Abgeschlossene Ausbildungsverträge: Zweithöchster Anstieg in NRW

Hagen. Im Jahr 2017 haben wieder deutlich mehr Jugendliche eine Ausbildung begonnen
als im Jahr zuvor. In Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis wurden insgesamt
3234 Ausbildungsverträge abgeschlossen, 186 oder 6,1 Prozent mehr als 2016.
In Nordrhein-Westfalen ist dies der zweithöchste Anstieg. Landesweit stiegen
die Abschlüsse – wie immer mit großen regionalen Unterschieden – nur um
1,7 Prozent. NRW weist damit trotzdem den drittgrößten Anstieg aller Bundesländer
auf. Bundesweit beträgt er nur 0,6 Prozent.
„Endlich konnte der seit sechs Jahren mit einer Ausnahme andauernde Abwärtstrend
bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen unterbrochen werden. Im Bezirk
Hagen ist es das beste Ergebnis seit 2013. Es ist eine sehr gute Entwicklung, die
nicht nur auf die stabile Konjunkturlage und den anhaltend hohen Fachkräftebedarf
zurückzuführen ist, sondern an der wir auch aktiv beteiligt gewesen sind. Die Betriebe
konnten wir verstärkt von der Notwendigkeit der Ausbildung überzeugen. Und die
geben zunehmend auch Bewerberinnen und Bewerbern eine Chance, die auf den
ersten Blick eher schwierig erscheinen. Die Ausbildungsbereitschaft der heimischen
Unternehmen ist 2017 gewachsen“, so Marcus Weichert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Außerdem haben unsere Beraterinnen
und Berater die Jugendlichen an den Schulen frühzeitig angesprochen und ihre
Bereitschaft für eine Ausbildung erhöht. Ausbildung ist die beste Investition in die
Zukunft – für alle Seiten.“
In Industrie und Handel stieg die Zahl der Berufsstarts 2017 um 99 Verträge oder
5,0 Prozent auf jetzt 2091. Beim Handwerk waren es 723 und damit 24 oder 3,4
Prozent mehr als 2016. Den größten relativen Anstieg aber hatten die Ausbildungsverträge bei den freien Berufen. Hier gab es mit 282 genau 42 Verträge oder 17,5 Prozent mehr. Der öffentliche Dienst hatte bei insgesamt 60 Verträgen ein Plus von
drei oder 5,3 Prozent.

Trotz der guten Entwicklung zeigen Angebot- und die Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt Diskrepanzen. Insbesondere fehlen attraktive Angebote im kaufmännischen Bereich und für Jugendliche mit Vermittlungshemmnissen. Andererseits bestehen weiterhin Schwierigkeiten bei der Nachwuchskräftegewinnung in der Gastronomie, der Lagerwirtschaft, dem Verkauf und bei einzelnen Berufen im Handwerk – besonders bei Nahrungsmitteln.
„Für die Arbeitsagentur und ihre Partner im Ausbildungskonsens bleibt die Bekämpfung
der Jugendarbeitslosigkeit auch 2018 eines der wichtigsten Ziele“, so Weichert
weiter. „Dabei unterstützt die Agentur die Unternehmen und die Jugendlichen mit der
Förderung von Einstiegsqualifizierungen, ausbildungsbegleitenden Hilfen und
der assistierten Ausbildung (AsA).“

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