in denen Patienten wegen eines Rückrufs auf ein anderes Präparat wechseln müssen, muss der Arzt ein neues Rezept ausstellen. Schulz: „Apotheker dürfen eine angebrochene Packung nicht einfach gegen eine neue austauschen – alle Valsartan-haltigen Arzneimittel unterliegen der Rezeptpflicht. Für nicht von der Zuzahlung befreite Versicherte wird leider wieder eine Zuzahlung fällig. Die Apotheken müssen diese Zuzahlung in voller Höhe an die jeweilige Krankenkasse weiterleiten.“ Da aber bereits eine große bundesweite Krankenkasse angekündigt hat, dass sie ihren Versicherten die Zuzahlung erstattet, empfiehlt sich ggf. auch eine diesbezügliche Rücksprache mit der Krankenkasse.

Durch die Vielzahl an betroffenen Patienten, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Ersatzpräparate nicht mehr in ausreichender Menge auf dem Markt verfügbar sind. In diesem Fall empfiehlt sich die Umstellung auf einen vergleichbaren Wirkstoff, nach Entscheidung durch den behandelnden Arzt.