Das Baujahr in Hagen: 126 Wohnungen neu gebaut

Vom Single-Apartment bis zum Bungalow: In Hagen sind im vergangenen Jahr 126 Neubauwohnungen entstanden – 62 davon in Ein- und Zweifamilienhäusern.

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Ein guter Plan fürs Haus ist immer auch ein guter Plan, um die Mieten in
 Schach zu halten. Denn gegen steigende Mieten hilft nur eins: bauen,
bauen, bauen … – Und das könnte eigentlich viel besser laufen, meinen
Bau-Gewerkschaft und Bau-Branche. Foto: William Diller

Verbändebündnis Wohnen | 2017 wurden damit 7 Prozent weniger neue Wohnungen gebaut als noch im Vorjahr. Darauf hat das Verbändebündnis Wohnen hingewiesen, in dem sich Baugewerkschaft IG BAU und Bauwirtschaft zusammengeschlossen haben. Das Bündnis beruft sich bei den Zahlen auf die aktuelle Bau-Bilanz der fertiggestellten Wohngebäude vom Statistischen Bundesamt.

Insgesamt haben die Bauherren in Hagen demnach im vergangenen Jahr
46,2 Millionen Euro in den Neubau von Wohnungen investiert. „Das klingt
viel. Tatsächlich müsste es aber mehr sein, wenn Hagen seinen Beitrag
zur Wohnraum-Offensive der Bundesregierung leisten will. Denn der
Neubau von bezahlbaren Wohnungen ist die einzige effektive Antwort auf
steigende Mieten und hohe Immobilienpreise, von denen auch NordrheinWestfalen
betroffen ist“, sagt Sven Bönnemann (IG BAU) vom
Verbändebündnis Wohnen.

Insgesamt seien bundesweit im vergangenen Jahr lediglich nicht einmal
285.000 Wohnungen neu gebaut worden. Dabei habe die Große Koalition
von CDU/CSU und SPD eine ganz andere Messlatte gelegt: 1,5 Millionen
Neubauwohnungen bundesweit bis 2021 – also 375.000 pro Jahr. „Das
bedeutet, dass der Wohnungsneubau schon in diesem Jahr um satte
32 Prozent zulegen müsste. Danach sieht es allerdings bislang weder in
Nordrhein-Westfalen noch bundesweit aus“, so der stellvertretende
Regionalleiter der IG BAU in Westfalen, Sven Bönnemann.

Das Verbändebündnis Wohnen fordert daher jetzt den Bund, das Land
Nordrhein-Westfalen und auch die Kommunen auf, mehr für den
Wohnungsbau zu tun. Vor allem für den bezahlbaren Wohnraum. Also für
Menschen ohne „extra dickes Miet-Portemonnaie“: „Gerade für den
sozialen Wohnungsbau muss deutlich mehr getan werden. Ebenso für den
Neubau von Wohnungen, bei denen sich die Menschen die Miete auch
leisten können“, so Bönnemann.

Auch das Wohneigentum in Hagen müsse endlich wieder effektiv gefördert werden. „Es
müssen sich wieder mehr Menschen die eigenen vier Wände leisten können – vom
Maurer bis zur Industriekauffrau. Handwerker, die Wohnungen bauen, sollten auch in der Lage sein, sich eine eigene Wohnung anzuschaffen“, so das Bündnis Wohnen.
Wohneigentum sei eine wichtige Altersvorsorge. „Die eigenen vier Wände sind da und
haben Bestand – unabhängig davon, wie die Rentenhöhe im Alter schwankt. Sie bieten
die Sicherheit eines dauerhaften ‚Daches über dem Kopf‘ – ohne Angst vor
Mieterhöhungen oder vor einer Kündigung“, sagt Sven Bönnemann.

An die heimischen Bundestagsabgeordneten appelliert das Wohn-Bündnis, dem
Wohnungsbau jetzt die „politische Power“ zu geben, die der Bau braucht. „Es kommt
darauf an, dass die Bundestagsabgeordneten aus Hagen und ganz Nordrhein-Westfalen
in Berlin Farbe bekennen. Sie müssen sich für ein deutlich dickeres Baupaket im
nächsten Bundeshaushalt starkmachen, von dem dann auch die Menschen in Hagen
mehr profitieren“, sagt Sven Bönnemann von der IG BAU. Die Kanzlerin habe
angekündigt, 6 Milliarden Euro für den Wohnungsbau bis 2021 bereitzustellen – also
1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Tatsächlich benötigt würden aber mindestens 4 Milliarden
Euro jährlich.

„Denn im Wohnungsmangel und in steigenden Mieten steckt sozialer Sprengstoff.
Gerade beim Neubau von Sozialwohnungen droht ein Desaster, wenn der Bund hier
nicht ordentlich Geld in die Hand nimmt und investiert. Tag für Tag fallen
Sozialmietwohnungen aus der Bindung. Der Bestand an Wohnungen für Menschen, die
einen Wohnberechtigungsschein haben, schmilzt kontinuierlich ab“, warnt Sven
Bönnemann. Eine „Goodwill-Wohnungsbaupolitik“ der Länder, bei der die Zahl der
Sozialwohnungen von der Kassenlage abhänge, sei fatal. Auch die geplante Förderung
für den altersgerechten Umbau lasse „jede Hoffnung auf einen Sanierungsschub für
mehr Seniorenwohnungen gegen Null laufen“. Aber gerade altersgerechte Wohnungen
brauche auch Hagen.

Der Bund müsse dem Wohnungsneubau jetzt „Turbo-Impulse“ geben: Dazu gehören, so
das Verbändebündnis Wohnen, zusätzliches Fördergeld und mehr steuerliche Anreize.
Wirksam sei insbesondere eine bessere steuerliche Abschreibung – konkret die
Erhöhung der AfA von 2 auf dauerhaft 3 Prozent. Denn der Bau brauche vor allem
verlässliche Rahmenbedingungen, um Fachkräfte und technische Kapazitäten aufbauen
zu können. Ebenso müssten alle engagierten und im Kern guten Punkte, die Union und
SPD zum Wohnungsbau im GroKo-Koalitionsvertrag vereinbart haben, schnell
angepackt werden.

Im Verbändebündnis Wohnen setzen sich die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), der
Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und die Deutsche Gesellschaft
für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) gemeinsam für bessere
Rahmenbedingungen beim Wohnungsbau ein.